Das
Entlüften von Solarkreisen kann ein Problem sein, wenn bei der Befüllung
Pumpen mit geringer Leistung verwendet werden und die
Spülstutzen nicht ausreichend dimensioniert sind und/oder an den falschen Stellen sitzen. In diesem Fall muss die
Luft an der höchsten Stelle entweichen können. Dies kann durch
Handentlüfter aus Metall oder mit thermisch belastbaren
Automatikentlüfter mit Absperrhahn erfolgen. Diese müssen aber für die Druckprobe und nach der Inbetriebnahme zugedreht werden. Außerdem ist der Einsatz eines
Luftabscheiders zur
Abscheidung von
Mikroblasen sinnvoll und auch
nur, wenn man die Anlage auch nach der Spülung
nicht luftfrei bekommt.
Heutzutage hat sich das
Entlüften mit einer
Spül- und Befülleinheit mit einer leistungsstarken
Pumpe und großem Vorratsbehälter durchgesetzt. Bei diesem Verfahren kann auf eine Entlüftung an höchster Stelle verzichtet werden. Wichtig ist aber, dass in waagerechten und fallenden Anlagenteilen des Solarkreises die
Strömungsgeschwindigkeit > 0,4 m/s ist, damit die Lufteinschlüsse mit der Strömung mitrissen werden können.
Diese Art der
Spülung und
Entlüftung wird auch in
Fußboden-,
Wand- und
Deckenheizungen angewendet.
Das
Leitungssystem sollte
langsam mit gedrosseltem Volumenstrom
gefüllt werden, damit das Solarfluids nicht zu stark aufschäumt. Danach wird der Volumemstrom schrittweise erhöht. Außerdem ist bei dem Zurückfließen in den Befüllbehälter darauf zu achten, dass keine Verwirbelungen entstehen. Dabei sollte die Oberfläche im Befüllbehälter immer ruhig sein.
Bei Anlagen mit
großer statischer Höhe kann sich an hoch gelegenen Stellen aufgrund der dahinter fallenden
Wassersäule ein
Unterdruck bilden und der Siedepunkt des Fluids sinkt stark ab und es kann auch bei einer geringen
Temperatur zur
Dampfbildung kommen. Dadurch kann die Anlage nicht korrekt befüllt werden. Durch die
Drosselung des Auslaufs
am FE-Hahn bzw.
Spülstutzen kann der austretende Volumenstrom so weit reduziert werden, dass immer der notwendige Anlagenbetriebsdruck am
Manometer erhalten bleibt.
Wenn der Solarkreis inkl. der Kollektoren mit dem
Wärmeträger gefüllt ist, werden durch das
Spülen, dass alle
Verunreinigungen (Zunder, Späne),
Lufteinschlüsse und
Mikroblasen entfernt. Der Spülvorgang sollte
mindestens 15 Minuten dauern.