Abwasserleitungen (Grundleitungen und Kanäle) können als Druckrohrleitung oder Freispiegelleitung geplant und ausgeführt werden. Die Leitungsart wird von der zuständigen Kommune vorgegeben.
Bei den Druckrohrleitungen ist der Druck höher als der atmosphärische Druck. Sie sind nicht auf ein natürliches Gefälle angewiesen und transportieren die Flüssigkeit (Abwasser, Wasser, Erdöl, Fernwärme [Warmwasser, Heißwasser, Dampf]) oder Gas (Erdgas) durch Pumpen aufgebauten Überdruck durch die Leitungen. Auch Wassertürme können bei Trinkwasserleitungen den notwendigen Druck im Versorgungsnetz aufbauen.
Aufgrund des Druckes können die Nennweiten der Rohre kleiner als Freispiegelleitungen verbaut werden, da der gesamte Querschnitt genutzt wird. Auch Im Gegensatz zu Freispiegelleitung, die mit 45°-Bögen verlegt werden müssen, können Druckrohrleitungen auch mit 90°-Bögen ohne Verstopfungsgefahr verwendet werden.
Vor der Inbetriebnahme muss eine Druckprobe erfolgen, um die Dichtheit zu prüfen (DIN 4044).