Bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden die Hohlräume in Geschossdecken, im Dachbereich (Flach- und Schrägdach), Schornsteine, in Installationsschächten (Rohr- und Luftleitungen) und um die Bade- bzw. Duschwannen nur unzureichend bis überhaupt nicht gedämmt. Sie können nachträglich mit Dämmmaterial verfüllt werden. Das Füllmaterial und die Arbeitstechniken gleichen den der Kerndämmung in zweischaligen Außenwänden.
Zum Einsatz kommen Einblasdämmstoffe oder Ortschaum. Der Dämmstoff wird dabei durch gebohrte Löcher oder Öffnungen in die Bauteile eingebracht.
Bei rieselfähigen Dämmstoffen (z.B. EPS-Granulat, Blähperlit und Aerogel) sind nur wenige und kleine Einblaslöcher notwendig, da sich diese Materialien sehr gut auch in engen Hohlschichten (< 4 cm) verteilen. Die Voraussetzung für diese Dämmstoffe sind dichte Bauteile, damit es nicht zu einer Durchrieselung kommen kann. Bei größeren bzw. breiten Hohlschichten können kostengünstige faserige Dämmstoffe (z.B. Steinwolle, Glaswolle und Zellulose verwendet werden.
Übliche Einblasdämmstoffe sind:
• faserförmige Steinwolle, WLG 040, Baustoffklasse A1, Hohlschicht >5 cm
• Zellulose, WLG 040, Baustoffklasse A1, Hohlschicht >5 cm
• Perlite, WLG 040, Baustoffklasse A1, Hohlschicht >2 cm
• Aerogel-Granulat, WLG 020, Baustoffklasse B1, Hohlschicht >2 cm
• Blähglas-Granulat (SLS 20), WLG 035, Baustoffklasse A1, Hohlschicht >2 cm
• EPS-Granulat, WLG 035, Baustoffklasse B2, Hohlschicht >5 cm
• PUR-Granulat, WLG 035, Baustoffklasse B2, Hohlschicht >5 cm
• PUR-Ortschaum, WLG 025, Baustoffklasse B2, Hohlschicht >5 cm
• Formaldehyd-Harnstoff-Schaum, WLG 035 , Baustoffklasse B2, Hohlschicht >5 cm
Auch das nachträgliche Dämmen von Heizkessel und Vorwandinstallationselemente ist mit diesen Dämmstoffen möglich. Bei Trinkwassererwärmer (Speicher), Pufferspeicher und Tanks müssen die Bauteile verkleidet und dann mit dem Dämmmaterial aufgefüllt werden.