In der
Luft ist
Feuchtigkeit enthalten. Kühlt sie ab, so scheidet sich
Wasser aus (
Taupunkt). Wird
Luft unterschiedlicher
Temperatur und Feuchte durch eine
Dämmstoffschicht voneinander getrennt, so
diffundiert so lange Feuchtigkeit hindurch, bis sich ein
Gleichgewicht eingestellt hat (
Wasserdampfdiffusion). Die
Diffusionswiderstandszahl oder der
Diffusionswiderstandsfaktor wird allgemein mit dem Buchstaben µ bezeichnet. Diese Größe gibt an, um wieviel mal größer der
Diffusionswiderstand einer Stoffschicht ist als der einer gleich dicken
Luftschicht unter denselben Bedingungen. Man vergleicht hier die
Dampfdichtigkeit einer 1 m dicken
Luftschicht mit der
Dampfdichtigkeit einer 1 m dicken
Materialschicht und erklärt so den
Diffusionswiderstandsfaktor
µ = Dampfdichtigkeit Material / Dampfdichtigkeit Luft
Der Dämmstoff kann dabei auch selbst mehr oder weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Es ist wichtig, dass eindiffundierte Feuchtigkeit auch wieder ausdiffundieren kann. In Räumen mit besonders hoher Luftfeuchtigkeit bzw. Feuchtigkeit ist der Dämmstoff durch eine auf der "warmen" Seite anzuordnenden Dampfsperre (Dampfbremse) zu schützen. Die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffes kann sich u. a. durch Aufnahme von Wasser verändern. Dämmstoffe, die während des Transportes, der Lagerung und nach dem Einbau durchfeuchten, verlieren einen Teil ihrer Wärmedämmeigenschaft.
Für den Wärme- und Feuchteschutz geben die Normen DIN 4108-4 "Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Wärme- und feuchteschutztechnische Bemessungswerte" und DIN EN ISO 10456 "Baustoffe und Bauprodukte - Wärme- und feuchtetechnische Eigenschaften - Tabellierte Bemessungswerte und Verfahren zur Bestimmung der wärmeschutztechnischen Nenn- und Bemessungswerte" zwei verschiedene µ-Werte für Baustoffe (für den feuchten und einer für den trockenen Zustand) (z. B. Mineralwolle 1/1, Porenbeton-Planbausteine 5/10, OSB-Platten 30/50, EPS 150/150, Kunststoffdachbahnen DIN 167729 50.000/75.000) vor.
Der kleinere µ-Wert zeigt den feuchten Zustand und steht für einen geringeren Wasserdampfdiffusionswiderstand.
Der höhere µ-Wert zeigt den trockenen Zustand und steht für den größeren Wasserdampfdiffusionswiderstand.