Das "Leben auf dem Wasser" ist der neueste Trend.
Dabei geht es nicht nur um ein autarkes Leben auf und mit dem Wasser in einem Hausboot, Schwimmhaus, Wohnboot,oder Wohnschiff, sondern auch immer mehr Urlauber möchten ihre Ferien auf dem Wasser mit einem Hausboot verbringen. Die "richtigen" Begriffe gehen oft ziemlich durcheinander.
Ein Motorboot, das zum Wohnen ausgerüstet ist, wird gerne als Urlaubsdomizil zum Wohnen und Fahren auf Binnenseen und Kanäle genutzt.
Ein Hausboot ist im Gegensatz zum Wohnboot mit einem eigenen Motorantrieb ausgestattet. Es ist speziell für das Wohnen einer Wanderfahrt auf hoher See oder Binnenseen und Kanäle gebaut. Ein Hausboot (auch Schwimmhaus genannt) kann zum dauerhaften Wohnen ausgestattet und genutzt werden, wenn es über einen Anlagesteg mit dem Land verbunden ist und kann in Städten mit knappen Wohnraum eine Alternative zum eigenen Haus oder eigener Wohnung sein. In dem Fall spricht man aber eher von einem Wohnboot.
Laut neuer Sportbootführerscheinverordnung (SpFV - § 5 Besondere Regelungen) vom 10. Mai 2017 ist ein Sportboot ein nicht gewerbsmäßig verwendetes Fahrzeug von weniger als 20 m Länge (ohne Ruder und Bugspriet), das bei einer Motorisierung bis 15 PS führerscheinfrei gesteuert werden darf. Darüber hinaus wird ein Sportbootführerschein für Binnenwasserstraßen (SBF) benötigt, der ab einem Alter von 16 Jahren bei einer Bootsschule kostenpflichtig erworben werden kann
Ein Hausboot kann ein ehemaliges Gebrauchsschiff mit traditionellem Aussehen sein, das zum Hausboot umgebaut wurde.
Neu erbaute Wasserfahrzeuge, die als Sportboote gelten und als Hausboot zum Umherfahren bestimmt sind, haben die typische Bootsform oder sind als schwimmende Wohnwagen (WaterCamper) ausgelegt. Ein charakteristisches Beispiel für diesen Bootstyp ist die französische Pénichette (Frachtkahn). Sie ist ein Hausboot, erinnert aber stark an ein herkömmliches Binnenschiff.
Der Sinn der Hausboote ist, dass man sich längere Zeit auf ihnen aufhält. Deshalb ist eine technische Grundausstattung notwendig, um auf ihnen autark leben und sich also ein paar Tage selbst versorgen kann. Dazu zählen
• ein Trinkwassertank (Reinwassertank), für WC, Spüle und zum Waschen; zum Trinken und Kochen sollte man besser ein paar Flaschen stilles Wasser an Bord haben.
• ein Sammelbehälter für Fäkalien (Grauwassertank), der bei längeren Fahrten an einer Entsorgungsstelle im Hafen geleert werden muss.
• ein Tank für Benzin, Diesel oder Gas für einen Verbrennungsmotor (Außenborder, stationäre Maschine) und einer Heizung. Elektroanlage mit Lichtmaschine (bei Motoren) und Akkumulator für Beleuchtung, Kühlschrank, Küchengerät u. v. m.; 230-V-Hafenanschluss. Die Elektroanlage kann zusätzlich mit Solarpaneelen ausgestattet werden.
• eine Heizung (z. B. S-Heizung) Dieses flüssiggasbefeuerte Heizungssystem (Propan, Butan) ist eigentlich für den Einbau in Wohnwagen und Wohnmobile vorgesehen.
Wer Wasserwanderungen mit dem Hausboot unternimmt, kann gelegentlich das Ufer aufsuchen (ausgenommen ausgewiesene Verbotszonen, Schilfgürtel oder Schutzgebiete). Gemeinden in Wassernähe bieten dafür einfache Anlegestellen an. Sie dienen nur dem kurzzeitigen Halt und bieten keine Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten. Wer Vorräte auffrischen oder eine nächtliche Rast einlegen will, muss einen Hafen (Marina) oder einen Sportboothafen aufsuchen.