Ein Passivhaus kann (sollte) ohne ein wasserführendes Heizungssystem erwärmt werden. Da sowieso schon eine Kontrollierte Wohnungslüftung vorhanden bzw. notwendig ist, bietet es sich geradezu an, diese Anlage auch zur Beheizung zu nutzen.
Wärmepumpenkompaktgeräte, die über eine zentrale Lüftungsanlage den Heizwärme-, Kühl-, Luft- und Warmwasserbedarf decken können, bieten sich besonders für Passivhäuser, Niedrigenergiehäuser und KfW40-Effizienzhäuser an.
Das Wärmepumpenkombigerät PKOM4 mit patentiertem zweikreisigen Wärmepumpensystem vereint alle vier Funktionen (Lüften – Heizen – Kühlen – Warmwasser) auf einer Stellfläche von weniger als 0,75 m². Die kontrollierte Wohnraumlüftung versorgt die Räume ständig mit frischer und gefilterter Luft von außen und stellt den hygienischen Luftaustausch sicher. Das hocheffiziente Wärmerückgewinnungssystem wird wahlweise auch in der Ausführung mit Abluftfeuchterückgewinnung angeboten. Um in den Sommermonaten eine Überwärmung der Wohnräume vorzubeugen, kann die Wärmerückgewinnung während der kühleren Nachtstunden mittels einer Bypassklappe umgangen werden (Nachtkühlung).
Das Wärmepumpenkombigerät PKOM4 classic wird bevorzugt als kompakte Gesamtlösung für Wohnformen in Passivhausbauweise bis zu einer Wohnfläche von 130 m² eingesetzt. Die Menge an Warmwasser reicht dabei problemlos für einen 4 – 5 Personenhaushalt. Die Zuluft wird bei Bedarf über eine leistungsgeregelte Wärmepumpe zusätzlich konditioniert, d. h. erwärmt oder gekühlt.
Für die effiziente Trinkwassererwärmung wird eine weitere Wärmepumpe eingesetzt. Beide Wärmepumpen können parallel betrieben werden und sorgen so für einen unterbrechungsfreien Betrieb auf der Luft- und Wasserseite.
Das patentierte zweikreisiges Wärmepumpensystem
• ermöglicht besonders effizienten Betrieb,
• beide Wärmepumpen können parallel betrieben werden,
• steigert aufgrund der großen Oberfläche im Grundbetrieb die Effizienz der Wärmepumpe und steigert die Jahresarbeitszahl und den *COP beider Wärmepumpen,
• ermöglicht besonders effizienten Kühlbetrieb bei gleichzeitiger Warmwassererzeugung,
• die im Kühlbetrieb anfallende Abwärme wird für die Trinkwassererwärmung rückgewonnen.
Ein SHK-Fachmann sollte in der Lage sein, in eine vorhandene Lüftungsanlage (KWL) eines Passivhauses, KfW-Effizienzhauses oder Niedrigenergiehauses die notwendigen Bauteile (Mischschluft-Einrichtung (Luftklappe zwischen Ab- und Zuluft [Mischluft bzw. Umluft]), Split-WP für einen Heiz- bzw. Kühlwärmetauscher und Abluft-WP für die Trinwassererwärmung in einem Pufferspeicher) einzubauen. Aufgrund der Mischlufteinrichtung muss eventuell noch die Luftmenge erhöht werden. Außerdem sollte ein Pneumatischer Abgleich durchgeführt werden.
Eine erfolgversprechende Variante der Deckung des Restwärmebedarfs ist durch den Einsatz einer Abluftwärmepumpe gegeben, die die Restenergie der Abluft nach der passiven Wärmerückgewinnung nutzt. Wird ein "Erdreichwärmetauscher - Luft" im Winter zum Vorwärmen der Außenluft eingesetzt, so reicht beim Baustandard des Passivhauses die sensible und latente (Kondensationsenergie der Luftfeuchte) Wärme der Abluft aus, um zusammen mit der elektrischen Antriebsenergie der Wärmepumpe den größten Teil des Restwärmebedarfs zu decken.