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Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten

Autoren
OldBo
22.09.2011
Dieser Personenkreis (SHK-Unternehmer) darf nur in eigener Fachverantwortung solche festgelegten Tätigkeiten ausführen, wenn sie eine Prüfung abgelegt haben und an regelmäßige Nachschulungen teilnehmen.
Dieser Personenkreis (SHK-Unternehmer) darf nur in eigener Fachverantwortung solche festgelegten Tätigkeiten ausführen, wenn sie eine Prüfung abgelegt haben und an regelmäßige Nachschulungen teilnehmen.

Hierdurch sind sie in die Lage versetzt worden, gleichartige, sich wiederholende Arbeiten an Betriebsmitteln, die vom Unternehmer in einer Arbeitsanweisung beschrieben sind, auszuführen. In eigener Fachverantwortung dürfen nur solche festgelegten Tätigkeiten ausgeführt werden, für die die Ausbildung nachgewiesen ist.

Ausbildungskriterien für festgelegte Tätigkeiten im Sinne der Durchführungsanweisungen zur BG-Vorschrift „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (BGV A2, bisherige VBG 4)

SHK-Gesellen, die nach der den neuen Prüfungsordnungen bzw. Ausbildungsordnung ihre Prüfung abgelegt haben, sind durch ihre Ausbildung in der Lage, derartige Arbeiten auszuführen. Sie müssen aber von ihrem SHK-Unternehmer als „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten“ bestellt werden. Dieser hat sich davon zu überzeugen, ob die elektronischen und andere notwendigen Kenntnisse ausreichen, um die durchzuführenden Arbeiten zu beurteilen und die entstehenden Gefahren zu erkennen. Dieses sollte durch die Bescheinigungen der überbetrieblichen Unterweisungen

G-IH 3/03 Elektrotechnik und deren Sicherheitsmaßnahmen

IH 3/03 elektrische Komponenten und Verdrahtungstechnik

IH 5/03 Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik

gegeben sein.

Gesellen aus dem SHK-Handwerk nach den alten Prüfungsordnungen, die bestimmte elektrotechnische Arbeiten im Rahmen ihrer Tätigkeiten ausführen wollen, können bei den Handwerkskammern bzw. Fachverbänden den Fortbildungskurs "Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten" durchführen.
Zur Abschlussprüfung wird zugelassen, wer die Gesellen- oder Meisterprüfung in einem SHK-Handwerk oder einschlägigen Beruf abgelegt hat und eine mind. 3-jährige Berufserfahrung vorweisen kann, zusätzlich werden Grundkenntnisse der Elektrotechnik benötigt.

Die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten soll an elektrischen Einrichtungen und Betriebsmitteln von Heizungsanlagen, Trink- und Abwasseranlagen sowie von Raumlufttechnischen Anlagen und deren Komponenten, so z. B. an Brennern, Pumpen und deren Steuerungs- u. Regeleinrichtungen in Verbindung mit Arbeiten zum Erstanschluss und in Verbindung mit Instandsetzungsarbeiten selbstständig arbeiten können. Sie sollen befähigt sein, den vorschriftsmäßigen Anschluss an ein vorhandenes elektrisches Verteilungsnetz herzustellen.

Lerninhalte

  • Gefahren des elektrischen Stroms
  • Gefahren durch Körperströme, Einleiten von Maßnahmen bei Unfällen
  • Brandgefahren durch elektr. Anlagen, Einleiten von geeigneten Maßnahmen, Grundlagen „Erste Hilfe", Vorschriften
  • Kennen lernen und Anwendung der Vorschriften für den Betrieb und die Instandsetzung der elektrischen Einrichtungen von Heizungs- und Lüftungsanlagen
  • System-, Material- und Stoffkunde, Grundlagen der Elektrotechnik
  • System und Funktion der Schutzmaßnahmen gegen gefährliche Körperströme
  • Bauformen von den in Steuerungsanlagen vorkommenden Bauelementen
  • Kabel, Leitungen, Steckverbindungen und Überstromschutzeinrichtungen, Dokumentation
  • Lesen von elektrotechnischen Zeichnungen der Steuerungen
  • Anwendung technischer Anweisungen von Montage- und Betriebsanleitungen
  • Erkennung und Anwendung der elektrischer Betriebsmittel in den elektrischen Anlagen anhand von Typenschild Prüfungen und deren Dokumentation
  • Elektrische Steuerungselemente nach Anweisung der Hersteller überprüfen, Fehlererkennung und Bewertung, Austausch fehlerhafter Teile
  • Überprüfung in Stand gesetzter elektrischer Bauelemente, Einrichtungen nach den Vorgaben des Herstellers gem. den VDE-Bestimmungen
  • Prüfdokumente gem. VDE-Bestimmungen anhand der Prüfungsergebnisse ausfüllen und dem Kunden übergeben.
Besondere Rechtsvorschriften für die Prüfung "Zusatzqualifikation Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten"
Elektroarbeiten sind nach der berufsgenossenschaftlicher Unfallverhütungsvorschrift nur von Elektrikern oder Elektrofachkräften durchzuführen. Damit Betriebe aber nicht für eine Tätigkeit zwei Fachleute einzusetzen müssen, haben die Berufsgenossenschaften die ZusatzausbildungElektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten nach BGV A3 (Gebäudetechnik, Veranstaltungstechnik)“ eingeführt. Durch diese Ausbildung dürfen auch Mitarbeiter aus nichtelektronischen Berufen, ergänzend zu ihrer eigentlichen Kernarbeit, elektrische Arbeiten durchführen.

Aufgrund des Beschlusses des Berufsbildungsausschusses vom 28. Juni 2001 erlässt z. B. die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen als zuständige Stelle analog § 44 in Verbindung mit § 41 und § 58 Abs. 2 Berufsbildungsgesetz (BBiG) vom 14. August 1969 (BGBI. I. S. 1112), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 30. November 2000 (BGBI. I. S. 1638), folgende Rechtsvorschriften für die Prüfung "Zusatzqualifikation Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten".

§ 1 Ziel der Prüfung

(1) Zum Nachweis von Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen, die durch die "Zusatzqualifikation

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten" erworben worden sind, kann die zuständige Stelle Prüfungen nach den §§ 2 bis 8 durchführen.

(2) Durch die Prüfung ist festzustellen, ob der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin die notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen hat, die für das sichere und fachgerechte Durchführen der festgelegten Tätigkeiten, bei der  Inbetriebnahme und Instandhaltung von elektrischen Anlagen, Maschinen und Betriebsmitteln, erforderlich sind.

§ 2 Zulassungsvoraussetzungen

(1) Zur Prüfung ist zuzulassen, wer

1. eine mit Erfolg abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten industrielltechnischen Ausbildungsberuf nachweist und an der beruflichen Bildungsmaßnahme "Zusatzqualifikation Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten" Modul 1, Modul 2 und Modul 3 teilgenommen hat, oder 2. eine mit Erfolg abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten handwerklichtechnischen Ausbildungsberuf nachweist und an der beruflichen Bildungsmaßnahme "Zusatzqualifikation Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten" Modul 1, Modul 2 und Modul 3 teilgenommen hat.

(2) Abweichend von Absatz 1 kann zur Prüfung auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, dass er entsprechende elektrotechnische Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erworben hat und an der beruflichen Bildungsmaßnahme "Zusatzqualifikation Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten" Modul 2 und Modul 3 teilgenommen hat.

§ 3 Gliederung und Inhalt der Prüfung

(1) Die Prüfung gliedert sich in folgende Prüfungsfächer:

1. Grundlagen der Elektrotechnik

2. Grundlagen der Mess- und Steuerungstechnik

3. Schutzmaßnahmen und fachbezogene Vorschriften

4. Arbeitsproben der "Festgelegten Tätigkeiten"

(2) Die Prüfung wird schriftlich und praktisch durchgeführt.

§ 4 Schriftliche Prüfung

(1) In den in § 3 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 genannten Prüfungsfächern ist schriftlich zu prüfen.

(2) Die schriftliche Prüfung besteht je Prüfungsfach aus einer unter Aufsicht anzufertigenden Arbeit. Die Bearbeitungszeiten betragen im Prüfungsfach:

1. Grundlagen der Elektrotechnik 90 Minuten

2. Grundlagen der Mess- und Steuerungstechnik 90 Minuten

3. Schutzmaßnahmen und fachbezogene Vorschriften 60 Minuten

(3) Die in Absatz 2 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere unterschritten werden, soweit die schriftliche Prüfung in programmierter Form durchgeführt wird.

§ 5 Praktische Prüfung

In dem in § 3 Abs. 1 Nr. 4 genannten Prüfungsfach werden praktische Aufgaben gestellt, deren Lösung mit einem Prüfungsgespräch verbunden werden kann. Die praktische Prüfung soll in der Regel nicht länger als 2 Stunden dauern und muss grundsätzlich innerbetrieblich an den in Frage kommenden elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln durchgeführt werden.

§ 6 Prüfungsgegenstand

Die Prüfung erstreckt sich auf nachstehende Kenntnisse und Fertigkeiten:

1. Im Prüfungsfach „Grundlagen der Elektrotechnik“ soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie mathematische und naturwissenschaftliche Kenntnisse zur Lösung elektrotechnischer Aufgabenstellungen aus folgenden Bereichen anwenden kann.

In diesem Rahmen können geprüft werden:

- Grundbegriffe der Elektrizität

- Stromkreisgesetze

- Arbeit und Leistung

- Spannungserzeuger

- Chemische Wirkung des elektrischen Stromes

- Magnetismus

- Kondensator im Gleichstromkreis

- Elektrische Messtechnik

2. Im Prüfungsfach „Grundlagen der Mess- und Steuerungstechnik“ soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie Schaltungen der Elektrotechnik und Mess- und Steuerungstechnik kennt, die Funktion von Bauelementen und Grundschaltungen kennt und Störungen und Fehler eingrenzen kann.

In diesem Rahmen können geprüft werden:

- Wechselstrom

- Bauteile im Wechselstromkreis

- Dreiphasenwechselstrom

- Transformatoren

- Motoren

- Messen elektrischer Größen

- Energieversorgung und -verteilung

- Kontaktbehaftete Steuerungstechnik

3. Im Prüfungsfach „Schutzmaßnahmen und fachbezogene Vorschriften“ soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie Unfallgefahren und gesundheitsgefährdende Vorgänge erkennt und die entsprechenden Arbeitsschutz-, Sicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften und -regeln beherrscht.

In diesem Rahmen können geprüft werden:

- Arbeitsschutzverordnungen, Sicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften

- Schutzmaßnahmen gemäß VDE-Bestimmungen

- Schutzmaßnahmen gegen Unfall- und Gesundheitsgefahren, insbesondere beim Umgang mit Maschinen und Anlagen

- Schutzvorrichtungen, Schutzeinrichtungen, Schutzarten

- Überstromschutzorgane, Schutzschalter

- Verhalten bei Unfällen, Erste Hilfe

4. Im Prüfungsfach „Arbeitsproben der festgelegten Tätigkeiten“ soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie fachpraktische Aufgaben an den in Frage kommenden elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln lösen kann. Dabei soll nachgewiesen werden, dass die einschlägigen VDE-Bestimmungen und

die Vorschriften zum Arbeitsschutz beachtet werden.

§ 7 Bestehen der Prüfung

(1) Die Prüfung ist bestanden, wenn der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin in allen Fächern gem. § 3 Abs.1 Nr. 1 bis 4 wenigstens ausreichende Leistungen erbracht hat.

(2) Über das Bestehen der Prüfung ist ein Zeugnis auszustellen, aus dem die in den Fächern erzielten Punkte und Noten hervorgehen müssen. Die festgelegten Tätigkeiten,

die Gegenstand der Ausbildung und der Prüfung waren, sind in dem Zeugnis aufzuführen.

§ 8 Wiederholung der Prüfung

(1) Eine Prüfung, die nicht bestanden ist, kann zweimal wiederholt werden.

(2) In der Wiederholungsprüfung ist der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin auf

Antrag von der Prüfung in einzelnen Prüfungsfächern zu befreien, wenn seine/ihre Leistungen darin in einer vorangegangenen Prüfung ausgereicht haben und er/sie sich innerhalb von zwei Jahren, gerechnet vom Tag der Beendigung der nicht bestandenen Prüfung an, zur Wiederholungsprüfung anmeldet.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Rechtsvorschriften treten am Tage nach ihrer Veröffentlichung im Mitteilungsblatt der IHK Nord Westfalen in Kraft.

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Maximilian123 schrieb: OK dann sind sich die meisten wohl einige, dass wir das Haus nicht sanieren werden sondern wenn dann überlegen sollten abzureißen und neu zu bauen. Welche Kosten werden auf uns zukommen? Das Haus steht...
bin verzweifelt schrieb: Hallo zusammen, ich würde mich sehr über einen Rat freuen, da wir seit Oktober nur Probleme mit unserer Öl-Brennwert-Anlage (Viessmann Vitoladens 300C) haben und etliche Teile vom Fachbetrieb getauscht...
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