Süßwasserlinsen, wie sie auf vielen Inseln und in Küstenregionen vorkommen, sind für die lokale Wasserversorgung unersetzlich. Aufgrund der geringeren Dichte des Süßwassers schwimmt es auf dem umgebenden Salzwasser und bildet eine Süßwasserlinse. Da sich das frische Grundwasser kaum oder nur langsam mit dem Meerwasser vermischt und durch Niederschläge ständig erneuert wird, kann es für die Trinkwasserversorgung vieler nordfriesischer und ostfriesischer Inseln genutzt werden.
So hat sich z. B. unter den Dünen der ostfriesischen Inseln jeweils eine Süßwasserlinse ausgebildet. Es ist ein uhrglasförmig aufgewölbter Grundwasserkörper. Seitlich und in der Tiefe wird dieser Körper durch eine Brackwasserzone (2 - 3 m Breite) vom Salzwasser abgeschottet. Das Grundwasser dieser Linse resultiert allein aus Niederschlägen. Da Süßwasser leichter ist als Salzwasser schwimmt das Süßwasser wie ein Fettauge auf dem Salzwasser.
Quelle: Wasser-Wissen - Dr.-Ing. Thorben Helmers
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Aufbau des Sylter Inselkern
Die Nordseeinsel "Sylt" liegt im Salzwasser, das ist kein Geheimnis. Auch in den Erdschichten unter und neben der Insel ist Salzwasser vorhanden, dennoch spricht man immer von einer Süßwasserblase unter der Insel. Wie kommt das zustande?
Versickerndes Regenwasser hat eine andere Dichte als Salzwasser – somit kommt es ähnlich wie bei Wasser und Öl – nicht zur Vermischung, sondern zur Ablagerung bzw. Auflastung. Das bedeutet, dass das Süßwassser unter Sylt, wie in einer Linse "lagert" und sich nicht direkt mit dem Salzwasser vermischt. Da liegt nun keine Blase aus Süßwasser, sondern ein nasses Sand-Erde-Süßwasser-Gemisch. Der Inselkern besteht somit aus "Sand mit Süßwasser" und "Sand mit Salzwasser". Durch regelmäßigen Niederschlag und unser Fördern des Süßwassers als Trinkwasser, hat sich ein Gleichgewicht über die Jahre gebildet. Fördern wir mehr, als an Niederschlag nachfließt, käme es zu Salzwasser in den Brunnen. Da wir nur einen Bruchteil des Vorrates entnehmen, entleert sich die Blase regelmäßig zu den Seiten ins Meer. Der nasse Sand an den Dünenkanten kann somit nicht immer nur salzig sein, sondern auch süß.
Die Süßwasserblase ist satte 100 m an ihrer breitesten Stelle tief – unsere Brunnen sind maximal 50m tief und werden beim Bau streng durch Geologen bewacht. Was uns Sorge bereitet sind Erdbohrungen, die die sensible, äußere Schicht der Süßwasserblase passieren. Natürlich, über jahrtausende gewachsene, Barrieren, werden verletzt. So können wir eine Verunreinigung unseres Trinkwassers nicht ausschließen.
Um das einzugrenzen, gibt es auf Sylt zwei Trinkwasserschutzgebiete:
1. Wasserschutzgebiet List
2 .Wasserschutzgebiet Inselkern Sylt
In beiden Gebieten muß jeder Erdaufschluss tiefer als 10m vom Kreis Nordfriesland genehmigt werden. In den Gebieten selbst sind keine Erdwärmepumpen mit Tiefenbohrung zulässig. Durch Erdwärmesonden, die mittels Bohrung für den privaten Bereich üblicherweise bis in Tiefen von 100 Meter unter Geländeoberkante hergestellt werden, können Verunreinigungen des Trinkwassers nicht ausgeschlossen werden.
Auch Brunnen zur Gartenbewässerung sind genehigungspflichtig.
Für den Schutz des Lebensmittels "Wasser" besteht die höchste Priorität.
Quelle: Ver- und Entsorgung Nordörfer GmbH