Außenfassaden und
Kelleraußenwände werden zunehmend mit einem
Wärmedämmverbundsystem (
WDVS -
Vollwärmeschutz [VWS], Thermohaut) versehen bzw. saniert. Das System basiert auf aufeinander abgestimmte Materialien, die miteinander verbunden und zusätzlich auf das Mauerwerk aufgebracht werden.
Neubauten sind nach der neue Energieeinsparverordnung (EnEV) Niedrigenergiehäuser. Um die geforderten Werte erreichen zu können, bietet sich der Einsatz eines WDVS's an. Altbauten, die einen neuen Fassadenanstrich und/oder einen neuen Außenputz benötigen, können gleich mit dem WDVS versehen werden, da sowieso ein Gerüst erstellt werden muss.
Bauphysikalische Gesetzmäßigkeiten (Temperaturverlauf, Wasserdampfdiffusion, Wärmespeicherung) sind die Grundlage für den Aufbau des WDVS's. Auch die konstruktiven und statischen Gegebenheiten (Bauwerksbewegungen und Windsog), die gesetzlichen Vorschriften und die Wirtschaftlichkeit müssen beachtet werden.
Das WDVS kann auf folgende Untergründe aufgebracht werden:
- Kalksandstein
- Gasbeton
- Beton aller Festigkeitsklassen
- Schwerbetonstein
- Ziegelstein
- Mischmauerwerk
- Neu- und Altputze mit fester Oberfläche, stabilem Gefüge
und guter Haftung zum Untergrund
Ein WDVS besteht aus drei Schichten:
- Wärmedämmschicht aus geeigneten Dämmstoffen
- Armierungsschicht (Armierungsmasse und -gewebe)
- Gestaltung der Außenoberfläche (Wetterschutz)
Die häufigsten WDVS's sind
- Mineralfaserdämmstoff und mineralisches Putzsystem
- Polystyrolpartikel-Schaum (EPS), Polystyrolextruder- Schaum (XPS),
Polyurethan-Hartschaum (PUR) und Polystyrol-Hartschaum (PS) mit
mineralisches Putzsystem, Kunstharz- oder Siliconputzen
- Vakuumdämmplatten (VIP)
- Korkdämmstoffplatten und mineralisches Putzsystem
- Schilfrohrdämmplatten und mineralisches Putzsystem
Um eine Brandausbreitung oberhalb der Brandausbruchstelle an Gebäuden mit einem WDVS zu verhindern und im Brandfall der zweite Rettungsweg der Einsatzkräfte zu sichern, wird die Sturzausbildung an Fenstern und Türen in der Fassade durch Brandschutzriegel oder Banderolen in dem WDVS eingesetzt. Diese "Bauteile" bestehen aus nichtbrennbaren Dämmstoffen (Mineralfaser, Silikatschaum).
Bei Gebäuden mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) werden Brandschotts eingebaut.