Eine
fachgerechte Montage ist die Grundlage für eine
dichte RLT-Anlage (raumlufttechnische Anlage), bei der die für die jeweiligen Räume ausgelegten
Luftmengen auch wirklich
ankommen. Die
Luftdichtigkeit der
Luftleitungssysteme bzw.
Kanalsysteme und die
Verbindungen an
Bauteilen ist nicht nur aufgrund der
Leckluftverluste sondern auch hinsichtlich der
Energieeinsparung von Bedeutung.
Leckagen haben aber auch noch viele andere Auswirkungen (
Geräusche, größere Anlagen-Dimensionierungen, unkontrollierter Luftein- und Austritt,
Luftmengenabweichungen, Eindringen von Schmutzteilchen). In allen Fällen kommt es immer zu
Mehrkosten, die notwendig werden, um eine fehlerhafte Montage auszugleichen.
Bei der
Montage ist besonders auf
luftdichte Luftleitungen bzw.
Kanäle zu achten, da diese später nicht mehr zugänglich sind. Die
Verbindungen an den
Bauteilen können auch später noch nachgebessert werden. Also sollten schon bei der
Planung und
Auswahl der
Leitungssysteme und
Verbindungstechniken darauf geachtet werden, dass eine
dichte Montage ohne größere Aufwendungen möglich ist.
Bei der
Planung einer
RLT-Anlage wird u. a. festgelegt, welches
Leitungssystem die Anlage bekommen soll.
Eckige Luftleitungen (längsgefalzte Kanäle) haben höhere Leckluftraten gegenüber
runde Luftleitungen. Dadurch
reduzieren sich bei runden
Luftleitungen die
Luftmengen und daraus resultieren
kleinere Durchmesser. Außerdem haben runde
Luftleitungen
geringere Reibungsverluste. Die runden
Luftleitungen werden
schraubenlos verbunden. Hier haben sich
Lippendichtsysteme bewährt, da sie gegenüber
getapten Verbindungen (Klebe- oder Kaltschweißbänder)
geringere Leckverluste haben.
Ein
längsgefalzter Kanal verliert über den (maschinell gut ausgeführten)
Längsfalz ca. 500 l/h bei 250 Pa pro Meter Falzlänge, wenn dieser keine zusätzliche Abdichtung hat. Ein schlecht ausgeführter, von Hand geschlossener Falz ohne Abdichtung erreicht ein Vielfaches dieses Wertes. Für eckige
Luftleitungen sollten nur geeignete, geprüfte oder vom Hersteller empfohlene
Dichtmaterialien eingesetzt werden, wobei auf eine
planparallele Ausrichtung der
Flanschebenen vor der Verschraubung zu achten ist. Bei größeren Kanälen müssen die
Flanschverbindungen besonder versteift werden.
Eckige gefalzte Lüftungskanäle werden mit verschiedenen Flanschverbindungen zusammengebaut. Aber auch für runde Wickelfalzrohre gibt es passende Flanschsysteme. Winkeflansch- oder Stehfalzverbindungen (Schiebefalz) werden zunehmend von Luftkanalprofil-Systemen abgelöst.
Die Luftkanalprofile gibt es in drei verschiedenen Profilbreiten (20 mm, 30 mm, 40 mm). Für die Verbindung der Flansche untereinander ist grundsätzlich eine 4-Schrauben-Eckverbindung notwendig. Bei größeren Luftkanalquerschnitten werden zusätzlich Kanalklemmen verwendet, um ein Auseinanderdrücken des Flansches in der Mitte zu vermeiden.
Die Abdichtung zwischen diesen Flanschen erfolgt durch ein selbstklebendes Dichtband. Diese Dichtbänder gibt es in unterschiedlichen Breiten und Stärken für die verschiedenen Profilbreiten und der jeweiligen Anwendungsfälle. Eine eingelegte Dichtung im Einsteckbereich erhöht die Dichtheit der Verbindung.
Die Rohrflanschen mit Spreizrand krallen sich im Rohr (mit Wickelfalz und Längsfalz) fest und dichtet es gleichzeitig sicher ab. Das spezielles Hohlprofil macht den Rohrflansch stabil und steift die Rohre aus. Durch eine korrekte Fertigung und Montage erreicht man Dichtheitsklasse C nach EUROVENT.
Eine Spannschelle, die über die Flanschen gelegt werden, sorgt für die notwendige Festigkeit. Bei Spannschellen ohne Dichtung muss zum Abdichten ein Dichtband mittig auf eine der Flanschflächen geklebt werden.
Safe-System
Das
Safe-Dichtungssystem basiert auf einem
U-Profil aus
Vollgummi. Die Dichtungslippe sitzt in einer Nut am Ende des Bauteils und ist mit einem
Stahlband befestigt.
In der Standardausführung sind Safe-Formteile immer mit einer
EPDM (Ethylen-Propylen Gummi)
Doppellippendichtung versehen. Das Material wurde aufgrund seiner langen Lebensdauer und der optimalen Beständigkeit gegen Ozon und UV-Strahlung gewählt. Außerdem ist es äußerst temperaturbeständig. Unter normalen Bedingungen widersteht die Dichtung:
-30 °C bis +100 °C kontinuierlich
-50 °C bis +120 °C kurzfristig
Beim Verbinden der Formteile mit den
Luftleitungen werden die
Doppellippendichtungen nach hinten gedrückt. Hierdurch kann die Dichtung besser
Unterdruck als
Überdruck standhalten, da die
Dichtlippen durch den
Unterdruck stärker an die
Luftleitungswände gepresst werden. Um die Dichtheitsklasse D zu erfüllen, dürfen folgende Druckdifferenzen nicht überschritten werden.
- Überdruck in der
Luftleitung 2000 Pa
-
Unterdruck in der
Luftleitung 750 Pa
Das
Safe-System wird mithilfe von
Schrauben oder
Blindnieten und das
Safe-Click-System mithilfe von
Click-Nasen (Nocken) montiert
Schrumpfmuffen, Schrumpfbänder, Kaltschrumpfbänder und Kaltschweißbänder werden zur Abdichtung und Verkleidung (Korrosionsschutz) in der Klima- und Belüftungstechnik, für Heizungs-, Klimaanlagen- und Ventialatorenbau und zur Isolation von Leitungen in Gebäuden für Oberflächen aus Stahl, verzinktem Blech, Kupfer, Polyäthylen, PVC und PPS eingesetzt.
Die unvernetzte Schrumpfmuffe besteht aus einem wärmeschrumpfenden PE-Muffenrohr und folgenden Zubehörteilen:
- Schrumpfmanschetten
- dauerelastischen Dichtband Butyl Kautschuk
- Entlüftungsstopfen
- PE-Einschweißstopfen
Die Schrumpfmuffen werden beim Verlegen der Rohrleitung, vor dem Herstellen der Mediumrohrschweißnähte oder Luftleitungsverbindungen, auf das Mantelrohr aufgeschoben. Anschließend erfolgt die Nachisolierung der Verbindungsstellen durch geschultes und nach AGFW-Arbeitsblatt FW 603 geprüftes Montagepersonal. Es entsteht eine wasserdichte, kraftschlüssige Verbindung zwischen Mantelrohr und Muffe. Durch den Einsatz von Dichtband und Schrumpfmanschetten wird eine Doppeldichtung der Muffenverbindung erreicht.
Montagemuffe
Montagemuffen aus unvernetztem PE kommen zum Einsatz, wenn das Aufschieben der Verbindungsmuffen aus Platzgründen nicht möglich ist. Sie wird in Achsrichtung aufgetrennt und kann dann über die Rohrverbindungsstellen in Position gebracht werden. Um die Dichtheit der Muffe zu gewährleisten, wird diese Trennstelle verschweißt.
Schrumpfendmuffe
Die Schrumpfendmuffe wird zur Isolierung von Rohrleitungsabschlüssen im Erdreich, Gebäuden oder Schächten eingesetzt. Diese ist aufgebaut wie eine unvernetzte PE-Schrumpfmuffe, jedoch einseitig verschlossen mit einem PE-Enddeckel.
Das Kaltschrumpfband / Schrumpfband (Butylkautschuk) eignet sich hervorragend zum Abdichten von Luftleitsystemen. Dazu zählen Wickelfalzrohre, Aluflexschläuche und Formteile.
Eigenschaften von Kaltschrumpfband / Schrumpfband:
- einfache und problemlose Verarbeitung
- reißfest und zuverlässigbeständig gegen äußere Einwirkungen
- hohe Haftung auf vielfältigen Untergründen
geringe Wasserdurchlässigkeit
Kaltschrumpfbänder dienen auch als Alternative zum Kaltschweißband oder Warmschrumpfband. Insbesondere wenn Anforderungen hinsichtlich der UV-Beständigkeit gestellt werden, sollte nur ein Kaltschrumpfband / Schrumpfband mit Aluminiumfolie eingesetzt werden.
Eine
Rohrmuffenverbindung mit
Polyäthylendichtung ist besonders für
Rohre (mit Wickelfalz und Längsfalz) mit kleinen Durchmessern (71 - 315 mm) geeignet.
Sie kann
unterschiedliche Rohrdurchmesser von bis zu 4 mm überbrücken. Bei einer sorgfältiger Montage werden die Anforderungen der
Dichtheitsklasse C nach EUROVENT erreicht.
Die
Rohrenden sind so in die Muffe zu schieben, dass ein Abstand von mindestens 8 mm, höchstens 25 mm zwischen den
Rohrenden bleibt. Beide
Rohrenden sollten etwa gleich tief in der Rohrmuffe stecken.