Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.
Autoren
OldBo
11.09.2018
Eine fachgerechte Gewindeverbindung wird durch Gewinde nach EN 10226-1:2004-10 mit der Paarung R/Rp erreicht, wobei mit R das konische Außengewinde (Kegel 1:16) und mit Rp das parallele Innengewinde bezeichnet werden. Dieses Gewinde ist auch in ISO 7/1 genormt.
Whitworth-Rohrgewinde
 Whitworth-Rohrgewinde
Quelle: SANHA Kaimer GmbH & Co. KG
Dichtungshanf
 Dichtungshanf
Quelle: Bosy
Einhanfen (die Gewindespitzen müssen noch zu sehen sein)
 Einhanfen (die Gewindespitzen müssen noch zu sehen sein)
Quelle: Bosy
R/Rp-Gewinde
 R/Rp-Gewinde
Quelle: SANHA Kaimer GmbH & Co. KG
Eine fachgerechte Gewindeverbindung wird durch Gewinde nach EN 10226-1:2004-10 mit der Paarung R/Rp erreicht, wobei mit R das konische Außengewinde (Kegel 1:16) und mit Rp das parallele Innengewinde bezeichnet werden. Dieses Gewinde ist auch in ISO 7/1 genormt.

Die Dichtwirkung wird theoretisch dadurch erzielt, dass sich die Gewindeflanken des konischen Außen- und des parallelen Innengewindes in einem durch die Fertigungstoleranzen bestimmten Bereich berühren und somit eine metallische Dichtung stattfindet. Zum Ausgleich von Oberflächenrauigkeiten sowie zum Ausgleich von Fertigungstoleranzen (Flankenwinkel, Steigung) wird ein zusätzliches Dichtmittel verwendet. Dies ist in der klassischen Form Hanf als Dichtmittelträger, der mit einem für die Trinkwasser- und Gasinstallation zugelassenen Dichtmittel (wie z. B. neo-fermit) eingestrichen und geschmeidig gemacht wird. Das Dichtmittel verhindert auch das "Austrocknen" der Hohlräume und somit das Eindringen von Wasser oder Feuchtigkeit. Dadurch können die Teile nicht zusammenrosten (Spaltkorrosion).

In Anlagen (Heißwasser-, Hochdruckdampf- und Solaranlagen) bis 160 °C und 16 bar wird z. B. Hochdruck-Fermit eingesetzt. Ein neuer patentierter Fermit-Gewindedichtfaden aus 100 % Polytetrafluoroethelyne (P.T.F.E.) zur Abdichtung von Metall- und Kunststoffgewinden ist chemisch Resistenz gegen die aggressivsten Chemikalien, Lösungsmittel und Säuren und bei Temperaturen von -200 °C bis +240 °C einsetzbar.

Ein Außengewinde darf nur auf nahtloses und geschweißtes mittelschweres und schweres Gewinderohre (DIN EN 10255 alt: DIN 2440 / 2441) geschnitten werden. Hier sind die Wanddicken ausreichend.

Herstellen einer Rohrgewindeverbindung
Wird zum Schneiden des Rohrgewindes eine verstellbare Schneidkluppe benutzt, so ist die Gewindegröße auf Sollmaß einzustellen. Danach ist das Rohrgewinde einzuhanfen. Hierbei ist der Hanf so sparsam aufzutragen, dass die Gewindespitzen noch sichtbar sind. Anschließend ist ein Dichtmittel auf den Hanf aufzutragen, wodurch der Hanf geschmeidig wird. Dann ist der Fitting von Hand so weit wie möglich (ca. 2/3 der Gesamtgewindelänge) auf das Rohrende aufzuschrauben. Hierbei sollen sich die Gewindeflanken von Außen- und Innengewinde berühren. Anschließend ist der Fitting mit einem geeigneten Werkzeug bis zum Anschlag auf das Rohrgewinde zu schrauben. Am Ende sind immer noch 2 Gewindegänge sichtbar.

Dichtungshanf, auch Werg genannt, ist auch heutzuutage immer noch "das" Abdichtungsmittel für Rohrgewinde bei der Wasser- und Gasinstallation in Verbindung mit einer zur Anlage passender  pastösen Dichtungspaste (z. B. Fermit) eingesetzt.

Der Hanf quillt bei dem Kontakt mit Wasser bzw. Feuchtigkeit auf. Dadurch sind leichte Bewegungen in der Dichtungsfuge möglich und ungenaue Passungen der konischen Fittings und Rohrgewinde aus Stahl werden ausgeglichen. Ein Fitting bzw. eine Verschraubung kann nachkorrigiert (1/4-Umdrehung) werden, ohne dass die Verbindung undicht wird. Hanf kann in Trinkwasser- (bis 16 bar), Heizungs- (bis 7 bar) und Gasanlagen (bis 5 bar) mit einem geeigneten Dichtungsmittel (z. B. Neo Fermit Universal) bis 130 °C und z. B. mit Hochdruck-Fermit auch in Heißwasser-, Hochdruckdampf- und Solaranlagen bis 160 °C und 16 bar eingesetzt werden.

Der Streit, wann das Dichtungsmittel zugeführt werden muss - vor oder nach dem Einhanfen - wird wohl nie beendet.

Ein Gewaltbruch des Fittings, verursacht durch unsachgemäße Montage – also zu tiefes Einschrauben des konischen Außengewindes – ist als ein Montagefehler anzusehen und fällt somit nicht in den Bereich der Gewährleistung.

Auch heutzutage werden immer noch Gewindefittings verwendet. Die Gewinde für Rohre, Armaturen, Fittings und sonstige Rohrleitungsteile sind international und national genormt. Die Größenangaben der Fittings (z. B. R 1/2 alt; 1/2" [Zoll]) verhält sich parallel mit den Nennweitenangaben der Rohre (z. B. DN 15). Im Gegensatz zu den "neumodischen" Fittings in der Kunststoff- und Verbundrohrinstallation haben die Gewindefittings keine Querschnittsverengungen und dadurch geringe Widerstände.

Bei den Gewindearten unterscheidet man zwischen

  • Anschlussgewinden: Diese Rohrgewinde dichten im Gewinde gemäss ISO 7-1 bzw. prEN 10226-1 (die in der jeweils gültigen nationalen Ausgabe, DIN 2999, BS 21)
  • Befestigungsgewinde: Diese Gewinde dichten nicht im Gewinde gemäss ISO 228-1
Daraus ergibt sich der Unterschied, dass das Rohrgewinde nach ISO 7-1 im Gewinde gedichtet wird, und zwar überwiegend durch metallische Pressung (kegelig/zylindrisch) der im dichtenden Bereich gänzlich formschlüssigen Gewindeflächen, wobei durch Dichtmittel (Hanf/Fermit, Teflonband) die Dichtwirkung verbessert und die Hohlräume luft- und wasserdicht werden.
Das Rohrgewinde nach DIN ISO 228-1 ist ein rein mechanisches Befestigungsgewinde. Die Abdichtung, der damit zu verbindenden Teile, erfolgt über Weichdichtungen (Flach-, Quetschdichtungen) oder über metallische Passflächen.

Da lösbare Verbindungen (Verschraubungen, Langegewinde) durch Verwindungen und thermischen Beanspruchungen undicht werden können, dürfen sie nicht verdeckt bzw. "unter Putz" verlegt werden. Sie müssen mit dem jeweilig notwendigen Werkzeug zugänglich sein. Ein wenig Fermit auf die Gewindegänge der Überwurfmutter und auf den Konus führen dazu, dass man diese Verbindung auch Jahre später problemlos wieder lösen kann. Alte Verschraubungen bzw. Gewinde lassen sich durch das Erwärmen mit Heißluft, oder besser mit einer Flamme, auch ohne Gewaltanwendung wieder lösen.
Langgewinde
Langgewinde
 Langgewinde
Quelle: Bosy

Das zylindrische, lange Gewinde des Langnippels wird nicht eingehanft. Die Muffe wird zur Rohrverbindung auf das normal eingehanfte Rohr geschraubt. Dann wird eine Hanfsträhne zur Schnur gerollt, mit Dichtmittel bestrichen, vor und in die Ausfräsung der Muffe rund um den Rohrnippel gelegt und die Gegenmutter fest angezogen. Diese Verbindungsart gilt nicht als unlösbare Rohrverbindung.

Diese Verbindungsart wird wie auch die Doppelnippel nur noch in alten Anlagen eingesetzt.

Weitere Funktionen
Aktuelle Forenbeiträge
cacer schrieb: 0,7bar verlust in 2 tagen müsste doch eigentlich ne pfütze hinterlassen. bei meiner druckprobe von 870m pe32x3 rohr habe ich um 2bar druck abzulassen 600ml(599g) gemessen. hast du noch ein mag mit...
gutheiz schrieb: Hallo. Lese mal in deiner Installationsanleitung unter MENÜ /HEIZEN/HEIZGRUNDEINSTELLUNGEN den Text zu : Hysterese Sommerbetrieb. Dann schau dir deine eingestellten Werte an. Wenn die Anlage im Sommerbetrieb...
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
Lüftungs- und Klimatechnik vom Produkt zum System
ENERGIE- UND SANITÄRSYSTEME
SHKwissen nutzen
Wissensbereiche
Website-Statistik