Cookies erleichtern die Bereitstellung der Dienste auf dieser Website. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden.
Autoren
Radtke
13.08.2009
Schallschutz im Hochbau ist in DIN 4109, Ausgabe November 1989, geregelt. DIN 4109 T.10 (Ausgabe 2000-06) enthält Vorschläge für erhöhten Schallschutz in Wohnungen.
Anwendung und Zweck

Der Schallschutz in Gebäuden hat große Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen. Besonders wichtig ist der Schallschutz im Wohnbau, da die Wohnung den Menschen sowohl zur Entspannung als auch zum Ausruhen dient; außerdem soll sie den eigenen häuslichen Bereich gegenüber den Nachbarn abschirmen. Um eine zweckentsprechende Nutzung der Räume zu ermöglichen, ist auch in Schulen, Krankenanstalten, Beherbergungsstätten sowie Bürobauten der Schallschutz von Bedeutung. In dieser Norm sind die Anforderungen an den Schallschutz mit dem Ziel festgelegt, Menschen in Aufenthaltsräumen vor unzumutbaren Belästigungen durch Schallübertragungen zu schützen. Außerdem ist das Verfahren zum Nachweis des geforderten Schallschutzes geregelt.

Um dieses Ziel zu erreichen, sind Mindestanforderungen, Richtwerte (in der Regel für den eigenen Wohn und Arbeitsbereich) und Vorschläge für einen erhöhten Schallschutz festgelegt worden. Die Mindestanforderungen und Richtwerte sind so bemessen, dass Menschen in Aufenthaltsräumen bei vertretbarem Aufwand vor erheblichen Belästigungen durch Schallübertragungen geschützt werden. Dies setzt voraus, dass in benachbarten Räumen keine ungewöhnlich starken Geräusche verursacht werden; der Wohnlärm sollte 80 dB (A) nicht überschreiten.

Neben den Mindestanforderungen sind Vorschläge für einen erhöhten Schallschutz angegeben. Bei der Luftschallübertragung zwischen Räumen sind nicht nur die trennenden Bauteile, sondern in der Regel auch die flankierenden Bauteile an der Übertragung beteiligt.

Bei übereinanderliegenden Wohnräumen wird z. B. Schall über die Wände in die darunterliegende Decke und von dort in den darunterliegenden Raum geleitet. Durch diese Flankenübertragung wird auch die Höhe der möglichen Schalldämmung begrenzt.

Auch Schächte und Kanäle können an der Schallübertragung zwischen Räumen beteiligt sein. Sie werden jedoch nicht bei den nachfolgenden Betrachtungen berücksichtigt.

Aufgrund der festgelegten Anforderungen kann nicht erwartet werden, dass Geräusche von außen oder aus benachbarten Räumen nicht mehr wahrgenommen werden. Daraus ergibt sich insbesondere die Notwendigkeit gegenseitiger Rücksichtnahme durch Vermeidung unnötigen Lärms. Die Anforderungen setzen voraus, dass in benachbarten Räumen keine ungewöhnlich starken Geräusche verursacht werden.

Damit nicht für jeden Anwendungsfall eine aufwändige Berechnung durchgeführt werden muss, sind in der DIN 4109 bereits umfangreiche Tabellen zusammengestellt.

Diese Norm gilt zum Schutz von Aufenthaltsräumen:

• gegen Geräusche aus fremden Räumen, z. B. Sprache, Musik oder Gehen, Stühlerücken und den Betrieb von Haushaltsgeräten,

• gegen Geräusche aus haustechnischen Anlagen und aus Betrieben im selben Gebäude oder in baulich damit verbundenen Gebäuden,

• gegen Außenlärm, wie Verkehrslärm (Straßen-, Schienen-, Wasser- und Luftverkehr) und Lärm aus Gewerbe- und Industriegebieten, die baulich mit den Aufenthaltsräumen im Regelfall nicht verbunden sind.

Diese Norm gilt nicht zum Schutz von Aufenthaltsräumen:

• gegen Geräusche aus haustechnischen Anlagen im eigenen Wohnbereich,

• in denen infolge ihrer Nutzung ständig oder nahezu ständig stärkere Geräusche vorhanden sind, die einem Schalldruckpegel LAF von 40 dB (A) entsprechen,

• gegen Fluglärm, soweit er im Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm geregelt ist. 

Für den Bereich der Fußbodenheizung kommt die DIN 4109 nur in Bezug auf den Trittschallschutz zur Anwendung. Deshalb beschränken sich alle weiteren Ausführungen in diesem Buch ausschließlich auf die Verbesserung des Trittschallschutzes und die damit in Verbindung stehenden Maßnahmen.



Begriffe
Abb. 1. Luftschall
 Abb. 1. Luftschall
Abb. 2. Körper- / Trittschall
 Abb. 2. Körper- / Trittschall
Abb. 3. Normkurve für den Norm-Trittschallpegel
 Abb. 3. Normkurve für den Norm-Trittschallpegel

Schall:              sind mechanische Schwingungen und Wellen eines elastischen Mediums,insbesondere im Frequenz bereich des menschlichen Hörens von etwa 16-16.000 Hz. Die Norm unterscheidet zwischen Luftschall, Körperschall und Trittschall.

Geräusch:         ist der Schall, der aus vielen Teiltönen zusammengesetzt ist, deren Frequenzen in einfachen Zahlenverhältnissen zueinander stehen, ferner Schallimpulse und Schallimpulsfolgen, deren Grundfrequenz unter 1 Hz liegt.

Körperschall:     ist der sich in Luft ausbreitende Schall (Musik, Sprache). Er kann sich auch auf Bauteile übertragen und dort in Form von Körperschall ausbreiten.

Luftschall:         ist der sich in festen Stoffen ausbreitende Schall.

Trittschall:         ist der Schall, der beim Begehen einer Decke oder bei ähnlicher Anregung einer Decke als Körperschall entsteht und teilweise als Luftschall abgestrahlt wird.

Schalldruck:      ist der Wechseldruck, der durch die Schallwelle in Gasen oder Flüssigkeiten erzeugt wird und der sich mit dem statischen Druck (z. B. dem atmosphärischen Druck der Luft) überlagert. Schallpegeldifferenz ist die Schalldruckdifferenz zwischen der Schallquelle und der Empfangsstelle. Sie wird in der Einheit dB angegeben.

Schallschutz:    ist eine Maßnahme, welche die Schallübertragung von einer Schallquelle zum Hörer vermindert. Sind Schallquelle und Hörer in verschiedenen Räumen, so geschieht dies hauptsächlich durch Schalldämmung. Sind sie in dem selben Raum, so geschieht dies durch Schallschluckung. Der Trittschallpegel einer Geschossdecke wird nach DIN 52210 ermittelt. Dabei wird mit einem genormten Hammerwerk im oberen Raum auf die Decke geklopft. Da störende Geräusche in der Regel eine Mischung aus Tönen unterschiedlicher Höhe und Lautstärke sind, müssen im unteren Raum mehrere Messungen im Hörbereich von 100 bis 3200 Hertz gemacht werden.

Diese Messungen ergeben grafisch aufgetragen den Trittschallpegel der Decke in dB. Der Norm-Trittschallpegel kennzeichnet ein noch zumutbares, von den Baukosten her vertretbares Geräusch im unteren Raum beim Versuch nach DIN 52210.

Begriffe beim Trittschallschutz

Für die Trittschalldämmung sind drei weitere Begriffe zu erklären, die für spätere Berechnungen von Wichtigkeit sind.

Bewerteter Norm-Trittschallpegel L’n,w

Die Norm legt je nach Anforderung bestimmte Werte für einen bewerteten Normtrittschallpegel L’n,w fest. Dabei handelt es sich um einen Zahlenwert zur Kennzeichnung des Trittschallverhaltens von gebrauchsfertigen Bauteilen. Der bewertete Norm- Pegel beruht auf der Bestimmung des frequenzabhängigen Norm-Trittschallpegels mittels Terzfilteranalyse.

Der vorgenannte Wert ist also das Maß aller Dinge. Er bestimmt sich aus der Bauart und Qualität der Massivdecke, der aufzulegenden Trittschalldämmung, dem Estrich und dem Bodenbelag.

Äquivalenter Normtrittschallpegel Ln,w,eq

Für Massivdecken ohne Trittschalldämmung und Estrich existiert der sogenannte äquivalente Normtrittschallpegel Ln,w,eq. Es handelt sich dabei um eine Zahlenangabe zur Kennzeichnung des Trittschallverhaltens einer Massivdecke ohne Dämmung, Estrich und Bodenbelag für die spätere Verwendung als gebrauchsfertige Decke mit Trittschalldämmung, Estrich und Bodenbelag. Der äquivalente bewertete Normtrittschallpegel beruht auf der Bestimmung des Normtrittschallpegels der Massivdecke mittels Terzfilteranalyse und unter Berücksichtigung des grundsätzlichen  Verlaufs der Trittschallminderung durch eine Deckenauflage (Dämmung und Estrich). Zahlenmäßig sind Werte für den äquivalenten, bewerteten Normtrittschallpegel Ln,w,eq in DIN 52210 festgelegt.

Trittschallverbesserungsmaß ∅ Lw

Als dritte Größe wird noch das Trittschallverbesserungsmaß ∅ Lw der Deckenauflage (Trittschalldämmung + Estrich + Bodenbelag) benötigt.

Das Trittschallverbesserungsmaß einer Deckenauflage nach dieser Norm ist die Einzahlangabe zur Kennzeichnung der Trittschallverbesserung einer Massivdecke durch die Einbringung von Trittschalldämmung, Estrich und Bodenbelag. Das Trittschallverbesserungsmaß ∅ Lw beruht auf der Bestimmung von Normtrittschallpegeln mittels Terzfilteranalyse.

Zahlenmäßig ist ∅ Lw die Differenz der bewerteten Normtrittschallpegel einer in ihrem Frequenzverlauf festgelegten Bezugsdecke nach DIN 52210, ohne und mit Deckenauflage. Es kennzeichnet die frequenzabhängige Trittschallminderung ∅ L der geprüften Deckenauflage durch eine Zahl in dB. Aus den vorgenannten Begriffen lässt sich der bewertete Normtrittschallpegel L’n,w wie er in der Norm gefordert wird, in Verbindung mit dem äquivalenten bewerteten Normtrittschallpegel Ln,w,eq, der Massivdecke und dem Trittschallverbesserungsmaß ∅Lw, der Deckenauflage (Trittschalldämmung + Estrich + Bodenbelag) in folgender Weise berechnen:

Ln,w = Ln,w,eq – ∅Lw

In den früheren Normen wurden andere Begriffe verwendet. Es handelt sich dabei um:

TSM = Trittschallschutzmaß

TSMeq = äquivalentes Trittschallschutzmaß der Massivdecke

VM = Trittschallverbesserungsmaß der Deckenauflage (Dämmung + Estrich + Bodenbelag)

Der Zusammenhang der letztgenannten Beziehungen war

TSM = TSMeq + VM

Zur Vereinfachung werden in DIN 4109 sowohl für den äquivalenten Normtrittschallpegel als auch für das Trittschallverbesserungsmaß sogenannte Rechenwerte festgelegt. Um sichtbar zu machen, dass es sich um Rechenwerte handelt, verwendet man zu den vorgenannten Begriffen zusätzlich den Buchstaben R.

Somit heißt dann

Rechenwert: äquivalenter Normtrittschallpegel

Ln,w,eq,R

und

Rechenwert: Trittschallverbesserungsmaß

∅Lw,R

Rechenwerte sind im Beiblatt 1 zu DIN 4109, Tabelle 16 und 17 ausgewiesen. Um die geforderten Werte für den bewerteten Normtrittschallpegel L’n,w gemäß DIN 4109, Tabelle 3, zu erreichen, muss der sich aus  den Rechenwerten ergebende Normtrittschallpegel ∅ L’n,w,R nochmals um 2 dB angehoben werden.

Zusatzmaßnahmen zur Trittschallverbesserung
Abb. 10. Verbesserung des Trittschallverhaltens durch Profilierung der Auflagenfläche.<br />(Foto: Verfasser)
 Abb. 10. Verbesserung des Trittschallverhaltens durch Profilierung der Auflagenfläche.
(Foto: Verfasser)
Abb. 11. Polyethylen-Schaumunterlagen zur Verbesserung der Trittschalldämmung. (Foto: Verfasser).
 Abb. 11. Polyethylen-Schaumunterlagen zur Verbesserung der Trittschalldämmung. (Foto: Verfasser).

Jeder Dämmstoff besitzt eine mehr oder weniger gute Trittschalldämmung. Verbesserungen sind nur durch eine spezielle geometrische Gestaltung der Auflagefläche zu erzielen. 
Dabei ist zu beachten, dass die Tragfähigkeit der verminderten Auflagefläche noch groß genug sein muss. Wird die Druckspannung unzulässig hoch, so können sich die Auflagestützen zusammendrücken und der gesamte Boden nachgeben. Die  Trittschallverbesserung ist dann natürlich nicht immer vorhanden.

Das Trittschallverbesserungsmaß ist im vorliegenden Fall stets durch Prüfung nachzuweisen.

Durch Unterlegen eines geeigneten Polyethylen-Weichschaumes entsprechender Qualität unter oder über andere Dämmstoffe lässt sich die Trittschalldämmung erhöhen. Ein solcher Schaum kann sowohl lose untergelegt als auch fest mit den Dämmelementen verbunden sein.

Die Trittschallverbesserungsmaße dieser Unterlegstoffe betragen zwischen 18 und 20 dB. Der Weichschaum kann noch eine weitere nützliche Aufgabe erfüllen. Harte und biegesteife Dämmstoffe, insbesondere solche mit harten Deckschichten, passen sich den Unebenheiten des Rohbetons nur bedingt an. Ein zwischengelegter Weichschaum übernimmt gewissermaßen einen Druckausgleich.

Dennoch ist zu berücksichtigen, dass die Dicke eines untergelegten Trittschall-Weichschaumes in der Regel nur ca. 5 mm beträgt. Sind Unebenheiten in Form von Mörtelresten o. ä. auf der Rohdecke vorhanden, so kann sich unter Umständen durch das Gewicht des Estrichs und in Verbindung mit Verkehrslasten der Weichschaum örtlich so weit zusammendrücken, dass die Unebenheiten im Falle von PUR-Dämmung den relativ harten Dämmstoff berühren und scheinbar eine Schallbrücke verursachen. Deshalb sollte bei zweischichtiger Verlegung der „weichere“ Dämmstoff möglichst zur Rohdeckenseite liegen.


Quellen
Das ABC der Flächenheizung und Flächenkühlung Winnenden: Heizungs-Journal Verlags-GmbH, ISBN 3-924788-16-2
Weitere Funktionen
Aktuelle Forenbeiträge
onyx.dop schrieb: Herzlichen Dank für eure Antworten. Habe die Gute am Wochenende mal geöffnet und war verwundert, dass ich ohne Demontage diverser Verkabelungen und Platinen überhaupt nicht an das MAG hinkomme. Somit...
hotstone2000 schrieb: @Reggae Kala Jupp, aber mir wäre eine "Übergangslösung" für den ersten Moment (das HEISSE WETTER) wichtig. Der Service kommt sicher bald, aber wenn mir einer ne "Notlösung" hätte die mir ermöglicht die...
ANZEIGE
Hersteller-Anzeigen
Wasserbehandlung mit Zukunft
SHKwissen nutzen
Wissensbereiche
Website-Statistik