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Autoren
OldBo
08.04.2010

Radtke 21.08.2009
Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Fußbodenheizungsanlagen mit Asphaltestrich hergestellt werden.
Abb. 15. Gussasphalt auf Fußbodenheizung mit Kupferrohr (Werkfoto: Wieland).
 Abb. 15. Gussasphalt auf Fußbodenheizung mit Kupferrohr (Werkfoto: Wieland).

Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Fußbodenheizungsanlagen mit Asphaltestrich hergestellt werden. Es handelt sich dabei nicht um den üblichen Gussasphalt mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,09 W/(mK), sondern um einen sogenannten „Thermoasphalt“. Er besteht aus einem Gemisch aus Kalksteinmehl, Sand, Split und dem Bindemittel Bitumen.

Die Mineralstoffe stehen nach dem Prinzip der dichtesten Lagerung in einem wohl abgewogenen Verhältnis zueinander. Das Bitumen wird so zugemischt, dass die vorhandenen Hohlräume des Mineralgerüstes ausgefüllt werden und ein geringer Bindemittelüberschuss vorhanden ist.

Ein Gussasphaltestrich ist also hohlraumfrei und benötigt beim Einbau keinerlei Nachverdichtung. Ein Gussasphalt erhärtet durch Erkalten, er ist nach 2 Stunden bereits wieder begehbar. Mit der Beheizung des Spezialestrichs kann sofort begonnen werden. Eine Wartezeit, sowie die stufenweise Inbetriebnahme entfällt.

Als weiteren Vorteil bezeichnet die „Deutsche Asphalt“, als Hersteller des Thermoasphaltes, eine um ca. 1,5 - 2 cm geringere Einbauhöhe gegenüber herkömmlichen Zementestrichen. Das Bindemittel Bitumen verleiht dem Gussasphalt ein elastisch- plastisches Verhalten. Hierdurch werden die bei der Beheizung auftretenden Beanspruchungen abgefangen. Eine entsprechende Rezeptur und die Beigabe von Zusätzen unterschiedlicher Art und Menge, schaffen die Voraussetzung hinsichtlich der Standfestigkeit (Eindringtiefe nach DIN 1996, Prüfung bituminöser Massen) dieses Baustoffes bei Erwärmung. Eine Überschreitung der zulässigen Temperatur von 45 °C muss durch das Heizungsregelsystem verhindert werden.

Der Thermoasphalt wird bei Temperaturen von rund 240 °C eingebaut. Wegen der hohen Temperatur kommen ausschließlich Fußbodenheizungssysteme mit Metallrohren zum Einsatz. Sie werden während der Einbringung des Thermoasphaltestrichs ständig mit Kaltwasser gespült.

Da die Asphaltmasse im späteren Betrieb der Fußbodenheizung keine höheren Temperaturen als 45 °C verträgt, darf auch bei der Planung keine höhere Vorlauftemperatur zugelassen werden. Unter Zugrundelegung einer Temperaturspreizung von ca. 6K zwischen Vor- und Rücklauf darf die für die Wärmeleistung maßgebende durchschnittliche, mittlere Wassertemperatur 42 °C nicht übersteigen.

15 cm ist der Unterschied dann fast ausgeglichen.

Größere Einschränkungen bestehen erst dann, wenn der Asphaltboden mit Teppich oder Parkett ausgerüstet wird. Man legt bei Berechnungen allgemein einen Wärmeleitwiderstand für den Bodenbelag von 0,10 (m2K) / W zugrunde. Ein solcher Bodenbelag erfordert nach der Korrekturtabelle der Deutschen Asphalt einen Korrekturfaktor der Wärmeleis tung um 1,55.

Geht man also davon aus, dass bei einem durchschnittlichen Verlegeabstand von 15 cm bei Ausschöpfung der zulässigen Temperaturgrenzen eine Wärmeleistung von ca. 125 W/m2 aus dem unbelegten Asphaltboden zu erzielen ist, dann beträgt die maximal erzielbare Wärmeleistung in Verbindung mit den vorgenannten Bodenbelägen, Korrekturfaktor 1,55, nur noch 81 W / m2.

Die vorgenannten Zahlen machen deutlich, dass der Auswahl der Bodenbeläge bei einer Planung der Fußbodenheizung mit Thermoasphalt große Bedeutung zukommt. Man sollte, wenn eben möglich, auf Bodenbeläge mit großem Wärmedurchlasswiderstand verzichten.

Als Folge der hohen Einbautemperaturen des Thermoasphalts kommen für die Wärmedämmung nur hitzeunempfindliche Platten zur Anwendung, die Temperaturen von 250 °C aushalten. Übliche Dämmstoffe wie Polystyrol-Hartschaum sind dazu völlig ungeeignet.

In Verbindung mit Thermoasphalt haben sich temperaturbeständige Dämmplatten der Firma Thermal Ceramics bewährt. Sie bestehen aus einer druckfesten Fesco-Board-Perlite-Dämmplatte und einer Mineralfaser-Trittschall-Dämmplatte. Der genaue Aufbau sollte stets mit der Niederlassung der Deutschen Asphalt abgestimmt werden.

Quellen
Das ABC der Flächenheizung und Flächenkühlung Winnenden: Heizungs-Journal Verlags-GmbH, ISBN 3-924788-16-2
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