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OldBo
02.08.2023
Neben dem Fachkräfte- bzw. Arbeitskräfte-/Personalmangel werden die Betriebe zunehmend durch Störungen in den Lieferketten ausgebremst.
Der Fachkräftemangel ist nicht flächendeckend und es sind nicht alle Berufe und Regionen betroffen. Aber in einigen Berufen gibt es Fachkräfte-Engpässe und die gibt es inzwischen im ganzen Bundesgebiet. Besonders betroffen sind Berufe aus dem Handwerk, der Metall- und Elektroindustrie sowie dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).
Besetzungsschwierigkeiten
 Besetzungsschwierigkeiten
Quelle: DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.
Folgen des Fachkräftemangels
 Folgen des Fachkräftemangels
Quelle: DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.
Reaktion auf Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung
 Reaktion auf Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung
Quelle: DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.

Neben dem Fachkräfte- bzw. Persona-/Arbeitskräftemangel werden die Betriebe zunehmend durch Störungen in den Lieferketten ausgebremst.

Der Fachkräftemangel ist nicht flächendeckend und es sind nicht alle Berufe und Regionen betroffen. Aber in einigen Berufen gibt es Fachkräfte-Engpässe und die gibt es inzwischen im ganzen Bundesgebiet. Besonders betroffen sind Berufe aus dem Handwerk, der Metall- und Elektroindustrie sowie dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Auch in einigen Gesundheitsberufen. Besonders in der Alten- und Krankenpflege gibt es schon sehr lange Engpässe und einen flächendeckenden Fachkräftemangel.

Nicht nur Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung fehlen, auch Spezialisten mit Meister- oder Bachelorabschluss und Experten in bestimmten Berufsgruppen mangelt es zunehmend.

Zu den von Fachkräfteengpässen besonders betroffenen Bereichen zählen unter anderem:

  • Handwerk und technische Berufe: Elektroinstallation und -montage, SHK-Installationstechnik, Zerspanungstechnik, Kunststoffverarbeitung, Rohrleitungsbau, Schweißtechnik, Maschinenbau.
  • Medizin und Pflege: Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege.
  • Akademische Berufsgruppen in den Bereichen Medizin, Ingenieurwesen im Maschinen- und Fahrzeugbau, Bauwesen, Verwaltung, Elektrotechnik, IT und Softwareentwicklung und Programmierung.

Der Fachkräftemangel auf dem Bau wird zunehmend zum Problem für den Wohnungsbau. Der Mangel erzeugt Kapazitätsengpässe in der Bauwirtschaft, was neben dem Mangel an Bauland zu einem schleppenden Neubau von Wohnraum führt.

Eine Studie (2018) der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) weisen vor allem auf einen hohen Bauüberhang hin. Danach gibt es 653.000 genehmigte Wohnungen in Deutschland, die noch auf ihre Errichtung warten. Diese Zahl ist in den letzten zehn Jahren immer weiter angestiegen. Bauwillige gäbe es also genug und die Auftragsbücher der Baufirmen sind tatsächlich voll – doch mit dem Abarbeiten der Aufträge kommen die Unternehmen nicht nach.

Ein großer Mangel herrscht im Bauhandwerk und hier besonders Handwerkern im Bereich Heizung, Klima und Sanitär. Das hat die KfW anhand von Arbeitsmarktdaten ermittelt. In diesem Bereich sind besonders viele Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit dauerhaft als unbesetzt gemeldet. Dabei fehlen nicht nur Meister, sondern auch Anlagenmechaniker (Monteure) und Kundendienstmonteure.

In einem Interview sagt der Handwerkspräsident Hans Peter WollseiferI, dass in Deutschland etwa 150.000 Fachkräfte im Handwerk fehlen. Aber diese Zahl ist zu gering angesetzt, weil viele Betriebe ihre offenen Stellen gar nicht mehr melden, so dass man von einer Dunkelziffer von 200.000 bis 250.000 fehlenden Fachleuten ausgehen muss. Das Hauptproblem ist aber, das der Azubi-Nachwuchs fehlt, weil es immer weniger Schulabgänger gibt und davon eine immer größere Zahl ein Studium der Ausbildung vorzieht. Noch schwerer als Gesellen sind Handwerker mit Meisterbrief zu finden. Diese werdern als Unternehmensnachfolger und auch als Angestellte gesucht. Derzeit sind 5.500 Meisterstellen nicht zu besetzen.

Einen besonderen Fachkäftemangel gibt es für Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und für Akademiker aus dem gewerblich-technischen bzw. naturwissenschaftlichen Bereich. Spezialisten mit Fortbildungsabschluss werden in besonderen männertypische Berufen in der Ver- und Entsorgung, im Tiefbau und der spanenden Metallbearbeitung gesucht.
Im Bereich der frauentypischen Berufe gibt es flächendeckend einen Mangel für Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und Spezialisten mit Fortbildungsabschluss in der Altenpflege sowie Gesundheits-Berufe.

Gründe

Die Ursachen reichen von einer schwachen Handwerkskonjunktur Ende der 1990er Jahre über eine geringere Attraktivität des Handwerks und der schwachen Lohnentwicklung, sowie einhergehender geringer Ausbildungsquoten bis zum Strukturwandel des Arbeitsmarkts und der Rente mit 63.

• Die zwischen 1995 und 2005 extrem schwache Handwerkskonjunktur und deren Auswirkungen sind wegen des damaligen massiven Personalabbaus im Handwerk bis heute spürbar. Es galt als ausgemacht, dass das Sprichwort "Handwerk hat goldenen Boden" an Substanz verloren hatte. Die Arbeit im Handwerk verlor an Attraktivität, Perspektive und in der Folge auch an Auszubildenden.

•• Durch den härter werdenden Preiskampf im klassischen Ausschreibungsgeschäft sinken die Margen und es fehlt den Betrieben der notwendige Spielraum bei den Löhnen. In der Folge wandern die guten Fachkräfte in besser bezahlte Jobs ab. Vor dem Hintergrund der angespannten Fachkräfteversorgung und voll ausgelasteter Kapazitäten stiegen die Löhne jedoch 2017 in Deutschland wieder merklich an. Das Stellenportal "Stepstone" listet das Handwerk pauschal auf Platz zwei der Flop-Branchen mit den niedrigsten Gehältern. Allgemein ist jedoch "in der Öffentlichkeit das Bild verzerrt, weil immer nur einzelne Gewerke herausgegriffen und die dortigen Verdienstmöglichkeiten auf das ganze Handwerk übertragen werden". (Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer) Dabei fallen die Lohnunterschiede zwischen den Gewerken erheblich aus. Auch bei der Entscheidung für eine Ausbildung im Handwerk spielt die Höhe der Ausbildungsvergütung eine wichtige Rolle, bestätigt Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Nur langsam sind die Entgelte für die Auszubildende im Handwerk im vergangenen Jahr bundesweit um mehr als vier Prozent gestiegen.

••• Bedingt durch den drastischen Rückgang der Zahl der Schulabgänger, die vermeintlich besseren Karrierechancen nach einem Studienabschluss, den nur langsamen Anstieg der Ausbildungsvergütung und ein schlechtes Image des Handwerksberufes sinken die Ausbildungsquoten kontinuierlich. So blieben 2017 ca. 15000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Es gelingt dem Handwerk nicht mehr junge Menschen für sich zu begeistern. Und wo keine Azubis, da keine Handwerker! Zudem bilden - laut einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung - immer weniger deutsche Betriebe aus, obwohl die Erwerbstätigkeit in der Bundesrepublik steigt. Dies gilt vor allem für die kleineren Unternehmen. Ausbildung und Beschäftigung driften der Untersuchung zufolge über alle Betriebsgrößen hinweg auseinander. Auch gibt es bei den Handwerksberufen Unterschiede: "Zum Beispiel im Bereich Heizung und Sanitär gibt es deutlich mehr Lehrstellen als Bewerber", sagt Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Oft passen auch Angebot und Nachfrage nicht zusammen, denn die Erwartungen, die an Ausbildungsbewerber gestellt werden, sind aufgrund des technologisch bedingten Wandels der Produktionsprozesse über die Jahre gestiegen. "Im Jahr 2016 konnten mehr als 40 000 Ausbildungsplätze von den Betrieben nicht besetzt werden - mehr als doppelt so viel wie noch 2010, obwohl gleichzeitig rund 80 000 Bewerber ohne Ausbildungsplatz blieben." (Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung)

•••• Nicht nur, wenn es um den Nachwuchs geht, hat das Handwerk ein Imageproblem. Zwar ist laut der aktuellen Allensbacher-Berufsprestige-Skala das Ansehen des Handwerkers in der Bevölkerung sehr gut (38 Prozent der Deutschen zählen sie zu den fünf Berufen, die sie am meisten schätzen). Doch es gelingt kaum dieses Image für die eigenen Zwecke und die erfolgreiche Nachwuchswerbung zu nutzen. Auf die Frage, welcher Bereich für ihre beruflichen Pläne besonders attraktiv ist, antworteten nur sechs Prozent von 4300 Studenten in Deutschland: das Handwerk, so eine Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young. "Handwerker haben nach wie vor ein sehr gutes Ansehen, aber immer weniger wollen es selber werden. Sie sehen den goldenen Boden nicht mehr, sondern nur noch die schmutzigen Hände und das frühe Aufstehen." (Peter Pirck von der Markenberatung Brandmeyer). Nur langsam verbessert sich das Image vom traditionellen Führungsstil und Rückstand bei technischen Entwicklungen und junge Menschen bringen das Handwerk wieder mit Modernität in Verbindung.

••••• Der Arbeitsmarkt unterliegt seit den 1970er Jahren einem intensiven Strukturwandel. Nicht nur vom Warenproduktionssektor zum Dienstleistungssektor, sondern auch aus dem klassischen Handwerk zum Dienstleistungsgewerbe. Hier werden den handwerklich ausgebildeten Fachkräften neue Beschäftigungschancen und vermeintlich bessere Arbeitsbedingungen eröffnet. Nur gut jeder dritte im Handwerk ausgebildete Mitarbeiter bleibt laut Studie des ifh Göttingen heute noch der Branche treu. Bis zum Ende der 1990er-Jahre verblieb etwa die Hälfte der im Handwerk ausgebildeten Fachkräfte auch im weiteren Erwerbsverlauf im Handwerk, heute sind es dagegen nur noch 36,5 Prozent. Neben dem Dienstleistungssektor ist zunehmend auch wieder die Industrie größter Hauptkonkurrent im Wettbewerb um die besten Fachkräfte.

•••••• Die am 1. Juli 2014 von der Bundesregierung eingeführte Möglichkeit einer abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren (nach mindestens 45 Jahren der Einzahlung in die Rentenkassen) führte zu einer Verschärfung des Fachkräftenotstands. Tausende Fachkräfte, die noch zwei Jahre hätten arbeiten können, gingen so dem Handwerk schlagartig verloren. Berechnungen der Bundesregierung belegen, dass bis zu 200.000 Arbeitnehmer jährlich die Möglichkeit eines sofortigen Renteneintritts nutzen könnten. Nach Zahlen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks sind acht Prozent aller Handwerker über 60. Besonders die kleinen Handwerksbetriebe leiden unter der Möglichkeit der Frühverrentung. In größeren Betrieben setzt man die Älteren für Tätigkeiten ein, die physisch nicht so belastend sind und hält sie so in der Firma. Quelle: Robert Geselle, Lokalleads GmbH

Faktor Eltern und Schüler

Auch heute haben die Eltern noch einen erheblichen Einfluss bei der Berufswahl. Nicht nur in den Köpfen der Eltern, auch die Schüler, müssen etwas gegen Vorurteile tun. Nicht nur das Hochschulstudium ist eine alleinseligmachende Berufsqualifikation. Auch die Abschlüsse der Höheren Berufsbildung (Meister, Techniker, Fachwirte) bieten gute bis sehr gute Verdienstmöglichkeiten und Zukunftschancen. Außerdem schützen sie noch besser vor Arbeitslosigkeit als ein Studium.

Die Bevölkerungsgruppe der 16- bis 23-jährigen Jugendlichen beträgt ca. 8,3 Millionen. Um diese Jugendlichen bemühen sich alle Wirtschaftszweige. Die Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland sind auf der Suche nach dem richtigen Beruf überfordert und finden sich bei den Informationen nur schwer zurecht. Das gilt vor allem für Jugendliche, die höchstens den Hauptschulabschluss erreichen. Die notwendige Unterstützung durch Eltern, Schule, Arbeitsagenturen und der zuständigen Fachverbände bei der Suche nach dem "richtigen Beruf" wird als unzureichend empfunden.

Zur Zeit gibt es ca. 100.000 weniger Schulabgänger als vor zehn Jahren und es fehlt z. B. an der "Wertschätzung für Handwerker" und der "Kenntnis über Zukunftsaussichten" in diesen Berufen..

Faktor Berufsausbildung

Für die Bekämpfung der Fachkräfteengpässe ist die duale Ausbildung immer noch der "Königsweg". Hier muss das vorhandene Ausbildungspotenzial umfassend ausgeschöpft und noch gesteigert werden. Zur Zeit gibt es ca. 100.000 weniger Schulabgänger als vor zehn Jahren und es fehlt es an der "Wertschätzung für Handwerker" und der "Kenntnis über Zukunftsaussichten" in diesen Berufen. Es muss nicht immer ein Studium sein, um einen Beruf zu finden, der zu der jeweiligen Person passt.

Mein Motto war und ist immer noch

Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten
Konfuzius

Studien zeigen, dass es bis zum Jahr 2040 in Deutschland bis zu 4 Millionen Fachkräfte fehlen, zurzeit sind es 1,2 Millionen. Hier sind besonders kleine und mittelständige Unternehmen von der Elektroindustrie über das Handwerk bis zur Pflege betroffen. Oft sind es klassische Ausbildungsberufe. Viele Kleinbetriebe haben sich schon von der Ausbildung verabschiedet.
Die bisheriger Maßnahmen von der Politik und den Berufsfachverbänden zeigen einen mäßigen Erfolg, die steigende Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen zu besetzen. Hier müssen besonders kleine Betriebe finanziell und logistisch unterstützt werden, um ihren Auszubildenden professionelle Lehrangebote und eine angemessene Bezahlung bieten zu können. Auch das duale Berufsausbildungssystem muss wieder attraktiver gestaltet werden. Aber auch die Unternehmen sind gefordert, die Berufsausbildung für junge Menschen zeitgemäß und ansprechend mit guten Kommunikationsstrukturen und zeitgemäßer Lehre zu gestalten.

Obwohl viele Ausbildungsberufe krisensicher und systemrelevant sind, haben diese allgemein an Attraktivität eingebüßt. In der Öffentlichkeit, besonders in den sozialen Medien, wird oft von einfachen, schlecht verdienenden, ausgebrannten Berufsangehörigen ohne Einflussmöglichkeiten berichtet. Auch wenn dort viele Frustbeiträge gepostet werden, haben diese eine erhebliche Wirkung auf die Meinungsbildung. Junge Menschen möchten gerne ein modernes und angenehmes Arbeitsumfeld, eine gute Bezahlung, Weiterbildungsmöglichkeiten, vor allen Dingen nach der Lehre, und erwarten eine Anerkennung für ihre Leistungen.

Besonders an berufsbildenden Schulen fehlen Breitbandanschlüssen, Lehrpersonal und finanziellen Mittel, um die Digitalisierung voranzutreiben. Hier fehlen besonders Lehrkräfte, die auf dem digitalen Sektor perfekt sind. Aber nicht nur die die technische Ausstattung in Berufsschulen und überbetrieblichen Ausbildungsstätten ist wichtig, sondern auch die Vermittlung von "Soft und Hard Skills" werden zunehmend von der Wirtschaft gefordert.

Faktor Einwanderung / Zuwanderung

Nicht nur die Verbesserung der Kinderbetreuung und die Qualifizierung der Langzeitarbeitslosen reichen aus, um freie Stellen in Deutschland zu besetzen. Die Meinung, die immer wieder vertreten wird, dass es eine Gefahr für deutsche Arbeitssuchende gibt, ist falsch, weil genügend Jobs vorhanden sind. Da im EU-Raum die gleichen Probleme bestehen, ist es unausweichlich, die fehlenden Fachkräfte aus dem europäischen und nichteuropäischen Ausland anzuwerben. Ohne zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland wird die Beseitigung des Fachkräftmangel nicht funktionieren. Leider ist die deutsche Bürokratie dermaßen umständlich, zögerlich und langsam, dass viele Bewerber lieber in unsere Nachbarländer, in die USA oder Canada gehen.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) erleichtert, dass Fachkräfte mit beruflicher, und akademischer Ausbildung zu Arbeitszwecken nach Deutschland einwandern können. Bereits bestehende Regelungen für Fachkräfte mit Hochschulabschluss werden fortgeführt und teilweise weiter erleichtert.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz definiert den Begriff "Fachkraft":
1. Personen, die entweder eine qualifizierte Berufsausbildung im Inland absolviert haben, für die in der Regel eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist, oder Personen, die im Ausland eine Berufsqualifikation erworben haben, die mit einer inländischen qualifizierten Berufsausbildung gleichwertig ist. Kürzere ausländische Berufsausbildungen können gleichwertig mit einer qualifizierten Berufsausbildung in Deutschland sein, wenn die Ausbildung keine wesentlichen Unterschiede aufweist oder diese ausgeglichen wurden.
2. Personen mit einem Hochschulabschluss, der mit einem Hochschulabschluss in Deutschland vergleichbar ist.
• Der Einstieg in den Arbeitsmarkt wird erleichtert:
Die qualifizierte Fachkraft muss einen Arbeitsvertrag bzw. ein konkretes Arbeitsplatzangebot und eine in Deutschland anerkannte Qualifikation vorweisen. Die sog. Vorrangprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) entfällt. Das bedeutet, dass nicht mehr geprüft werden muss, ob für den konkreten Arbeitsplatz eine Bewerberin oder ein Bewerber aus Deutschland oder der EU zur Verfügung steht. Die Prüfung der Arbeitsbedingungen durch die BA bleibt weiterhin erhalten.
• Eine Fachkraft kann eine Beschäftigung ausüben, zu der die erworbene Qualifikation sie befähigt. Das bedeutet, dass eine Beschäftigung in verwandten Berufen ermöglicht wird. Darüber hinaus können Fachkräfte mit akademischer Ausbildung nicht nur Beschäftigungen ausüben, die einen Hochschulabschluss voraussetzen. Sie können auch in anderen qualifizierten Berufen beschäftigt werden, die im fachlichen Kontext zur Qualifikation stehen und für die grundsätzlich eine berufliche, nicht-akademische Ausbildung vorausgesetzt wird. Helfer- und Anlernberufe sind hierbei ausgeschlossen, es muss sich in jedem Fall um eine qualifizierte Beschäftigung handeln. Für die Blaue Karte EU ist stets eine der beruflichen Qualifikation angemessene Beschäftigung erforderlich, die üblicherweise einen akademischen Abschluss voraussetzt.
Fachkräfte mit beruflicher Ausbildung:
Die Beschäftigung von Fachkräften mit beruflicher, d.h. nicht-akademischer Ausbildung ist nicht mehr auf Engpassberufe beschränkt. Mit einer in Deutschland anerkannten Berufsausbildung erlaubt der Aufenthaltstitel zur Ausübung einer qualifizierten Beschäftigung auch diesen Fachkräften den Zugang zu allen Berufen, für die sie ihre Qualifikation befähigt.
Die Einreise zur Arbeitsplatzsuche:
Auch Fachkräften mit qualifizierter Berufsausbildung wird die Einreise zur Arbeitsplatzsuche ermöglicht. Sie erhalten eine Aufenthaltserlaubnis für bis zu sechs Monate. Voraussetzung ist, dass die ausländische Qualifikation durch die zuständige Stelle in Deutschland anerkannt wurde, der Lebensunterhalt für den Aufenthalt gesichert ist und der angestrebten Tätigkeit entsprechende Deutschkenntnisse vorhanden sind. In der Regel sind dabei mindestens Deutschkenntnisse auf Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen gefordert. Während des Aufenthalts zur Arbeitsplatzsuche ist eine Probebeschäftigung von bis zu zehn Stunden in der Woche möglich. Dadurch können Arbeitgeber und ausländische Fachkraft testen, ob sie zueinander passen. Die Probebeschäftigung wird auch für Fachkräfte mit anerkannter akademischer Ausbildung ermöglicht, die wie bisher ebenfalls für bis zu sechs Monate zur Arbeitsuche einreisen dürfen.
Aufenthalt für Qualifizierungsmaßnahmen:
Die Möglichkeiten zum Aufenthalt für Qualifizierungsmaßnahmen in Deutschland werden ausgebaut. Voraussetzung ist dabei grundsätzlich, dass ein Anerkennungsverfahren aus dem Ausland bei der zuständigen Stelle in Deutschland durchgeführt wurde, in dem Defizite der erworbenen ausländischen Qualifikation im Vergleich zur deutschen Ausbildung festgestellt wurden (Anerkennungsbescheid). Weitere Voraussetzung für die Erteilung eines Visums zur Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen sind u.a. der Qualifizierungsmaßnahme entsprechende Deutschkenntnisse. Dies sind in der Regel mindestens hinreichende Deutschkenntnisse (entspricht Sprachniveau A2). Die 18-monatige Aufenthaltserlaubnis kann nun beispielsweise zu diesem Zweck um sechs Monate auf einen Höchstzeitraum von zwei Jahren verlängert werden. Nach Ablauf des Höchstzeitraums der Aufenthaltserlaubnis kann eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Ausbildung, des Studiums oder der Erwerbstätigkeit erteilt werden.
Niederlassungserlaubnis für Fachkräfte aus dem Ausland:
Ausländische Fachkräfte können bereits nach vier Jahren (vorher fünf Jahre) die Niederlassungserlaubnis in Deutschland erhalten.

Auszubildende und Studierende:
Einreise zur Suche eines Ausbildungsplatzes:
Für Studieninteressierte ist es bereits möglich gewesen, zur Studienplatzsuche einzureisen. Nach der neuen Regelung können auch Ausbildungsinteressierte einreisen, um einen Ausbildungsplatz zu suchen. Vorausgesetzt werden dabei Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2, ein Abschluss einer deutschen Auslandsschule oder ein Schulabschluss, der zum Hochschulzugang berechtigt, ein Höchstalter von 25 Jahren und die eigenständige Lebensunterhaltssicherung.
Deutschsprachkurs zur Vorbereitung auf die Ausbildung:
Mit einer Aufenthaltserlaubnis für eine qualifizierte Berufsausbildung darf zur Vorbereitung ein Deutschsprachkurs oder ein berufsbezogener Deutschsprachkurs besucht werden.
Erweiterte Wechselmöglichkeiten für internationale Studierende in Deutschland:
Internationale Studierende haben bereits die Möglichkeit, auch bevor sie ihr Studium abgeschlossen haben, in andere Aufenthaltstitel zu wechseln. Sie können zum Beispiel, anstatt ihr Studium fortzuführen, eine Berufsausbildung beginnen und dafür eine Aufenthaltserlaubnis für die Ausübung einer beruflichen Ausbildung erhalten.
Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz baut diese Wechselmöglichkeiten aus:
Unter besonderen Voraussetzungen und nach Prüfung durch die BA, kann bereits während eines Studienaufenthalts oder eines Aufenthalts zur beruflichen Aus- oder Weiterbildung ein Arbeitsplatzangebot als Fachkraft angenommen werden. Damit einhergeht der Wechsel in eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer qualifizierten Beschäftigung.
Niederlassungserlaubnis für Absolventen einer Ausbildung in Deutschland:
Ausländische Absolventen einer Berufsausbildung in Deutschland können durch das neue Gesetz, ebenso wie Hochschulabsolventen, bereits nach zwei Jahren eine Niederlassungserlaubnis erhalten

Unternehmen
Beschleunigtes Fachkräfteverfahren:
Arbeitgeber können mit einer Vollmacht der Fachkraft ein beschleunigtes Fachkräfteverfahren (§ 81a AufenthG) bei der zuständigen Ausländerbehörde in Deutschland einleiten, das die Dauer des Verwaltungsverfahren bis zur Erteilung des Visums deutlich verkürzen wird.
Folgende Informationen bzw. Schritte sind dabei wichtig:
1. Zwischen dem Unternehmen und der Ausländerbehörde muss eine Vereinbarung geschlossen werden, die unter anderem Bevollmächtigungen und Verpflichtungen des Arbeitgebers, der Fachkraft und der beteiligten Behörden (Ausländerbehörde, Bundesagentur für Arbeit, Anerkennungsstellen, Auslandsvertretung) sowie eine Beschreibung der Abläufe einschließlich der Beteiligten und Fristen beinhaltet.
2. Die Ausländerbehörde berät den Arbeitgeber, unterstützt ihn, das Verfahren zur Anerkennung der ausländischen Qualifikation der Fachkraft durchzuführen, holt die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ein und prüft die ausländerrechtlichen Erteilungsvoraussetzungen. Die Anerkennungsstellen und die Bundesagentur für Arbeit müssen innerhalb bestimmter Fristen entscheiden.
3. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, erteilt die Ausländerbehörde eine sogenannte Vorabzustimmung, die sie dem Arbeitgeber zur Weiterleitung an die Fachkraft zusendet. Diese bucht anschließend einen Termin bei der Auslandsvertretung zur Beantragung des Visums, der innerhalb von drei Wochen stattfindet. Bei diesem Termin muss das Original der Vorabzustimmung mit weiteren für den Visumantrag nötigen Unterlagen vorgelegt werden.
4. Nachdem der vollständige Visumantrag von der Fachkraft gestellt wurde, wird in der Regel innerhalb von weiteren drei Wochen über diesen entschieden.
5. Das beschleunigte Fachkräfteverfahren umfasst bei gleichzeitiger Antragstellung auch den Ehegatten sowie minderjährige ledige Kinder der Fachkraft, wenn sie die gesetzlichen Voraussetzungen für den Familiennachzug erfüllen.
6. Die Gebühr für das beschleunigte Fachkräfteverfahren bei der Ausländerbehörde beträgt 411,- €. Hinzu kommt eine Visumgebühr von 75,- € sowie Gebühren für die Anerkennung der Qualifikation.
quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Arbeitskräftemangel

Oft wird der Begriff "Fachkräftemangel" in den Vordergrund gestellt, aber in vielen Fällen handelt sich um einen Arbeitskräftemangel. Es fehlen nicht nur Ingenieure, Programmierer, Meister und Techniker. Genauso gibt es einen Mangel an Menschen mit geringen Qualifikationen, die für das Funktionieren des Wirtschaftslebens notwendig sind. Diese Arbeitskräfte sind also auch "Fachkräfte".

Leider werden Menschen ohne formalen Bildungsabschluss, An- und Ungelernte, aber auch die sog. "Bildungsfernen" oder "Lernungewohnten", diskriminiert. Aber ohne diese Arbeitskräfte können die Fachkräfte nicht produktiv arbeiten.

Auf dem Erwerbsleben wird der Begriff "nicht formal Qualifizierte" werden erwerbsfähige Personen bezeichnet, die keine duale oder schulische Berufsausbildung bzw. kein Fachhochschul- oder Hochschulstudium (oder gleichwertigen Abschluss) abgeschlossen haben. Diese Personen können keine erfolgreiche zertifizierte Teilnahme an formalen (standardisierten, staatlich geregelten oder anerkannten Bildungsgängen vorweisen. Auch Personen mit Anlernausbildung, beruflicher Grundbildung oder mit einem Praktikum gelten nicht als formal qualifiziert. Schüler, Studierende, Auszubildende, Wehr- und Zivildienstleistende, Personen in Maßnahmen der beruflichen Fort- und Weiterbildung und Umschulung werden nicht dieser Personengruppe zugeordnet.

Ausführlicher > Arbeitskräftemangel <
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Horst_57 schrieb: Liebe Profis, ich bewohne eine Wohnung eines Mehrfamilienhauses, bin Mieter. Das Haus, KfW 55, wurde 2023 fertiggestellt, es gibt 6 Wohnungen mit 520 m² Wohnfläche. Die Wärmepumpe ist eine Novelan...
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