Stauwärme entsteht in Bereichen, die schlecht oder überhaupt nicht belüftet werden. Diese Wärme (>50 °C) entsteht durch Geräte (z. B. Server, USV, Router etc. in EDV-Schränken), die Wärme produzieren und abgeben und/oder durch die Sonneneinstahlung (z. B. Wintergarten, Dachgeschoss, Dachboden) entsteht.
Wenn diese Wärme aus den Geräten nicht abgeführt wird, kommt es zu Störungen bis hin zu Ausfällen der EDV-Technik. Hier hilft neben der Lüftung eine PC-Kühlung. Aber auch der Aufstellungsort muss entsprechend vorbereitet sein, denn auch hier gilt es den Wärmestau unbedingt zu vermeiden. Eine gute Durchlüftung oder sogar eine Klimatisierung sollte man beim EDV-Schrank oder des gesamten Raumes in die Planung mit einbeziehen.
Die Wärme aus Wintergärten kann zur Beheizung der Wohnräume genutzt werden und die Wärme des Dachbodens oder des Dachgeschosses kann man wunderbar mit einer Abluftwärmepumpe zur Trinkwassererwärmung nutzen.
Energiedachsystem mit Stauwärme
Mit einer handelsüblichen Metalldacheindeckung ist es möglich, die Sonnenbestrahlung von Dachflächen energetisch zu nutzen. Die auch schon bei geringer Sonneneinstrahlung im Dachraum entstehende Stauwärme wird abgeführt und über eine Wärmepumpe in den Heizungskreislauf eingespeist. Die gewonnene Energie wird zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung genutzt. Zur Praxiserprobung wurde der Neubau einer Jugendherberge des Deutschen Jugendherbergswerkes in Dahme mit einem Energiedachsystem mit Metalleindeckung ausgestattet.
Es wird davon ausgegangen, dass die Wirtschaftlichkeit der Stauwärmenutzung maßgeblich von der Arbeitszahl der Wärmepumpe, den Investitions- und Installationskosten für die Wärmepumpe und den Kosten für das zusätzliche Luftkanalsystem beeinflusst wird. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Anlage, je nach erreichter Arbeitszahl der Wärmepumpe und Entwicklung des Heizöl- und Strompreises, in einem Zeitraum von 6 bis 10 Jahren amortisiert.
Die Potenziale der Stauwärmenutzung lassen sich wie folgt beschreiben:
• erhöhte Leistungsziffer der Wärmepumpe und dadurch geringere elektrische Leistungsaufnahme,
• einfache und kostengünstige Möglichkeit, durch Metalldächer schon kurze Sonnenscheinphasen zur Energiegewinnung zu nutzen,
• Reduktion des Primärenergieverbrauchs, gerade in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst,
• erhebliche Kostenreduktion der solarthermischen Energiegewinnung, da lediglich die Ziegeldacheindeckung durch ein in der Regel kostengleiches Metalldach ersetzt werden muss,
• eine Reduktion von klimarelevanten Schadgasen, insbesondere Kohlendioxid.
Quelle: Georg-August-Universität Göttingen