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Einstellen der Heizkurve

Autoren
OldBo
27.08.2014
Moderne Heizungen sind meist witterungsgeführt, d.h. die Vorlauftemperatur wird von der Regelung aufgrund einer eingestellten Heizkurve und der Aussentemperatur berechnet.
1 - Heizkurve - Werkseinstellung
 1 - Heizkurve - Werkseinstellung
Quelle: Viessmann Gesellschaft m.b.H
2 - Korrektur nach oben
 2 - Korrektur nach oben
Quelle: Viessmann Gesellschaft m.b.H
3 - Korrektur nach unten
 3 - Korrektur nach unten
Quelle: Viessmann Gesellschaft m.b.H
4 - Steilheit (Neigung)
 4 - Steilheit (Neigung)
Quelle: Viessmann Gesellschaft m.b.H
5 - Parallelverschiebung (Niveau)
 5 - Parallelverschiebung (Niveau)
Quelle: Viessmann Gesellschaft m.b.H
Andere Darstellungsart
 Andere Darstellungsart
Quelle: Viessmann Gesellschaft m.b.H
Andere Darstellungsart
 Andere Darstellungsart
Quelle: Viessmann Gesellschaft m.b.H

Moderne Heizungen sind meist witterungsgeführt, d.h. die Vorlauftemperatur wird von der Regelung aufgrund einer eingestellten Heizkurve und der Außentemperatur berechnet.
Dabei wird zwar eine Soll-Raumtemperatur eingestellt, diese wird aber nur dann einigermassen genau erreicht, wenn die eingestellte Heizkurve zum Haus (Dämmung, Wärmeverteilung, usw.) passt; bei einer rein witterungsgeführten Anlage erhält die Regelung keine Rückmeldung über die effektiv erreichte Raumtemperatur. Deshalb ist es wichtig, dass die Heizkurve “richtig” eingestellt wird.

Die richtige Einstellung der Heizkurve ist bei der Installation der Heizung nur schwierig vorzunehmen, da der InstaIIateur nur kurze Zeit im Haus ist oder die Installation in der wärmeren Jahreszeit stattfindet. Die endgültige Einstellung (Feintuning) und der endgültige hydraulische Abgleich können nur in der ersten Heizperiode bei Außentemperaturen unter + 5 °C durchgeführt werden. Auch sollte jede Fremdwärme (Sonneneinstrahlung, Maschinen, Beleuchtung und Personen) ausgeschlossen sein. Da dieser Vorgang sehr zeitaufwendig ist, wird er meistens und sinnvollerweise unter Anleitung des Fachbetriebes vom Betreiber selber durchgeführt.

Eine zu hohe "Sicherheitseinstellung" benötigt unnötig viel Energie und führt auch bei einen richtigen hydraulischen Abgleich zu einem unwirtschaftlichen Betrieb der Anlage. Sollte die Heizkurve noch auf "Werkstellung" stehen, dann ist auch kein ordentlicher Abgleich möglich.

Was kann man einstellen (wie wird die Heizkurve definiert)?

Die Heizkurve ist je nach Hersteller und/oder Regler unterschiedlich definiert.

Die einfachste Heizkurve ist eine Gerade, die durch mindestens 2 Punkte bestimmt ist, z. B. bei einer Aussentemperatur von +10 °C Vorlauf 40 °C, bei einer Außentemperatur von -10 Grad Vorlauf 60 °C, die übrigen Werte sind linear.

Die meisten Heizkurven sind jedoch irgendwie "gekrümmt", um z. B. die Wärmeabgabe der Heizkörper bzw. Fußbodenheizung realistischer abzubilden.

Bei vielen Heizkurven können nur 2 Werte eingestellt werden, meistens die Neigung (Steigung) und die Soll-Raumtemperatur, oder die Neigung und eine Parallelverschiebung (Niveau), oder die Neigung und der Fußpunkt (Kurvenbeginn).

Bei manchen Herstellern/Reglern wird die Heizkurve durch 3 Parameter bestimmt: Neigung, Niveau und Soll-Raumtemperatur. Dabei ist die Neigung die Steigung der Kurve, das Niveau eine Parallelverschiebung der gesamten Kurve senkrecht nach oben/unten und die Änderung der Soll-Raumtemperatur bewirkt eine Verschiebung der gesamten Kurve entlang einer schrägen Raumtemperaturgeraden. Siehe dazu die ersten 3 Grafiken mit einer Verschiebung der Heizkurve mit Neigung 7,5 (herstellerspezifisch) nach einer um 5 °C höheren bzw. niedrigeren Soll-Raumtemperatur.

Die Neigung oder Steilheit der Heizkurve definiert, um wieviel sich die Vorlauftemperatur je nach Außentemperatur ändern soll (siehe Abbildung 4). Die möglichen Neigungen sind je nach Hersteller stark unterschiedlich, viele Regler verwenden Neigungen im Bereich von 0,1 bis ca. 3,5. Bei Fußbodenheizungen bewegt man sich bei der Steilheit eher im Bereich von 0,5 (also flachere Kurve) und bei Heizkörpern wird die Kurve steiler sein (z. B. 1,3). Je schlechter das Haus gedämmt ist, desto steiler muss in der Regel die Heizkurve sein.

Mit dem Niveau wird die ganze Heizkurve senkrecht nach oben bzw. unten verschoben (siehe Abbildung 5). Damit können z.B. ungenaue Anzeigen von Temperatursensoren ausgeglichen werden oder generell die Heizkurve korrigiert werden, wenn es bei allen Außentemperaturen immer etwa gleich viel zu warm bzw. zu wenig warm wird.

Ein paar Tipps zum Einstellung der Heizkurve

Beim Einstellen müssen im betrachteten Referenzraum (meist der ungünstigste, kälteste Wohnraum) die Thermostatventile voll geöffnet werden. Wenn die Thermostatventile nicht geöffnet sind, dann könnte es sein, dass die Thermostatventile ein Überangebot an Wärme abdrosseln würden. Das Ziel ist eine möglichst flache und niedrige Heizkurve, also eine Heizkurve, die gerade noch zur Beheizung der Räume ausreicht, ohne dass die Ventile ohne Fremdwärmeeinfluss schließen.

Sie sollten jede Verstellung einen oder zwei Tage Iang kontrollieren (thermische Trägheit des Hauses), und zwar möglichst an Tagen ohne intensive Sonneneinstrahlung. Die gewünschten Raumtemperaturen sollte gerade noch erreicht werden. Und noch einmal, eine Veränderung der Steilheit sollte nur an kalten Tagen vorgenommen werden (eine Verstellung wirkt sich ja insbesondere an den kalten Tagen spürbar aus). Wenn die Verstellung in der Übergangszeit vorgenommen wird, sollten Sie die Kurve nicht zu stark verstellen.

Bei der Verstellung der Parallelverschiebung ist die Außentemperatur nicht so relevant. Machen Sie ausreichend Aufzeichnungen über die Temperaturen. Mit diesem Protokoll können Sie schneller zur passenden Einstellung kommen.

Energiespartipp:

Wenn in Ihrem Haus die Temperatur immer passt, dann stellen Sie doch die Parallelverschiebung einmal um 10 % vom bisherigen Wert nach unten. Wenn es immer noch warm genug ist, haben die Thermostatventile bisher ein Überangebot an Wärme bekommen und die Vorlauftemperatur war "Fremdwärme".

Reduzierter Betrieb / Nachtabsenkung:

Beim Einstellen des reduzierten Betriebs (Nachtabsenkung / Abschaltung) ist genau zu überprüfen, was die Einstellung bewirkt. Falls die Absenkung durch Einstellung einer niedrigeren Soll-Raumtemperatur erfolgt, dann hat diese Soll-Raumtemperatur meist keinenZusammenhang mit der effektiv während ein paar Stunden Absenkung erreichten Raumtemperatur, sondern sie senkt nur die Heizkurve etwas ab, d.h. es wird im reduzierten Betrieb nur mit leicht niedrigerer Vorlauftemperatur geheizt. Wenn dagegen Nachtabschaltung erreicht werden soll (also kein Heizen), dann muss die Soll-Raumtemperatur für den reduzierten Betrieb auf einen ganz niedrigen Wert gestellt werden (z.B. 3 °C), damit die Heizkurve ausreichend abgesenkt wird, sodass nachts gar nicht geheizt wird.

Witterungsgeführte Anlagen mit zusätzlichem Raumeinfluss:

Auch bei diesen muss die Heizkurve richtig eingestellt werden, denn der Raumeinfluss (Berücksichtigung der effektiven Raumtemperatur) kann eine falsch eingestellte Heizkurve meist nur beschränkt korrigieren.

Wichtig: Zum Einstellen der Heizkurve muss der Raumeinfluss ganz ausgeschaltet sein!

Beitrag aus dem HaustechnikForum
Beitrag aus dem HaustechnikForum vom 20. 12. 2011

Zitat von Dennis_n
Heute Nacht sind die Temperaturen ja gut gesunken und im Haus wurde es merklich etwas kälter. Laut Thermostaten ca. 1 Grad. Hebe ich nun die Heizkurve an oder die Raumsolltemp.?

Erhöhe die Steigung, wenn es vorher bei den milderen Temperaturen gepasst hat.

Es gibt ein paar "einfache" Regeln für die Behandlung der Heizkurve und Parallelverscheibung/Raumsolltemp:

1. Ist es im Haus bei geöffneten Raumthermostaten in den betreffenden Räumen sowohl bei kälteren ATs (ca. <5°C), als auch bei milderen ATs (>5°C) zu KALT, sollte die Parallelverschiebung/Raumsolltemp erhöht werden.

2. Ist es im Haus bei geöffneten Raumthermostaten in den betreffenden Räumen sowohl bei kälteren ATs (ca. <5°C), als auch bei milderen ATs (>5°C) zu WARM, sollte die Parallelverschiebung/Raumsolltemp gesenkt werden.

3. Ist es im Haus bei geöffneten Raumthermostaten in den betreffenden Räumen NUR bei kälteren ATs (ca. <5°C) zu KALT, sollte die Steigung der Heizkurve erhöht werden; evtl muss dann bei milderen ATs die Parallelverschiebung/Raumsolltemp etwas gesenkt werden, da es sonst bei milderen ATs unter Umständen zu warm wird. Letzten Punkt also nach Veränderung der Steigung im Anschluss bei milderen ATs erneut überprüfen!

4. Ist es im Haus bei geöffneten Raumthermostaten in den betreffenden Räumen NUR bei milderen ATs (ca. >5°C) zu KALT, sollte die Parallelverschiebung/Raumsolltemp erhöht werden; evtl muss dann bei kälteren ATs die Steigung etwas gesenkt werden, da es sonst bei kälteren ATs unter Umständen zu warm wird. Letzten Punkt also nach Veränderung der Parallelverschiebung/Raumsolltemp im Anschluss bei kälteren ATs erneut überprüfen.

-> bei Gegenteiliger Tempentwicklung im Haus, als beschrieben, bei den einzelnen Punkten bitte entsprechend umgekehrt vorgehen (statt erhöhen, erniedrigen bzw. statt senken, erhöhen)

GRUNDSÄTZLICH: Veränderungen nur in kleinen Schritten (bis 1,0°C) vornehmen und anschließend bei annähernd ähnlichen ATs prüfen, ob die Temp im Haus angenehm ist; ggf. nachregeln.

Gruß
DenisHH

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