Die
Infrarotheizung zählt zu den
Strahlungs- bzw.
Wärmewellenheizungen, die mittels
Spezialreflektoren diverse
Flächenelemente aufheizt und auf diese Art
Wärme produziert. Die
Energie der
unsichtbaren Infrarotstrahlung (elektromagnetische Wellen in einem bestimmten Bereich des Lichtspektrums) bewirkt, dass sich die im Raum befindlichen
festen Gegenstände erwärmen und
nicht die Luft, wie es bei anderen üblichen
Heizungssystemen der Fall ist. Somit entsteht auch
kein Luftzug, der unter Umständen als unangenehm empfunden oder sich auf sensible Lebewesen wie Pflanzen negativ auswirken kann. Ebenso wird kein Staub aufgewirbelt, was zur Entlastung von Allergikern beiträgt.
Früher nur in großen Hallen verwendet, werden Geräte mit Infrarotstrahlung zu Heizzwecken in zunehmendem Maße auch für den Wohnbereich genutzt, da sie etliche Vorzüge gegenüber anderen Wärmesystemen aufweisen. Die Heizsysteme bieten eine Kombination aus Wärme und sogar Licht und sind in sehr unterschiedlichen Modellen verfügbar - die Heimanlagen werden in verschiedensten Varianten produziert, etwa als Dekorkugeln, Bilder oder Spiegel (es ist beinahe jede Oberflächengestaltung mit passenden Farben und Materialien möglich), transportabel sowie an bestimmte Standorte fixiert. Hierbei muss eine Schutzschicht vor der Infrarotheizung aufgezogen werden, da es aufgrund von Temperaturen bis zu 100 °C (bei Flächenstrahlern) bereits bei kurzzeitiger Berührung zu Verbrennungen kommen kann.
Vorteile der Infrarotheizung
- lange Lebensdauer
- niedriger Energieaufwand
- große Sicherheit (kann beispielsweise nicht undicht werden)
- sauberer Betrieb
- einfache Installation, daher auch leicht zu übersiedeln
- problemloser Anschluss - eine Steckdose genügt
- gute Regulierbarkeit
- niedrige Kosten (Anschaffung etwa 25 Euro je 50 Watt bei 50 Watt Heizleistung pro Quadratmeter;
Beispiel: Raum mit 10 Quadratmeter - 500 Watt - 250 Euro. Betriebskosten vom Stromtarif abhängig, im Durchschnitt etwa 0,15 Euro/Stunde) - aufgrund der Körpererwärmung (da die elektromagnetischen Wellen alle festen Objekte im Raum aufheizt) Steigerung der Hautdurchblutung und Anregung des Stoffwechsels
- Steigerung des Wohlbefindens aufgrund der Verbesserung des Raumklimas
Vorteile der Infrarotheizung gegenüber anderen Heizungssystemen
- erzeugt im Gegensatz zur Öl- oder Gasheizung kein CO2
- benötigt keinen Wasserkreislauf und kann daher nicht einfrieren
- unabhängig von Wetter und Jahreszeit im Gegensatz zur Solarthermie
- geringer Platzbedarf aufgrund des geringen Umfangs und auch weil kein Lager für Material vonnöten ist (anders als beispielsweise bei Holz, von dem man meist einen Vorrat anlegt)
- Unabhängigkeit von Lieferanten und daher Versorgungssicherheit
- Ressourcen sind im Gegensatz zu Öl, Gas oder Holz unendlich
- Störungs- und Wartungsfreiheit lebenslang
- gefühlte Wärme ca. zwei bis drei Grad höher als tatsächliche Temperatur - wodurch die Leistung gedrosselt und Geld gespart werden kann
Nachteile der Infrarotheizung
- Heizkosten können bei schlecht gedämmten Häusern oder alten Wohnungen mit hohen Räumen höher sein, als bei wassergefüllten Heizsystemen
- Die Infrarotheizung ist in manchen Bundesländern nicht als Hauptheizsystem zugelassen
- Entstehung von Elektrosmog
- komplette Stromabhängigkeit
- rasche Abkühlung aufgrund geringer Speicherkapazität
- Begriff ist nicht normiert, daher geraten falsche Produkte in Umlauf (etwa "normale"
Elektroheizungen) - daher gute Kenntnisse beim Kauf einer Infrarotheizung von Nöten
Eine
Infrarotheizung kann wunderbar als
Bad-Zusatzheizung eingesetzt werden, da sie kurzfristig und schnell
Wärme in den Raum bringen kann, was dann sinnvoll ist, wenn der Raum mit einer
Grundtemperatur (z. B. 20 °C) über eine "normale"
Fußbodenheizung beheizt wird. Der Nachteil dieser Heizgeräte ist, dass nur die zugewandte Körperseite die
Wärme spürt und die abgewandte Körperseite als relativ kalt empfunden wird. Die
Raumtemperatur wird in der relativ kurzen Nutzungszeit
nicht wärmer.
IR-Heizkörper gibt es in verschiedenen Ausführungen, die sich in der Art der IR-Strahlung unterscheiden. Normalerweise wird die IR-Strahlung über eine hohe
Temperatur erzeugt, wobei die
DIN EN 60335 (Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke) die max. Oberflächentemperatur festlegt.
Die
Oberflächentemperatur sollte möglichst
gleichmäßig über die
gesamte Fläche verteilt sein und zwischen
80 und
110 °C liegen. Die
IR-Strahlung kommt erst
ab 60 °C zur Geltung, weil sich hier das Verhältnis der
Wärmeabgabe vom
konvektiven Anteil zum
Strahlungsanteil zu Gunsten der Strahlung verändert. Bei
Heizflächen im
Berührungsbereich muss aufgrund der
Verbrennungsgefahr die Oberflächentemperatur
unter 110 °C liegen.
IR-Paneele erzeugen den IR-Anteil durch einen Heizleiter, der auf eine
sehr hohe Temperatur gebracht wird. Die Begrenzung der max. Oberflächentemperatur wird realisiert, indem zwischen Heizleiter und Oberfläche ein entsprechender Abstand eingehalten wird. Dadurch kann der IR-Anteil erhöht werden, ohne dass die max. Oberflächentemperatur überschritten wird.
Ein
IR-Strahler gibt sofort nach dem Einschalten sonnenähnliche
Wärme ab und erwärmt den Menschen direkt. Auch beim Lüften entsteht kein
Wärmeverlust, da die
Luft nicht primär erwärmt wird.
Heizglas, Glasheizkörper und Spiegelheizkörper gibt es in verschiedenen Preisklassen. Einfache Modelle erzeugen die Wärme durch einen Heizdraht, der sich im Glas befindet, teure Modelle haben durchsichtige und leitfähige Schichten im Glasinneren.
Diese
Spezialscheiben (
Heizglas) sind besonders für den Einsatz in
Wintergärten und
Badezimmerfenster geeignet. Sie können die
Heizlast, die eine
Fußbodenheizung nicht in die Räume bringen kann, durch
Infrarotstrahlung ergänzen.
- Die raumseitige Scheibe besteht aus Einscheiben-Sicherheitsglas und ist auf der zum Scheibenzwischenraum zugewandten Seite mit einer speziellen Beschichtung ohne Heizdrähte versehen.
- Die Außenscheibe kann aus Floatglas, Einscheiben-Sicherheitsglas oder Verbund--Sicherheitsglas bestehen. Sie wird im Regelfall mit einer Wärmedämmbeschichtung versehen.
- Der Abstandhalter wird als sog. "Warm-Edge-System" aus Kunststoff geliefert und ist in den gängigen Breiten von 8 bis 27 mm lieferbar: Beachtliche Reduktion der Heizwärmeverluste im Randbereich der Isolierglasscheibe gegenüber "normalem" Isolierglas durch Beseitigung der Wärmebrücken.
- Die Gasfüllung im Scheibenzwischenraum besteht je nach Kundenwunsch aus Argon oder Krypton.
- Der Ug-Wert nach DIN EN 673 beträgt 1,2 W/m2K.
- Der Kabelanschluss wird aus dem Randverbund herausgeführt.
- Das Isolierglas ist elektrisch berührungssicher und entspricht der Schutzklasse 2