Das
Löten ist ein thermisches Verfahren zum stoffschlüssigen Fügen von
Metallen, durch das Schmelzen eines Lotes (
Schmelzlöten) oder durch die
Diffusion an den Grenzflächen der Werkstoffe (
Diffusionslöten).
Die Lötverbindungen sind nicht lösbare, stoffschlüssige und elektrisch leitende Verbindungen, die mit einer schmelzbaren Metalllegierung (Lot) hergestellt wird.
Löten in der
Versorgungstechnik wird bei
Kupferrohren angewendet. Verbindungen und Richtungsänderungen der gas- bzw. wasserführenden Leitungen werden mit
Lötformstücken (
Fittings) ausgeführt. Je nach dem Einsatzzweck ist Hart- oder
Weichlöten vorgeschrieben, wobei man bei
Temperaturen
unter 450 °C von einer
Weichlötung und
ab 450 °C von einer
Hartlötung spricht. Zum
Löten werden unterschiedliche
Lote und
Flussmittel verwendet.
In
Trinkwasser-Installationen aus
Kupferrohren besteht ein
Hartlötverbot bis
einschließlich 28 mm (DN 25 - CU 28x1,5). Diese Verbindungen müssen
weichgelötet, aber
ab DN 32 (CU 35x1,5) kann auch
hartgelötet oder
geschweißt werden.
Heizungsinstallationen dürfen in allen Abmessungen ohne Kapillarlötfittings hartgelötet werden.
Gas-,
Ölversorgungs-,
Heizungs- und
Solarleitungen mit
Vorlauftemperaturen von
über 110 °C müssen immer
hartgelötet werden. Leitungen in
Warmwasserheizungsanlagen dürfen auch weichgelötet, aber im
Estrich verlegte
Fußbodenheizungsrohre sollten hartgelötet werden.
Beim
Gasschweißen und
Flammlöten wird mit einem Brenngas-Sauerstoff-Gemisch gearbeitet. Während beim Gasschweißen ausschließlich Acetylen als Brenngas benutzt wird, kommen beim Flammlöten auch
Erdgas,
Propan und
Wasserstoff zum Einsatz. Brenngas-Luft-Gemische mit Acetylen sind bei 300 °C zündfähig, mit
Propan bei 470 °C, mit
Wasserstoff bei 560 °C und mit
Erdgas bei 590 °C. Eine Explosionsgefahr besteht für Brenngas-Luft-Gemische ab 2 Vol.-% Brenngasanteil.
Reiner Sauerstoff ist selbst nicht brennbar, fördert aber jede
Verbrennung erheblich und führt zu einen schneller und intensiver
Verbrennung. Außerdem macht es die Flamme heißer und kann Öl und Fett schlagartig zünden. Deshalb darf man Sauerstoff nie zweckentfremden, nie mit Sauerstoff belüften oder kühlen, nie mit Sauerstoff die Kleidung ausblasen, nie Öl und Fett in den Sauerstoffstrom bzw. an die Sauerstoffarmaturen bringen und vorallen nie mit öligen oder fettigen Händen in den austretenden Sauerstoffstrom greifen.
Undichtigkeiten an den Armaturen oder Schläuchen führen oft zu einem unbemerkten Austreten von Brenngas oder Sauerstoff. Deshalb muss man immer vor Beginn der Arbeit auf die Dichtigkeit aller Anschlüsse und Verbindungen achten und angeschlossene Brenner dürfen nicht in die Werkzeugkiste gelegt werden. Gasschläuche sind eine Schwachstelle und bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Gasschläuche müssen gegen Abrutschen von den Schlauchtüllen gesichert werden, poröse oder beschädigte Schläuche müssen ausgewechselt und die Gasschläuche müssen gegen Überfahren gesichert werden. Allgemein darf nur mit intakten Geräten gearbeitet werden und die Flaschenventile sollten langsam aber zügig geöffnet werden.
Bei
Fehlbedienungen des Brenners oder bei Benutzung eines defekten Gerätes kann ein
Flammenrückschlag die Folge sein. Mögliche Folgen sind ein Schlauch- oder Flaschenzerknall und Brandverletzungen des Schweißers oder/und eine Entzündung von Einrichtungsgegenstände.
Weitere Gefahren drohen durch die optische Strahlung beim Gasschweißen oder Flammlöten im sichtbaren oder infraroten Bereich. Auch ist die Blendwirkung zu beachten. Schutz bieten
Schweißerschutzbrillen nach
DIN 58112 Verwendungsbereich
6 ober 7 mit Schweißerschutzfilter nach
DIN 4647
Schutzstufe 2-7 je nach Gasdurchsatz beim
Flammlöten oder
Schutzstufe 4-7 je nach Gasdurchsatz beim
Gasschweißen.
Die
Lärmentwicklung spielt beim Gasschweißen keine Rolle, da durch einen kleinen Brennereinsatz das Gasschweißen geräuscharm ist. Beim Flammlöten kann der
Schallpegel durchaus über 85 dB(A) liegen. Deshalb sollte man entweder lärmarme Mehrlochdüsen verwenden oder Gehörschutz beim Flammlöten tragen.
Sowohl beim Gasschweißen wie beim Flammlöten entstehen bei der
Verbrennung Schadstoffe, wobei die wesentlichen Gefährdungen von
nitrosen Gasen (= Stickoxide = N
OX) ausgeht. Nitrose Gase sind im wesentlichen NO
2 (MAK: 5 ml/m
3) und NO, N
2O
4, N
2O
3 und sind Reizgase mit einem stechenden
Geruch, die zu Übelkeit und Kopfschmerzen und sogar zu schweren Lungenschäden führen können. Da beim Flammlöten ein Flußmittel eingesetzt wird, entstehen dort auch
Fluor-, Kalium- und Borverbindungen. Bei beiden Verfahren können giftige
Rauchgase beim Verarbeiten von Blei- und
Kupferwerkstoffen, verzinkter oder cadmierter Teile oder farb- oder kunststoffbeschichteter Teile entstehen. Dann ist eine zusätzliche örtliche Absaugung notwendig.
Als Vorsichtsmaßnahme sollte man die Flamme nicht unnötig brennen lassen und den Brenner auch in kurzen Pausen zwischen den Arbeitsgängen abschalten. Außerdem ist eine gute allgemeine Raumlüftung notwendig und wegen dem Auftrieb der heißen Gase sollte die Entlüftungsöffnung in der Nähe der Decke angeordnet sein.
Um die
Gefahren, die beim
Flammenlöten auftreten können, auszuschließen, gibt es zum
Weichlöten von
Kupferrohren die Möglichkeit,
elektrische Lötgeräte einzusetzen. Diese sind ohne bzw. mit Transformator zum direkten Anschluss an die
Steckdose geeignet.
Die Geräte haben eine Lötleistung von 2000 W und erreichen eine Temperatur von 900 °C bzw. 800 °C. Mit den Lötzangen können Kupferrohre mit 6 – 54 mm bzw. 10 – 28 mm Außendurchmesser gelötet werden.