Die Erstellung einer eigenen Handwerker-Website ist grundsätzlich kein Hexenwerk und erfordert keine intensiven technischen Vorkenntnisse. Mithilfe einiger Tipps und Tricks kann man ohne großen Aufwand eine ansprechende Website erstellen.
In Eigenregie sollte man jedoch mindestens 5 bis 7 Tage einplanen, um eine eigene Handwerker-Website aufzubauen.
Zur Strukturierung des Prozesses sollte vorab ein Plan in Form eines Sitemaps erstellt werden, der die einzelnen Schritte darstellt.
Ein simples Design, das gut funktioniert, reicht aus, wenn es um die Gewinnung von Neukunden geht. Nichts ist schlimmer als ein viel zu teures Design, das unterwegs auf dem Smartphone oder Tablet überhaupt nicht funktioniert.
Domain
Die Internetadresse kurz und prägnant sein. Die eigene Domain lässt die Website professionell und vertrauenswürdig wirken. Und das ist wichtig, denn sie repräsentiert nicht nur den Betrieb, sondern auch den Inhaber. Mit einer Domain wird die Homepage über Suchmaschinen (Google) leichter gefunden. Über die Domain bekommt man auch eine E-Mail-Adresse.
Startseite
Ein simples Design genügt, auch für alle anderen Seiten (Aber bitte nicht, eine graue Schrift auf weißen Hintergrund). Von der Startseite sollte man deutlich auf die anderen Unterseiten geleitet werden.
Viel wichtiger ist die korrekte Darstellung auf mobilen Endgeräten (Smartphone und Tablet). Dazu ist ein responsives Webdesign (Responsive Design) notwendig, dami wird eine Internetseite je nach Bildschirmgröße und/oder Device anders dargestellt, um die Besucherfreundlichkeit zu gewährleisten
Das Unternehmen
Mit dem Unternehmensprofil ("Über uns") wird der Betrieb mit dem Team vorgestellt. Auf dieser Seite wird meistens die Geschichte des Handwerkunternehmens vorgestellt und soll ein positives Image vermitteln. Zur optischen Darstellung können zusätzlich Fotos von Mitarbeitenden anzeigen oder auch besondere Auszeichnungen für den Betrieb veröffentlichen. Aber Achtung, persönliche Informationen dürfen nur mit Einverständnis des Personals verwendet werden.
Das Team
Das Team soll nicht nur durch ein Foto dargestellt werden. Hier ist Aktion angesagt, also Fotos über die typischen Tätigkeiten der einzelnen Personen in der Werkstatt und auf der Baustelle. Keine gestellten Szenen, keine gelackten Werbebilder, sondern echte, natürliche Fotos. Wenn ein potenzieller Kunde oder Bewerber auf diese Seite landet und sieht, wer dahintersteckt, fühlt er sich gleich wohler. Er spürt: Hier arbeiten echte Menschen, keine anonyme Firma.
Leistungen
Ein Besucher will sofort wissen, was der Betrieb konkret anbieten kann. Also z. B. "Wartung von Öl- und Gas-Heizungsanlagen", "Installation und Wartung von Wärmepumpen", "Badsanierung von der Planung bis zur Montage", "Spezialarbeiten (z. B. Blower-Door-Test, Energieberatung)". Wichtig ist der Hinweis bzw. Verlinkung auf die Referenzen-Seite.
Kontaktinformationen
Ein besonders wichtiger Aspekt zur Neukundengewinnung ist die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Auf einer eigenen Unterseite können alle relevanten Kontaktdaten veröffentlicht werden - egal ob E-Mail, Telefonnummer, Anschrift oder auch Social Media Accounts. Letzteres ist kein notwendiges Kriterium, aber Handwerksbetriebe, die bereits in den sozialen Netzwerken aktiv sind, sollten dies auch zu Ihrem Vorteil nutzen. Die klassischen Wege zur Ansprache, zum Beispiel über vorgefertigte Kontaktformulare, können ebenfalls sehr effektiv sein. Die Kontaktaufnahme sollten so leicht wie möglich sein, indem alle Informationen schnell auffindbar sind und Kontaktformulare möglicherweise schon auf der Startseite verlinkt werden. Wenn es separate Notfallnummern gibt, sollten diese ebenfalls direkt sichtbar sein, um den Kunden eine lange Suche zu ersparen.
Referenzen
Diese Seite darf keine "Angeberseite" sein. Hier müssen die Kunden zu Wort kommen und echte Stimmen und Fotos von Auftraggebern bzw. Kunden, die den Service der Firma erlebt haben.
Rechtliche Absicherung
Impressum
Es herrscht Impressumspflicht im Internet. Fehlt es, dann kann es durchaus passieren, dass man abgemahnt wird und eine Strafe zahlen muss.
AGBs
Genauso ist es mit den AGBs. Verkauft man etwas online, benötigt man AGBs. Verwende allerdings keine AGBs von fremden Webseiten. Das wäre eine Urheberrechtsverletzung und kann geahndet werden. Setze vielmehr auf einen Anwalt mit Internetspezialisierung oder einen Online-Service, der die wichtigsten Rechtstexte fürs Internet bietet.
Widerrufsbelehrung
Falls Produkte oder Dienstleistungen online anboten werden, sollte auch eine Widerrufsbelehrung vorhanden sein.
Datenschutzrichtlinien
Datenschutz muss eingehalten werden. Was man mit Kunden-Daten macht (z. B. Tracking per Google Analytics, Newsletter, etc.), muss dem Kunden auch bekannt gegeben werden. Ebenso wenn Verbindungen zu externen Services über die Website aufbaut wird (zB Google Map, Youtube, Instagram Feed, etc.). Auch hier sind rechtssichere Texte vom Anwalt oder Profi empfehlenswert.
Die Website ist kein Denkmal, das einmal aufstellt wird und dann für immer so bleibt. Wie eine Werkstatt muss auch hier und da mal aufgeräumt, modernisiert und etwas ergänzt werden. Regelmäßige Aktualisierung von Projekten, Angeboten und Referenzen sind sehr wichtig. Neue Bilder, frische Fallbeispiele, aktuelle Erfahrungsberichte halten die Seite lebendig. Besucher merken sofort, dass hier nicht nur geredet, sondern wirklich geschafft wird.