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OldBo
08.10.2011
Die Dichtheit eines Gebäudes mit dem Blower-Door-Messverfahren nach der DIN 13 829 - 2001-02 (Verfahren A - Gebäude im Nutzungszustand oder Verfahren B - Prüfung der Gebäudehülle) festgestellt.
Blower-Door-Messverfahren
 Blower-Door-Messverfahren
Quelle: Dipl.-Ing. Herbert Trauernicht, Gebäudemesstechnik
Die Dichtheit eines Gebäudes mit dem Blower-Door-Messverfahren nach der DIN 13 829 - 2001-02 (Verfahren A - Gebäude im Nutzungszustand oder Verfahren B - Prüfung der Gebäudehülle) festgestellt.

Dichte Gebäude sind die Voraussetzung für eine raumluftechnische Anlage (RLT)
Da die Räume eines Gebäudes ein Bestandteil (Kanal zwische Zu- und Abluftdurchlass) einer funktionierenden raumlufttechnischen Anlage sind, ist es auch bei der Gebäudehülle genauso wichtig wie bei den Lüftungskanälen bzw. Luftleitungen, die Dichtheit zu prüfen. Viele, auch Fachleute, können sich nur schwer vorstellen, welche großen Luftmengen bei geringen Druckunterschieden durch schmale Spalte oder Fugen strömen können. So können bei einem Druckunterschied von 50 Pascal (Winddruck bei Windstärke 4 bis 5 Bft) durch die Fugen einer Dampfbremsfolie im Dachbereich, deren Stöße nur überlappt und nicht verklebt sind, runde 80 m³ je m² Dachfläche und Stunde durchkommen. Aber auch Tür- und Fensterfugen führen zu unkontrollierten Luftströmungen, die dann Probleme bereiten, so z. B. Schimmel mit entsprechenden Bauschäden, bei starkem Wind entstehen unbehagliche Zugerscheinungen und „Kaltluftseen“, die das Gefühl von Fußkälte verursachen.

Das Blower-Door-Messverfahren ist ein Drucktest bei dem mit einem elektronisch geregelten, kalibrierten Ventilator, der in eine offene Außentür (Eingangstür oder Balkontür) oder Fenster eingesetz wird, ein Druckunterschied von 50 Pa (Pascal) aufgebaut. Das Gebläse baut diesen Druck auf und bestimmt gleichzeitig die je Stunde geförderte Luftmenge. Das Verhältnis zwischen diesem Volumen und dem Rauminhalt des Gebäudes ist das Maß für die Dichtheit. Dieser n50-Wert gibt den Luftaustausch pro Stunde [h-1] an. Für Neubauten schreibt die DIN 4701 Teil 7 die Einhaltung von n50 = 3 h-1 für Gebäude mit Fensterlüftung und n50 = 1,5 h-1 für Gebäude mit Lüftungsanlage vor. Bessere Werte sind anzustreben.

Mit dieser Luftdichtheitsprüfung wird herausgefunden, ob die Gebäudehülle einer Infiltration durch den natürlichen Windanfall standhält. Es wird also die Windbelastung einer Windstärke von 4 bis 5 Btf simuliert.

Mit der Blower-Door-Messung kann einfach und effektiv die Bauqualität des Gebäudes (Dichtheit) überprüft werden, um folgenden Mängel zu finden und zu beseitigen:
  •  Zugerscheinungen durch vagabundierende Luftströmungen
  • Geruchsbelästigung aus anderen Wohnungen
  •  mangelnde Schalldichtheit
  •  Infiltration durch die Gebäudehülle
  • Wärmedämmverluste durch feuchtegeschädigte Dämmung aufgrund von Tauwasserbildung kalter Außenluft
  •  einströmen von Luft aus dem Erdreich, die mit Schimmelpilzsporen oder radioaktivem Radon belastet sein kann

Die seit 1.10.2009 im Rahmen von Vor-Ort-Beratungen (BAFA) geförderten Luftdichtheitstests müssen von "qualifizierten Personen" durchgeführt werden.
Schwachpunkte und mögliche Undichtigkeiten
Schwachpunkte und mögliche Undichtigkeiten eines Gebäudes
 Schwachpunkte und mögliche Undichtigkeiten eines Gebäudes
Quelle: Hessische Energiespar-Aktion
Durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle können erhebliche Wärmeverluste und Feuchteschäden auftreten. So können durch undichten Bauausführungen mit Heizwärmeverluste zwischen 5 und 50 kWh/m2 Wohnfläche pro Jahr gerechnet werden.

Empfehlungen zur Sicherstellung einer Gebäudedichtheit:
  •  Dichtungskonzept aufstellen, mit einer genauen Festlegung der
    Dichtungsebenen und Materialien
  •  Durchdringungen in der Gebäudehülle gering halten, vorhandene Wand- und Deckendurchführen luftdicht ausführen
  •  Anschlüsse von flächigen Folien (z. B. Dachdämmung) sind besonders zu prüfen und "abzunehmen“
  •  Durchführen einer Blower-Door-Messung mit evtl. erforderlichen Nachbesserung
blowtest®-Messgerät
Einsatz des blowtest®-Messgerätes in einem verstellbaren Rahmen in einem Fenster
 Einsatz des blowtest®-Messgerätes in einem verstellbaren Rahmen in einem Fenster
Quelle: LTM GmbH
blowtest®-Messgerät
 blowtest®-Messgerät
Quelle: LTM GmbH
Zur Messung der Luftdichtheit (Blower-Door-Messung) eines Gebäudes oder einer Wohnung wird das blowtest®-Messgerät in eine Öffnung (Fenster, Tür) dicht eingebaut. Durch den integrieten, drehzahlgeregelten Ventilator wird im Gebäude eine Druckdifferenz von 50 Pa aufgebaut.

Nachdem die automatische Messung abgelaufen ist, werden im Display alle relevanten Messwerte angezeigt. Die von der DIN geforderten Korrekturen sind bereits von der Software durchgeführt.
  • Luftwechselrate bei 50 Pa n50
  • Leckagevolumenstrom V50
  • Innen- und Außentemperatur
  • natürliche Druckdifferenz ΔP0
  • atmosphärischer Luftdruck Pbar
  • gemessene Druckdifferenz Pm
Die Luftdichtheitsmessung werden bei dem Energiebedarfsausweis und den Berechnungen nach der EnEV berücksichtigt. Durch die Luftdichtheit eines Gebäudes werden die Lüftungswärmeverluste von 12 bis 14 % reduziert angerechnet. Das entspricht eine Absenkung des Primärenergiebedarfs von ca. 6 bis 7 %.
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Mala1986 schrieb: Hej Gunar, danke für deine Antwort! Du machst mir Mut das DOM bald wieder auftaucht! Ich habe echt keine Ahnung was Sache ist und was der Techniker da bei mir jetzt umgestellt hat, aber sicher ist...
Sockenralf schrieb: Hallo, das passiert, weil die Therme gar nicht weiß, wie warm es in den Räumen wirklich ist, sie DENKT sich das nur Hast du dich schonmal mit deiner Anlage und deiner Regelung beschäftigt Wie...
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