In und
an Bauwerken gibt es die verschiedensten
Fugenarten, die
Spannungen ausgleichen und dadurch
Risse vorbeugen sollen. Hier unterscheidet man zwischen
Setzfugen und
Dehnungsfugen.
Setzfugen müssen
abgedichtet werden und
Dehnungsfugen bleiben
offen oder werden mit Fugenprofilen, -blechen, -bändern überdeckt oder dauerelastisch ausgefüllt.
Fugenarten
Anschlussfugen entstehen als Spalt zwischen zwei unterschiedlichen Bauteilen. Im Sanitärbereich kommen Anschlussfugen z. B. am Wand-Deckenanschluss oder auch bei dem Anschluss von Handwaschbecken vor.
Anschlussfugen zwischen Belägen bzw. Bekleidungen und angrenzenden Bauteilen und festen Einbauten sind in der Regel notwendig. Je nach Ausführung sollte geschlossenzelliges Hinterfüllmaterial eingebracht werden.
Es gibt verschiedene Arten von Anschlussfugen. Eckfugen (im Eckbereich der Wand) sind im Vorfeld zu bestimmen und fachgerecht auszuführen. Der Anschluss Wand - Decke wird nach einer genauen Einschätzung der zu erwartenden Spannungen und Belastungen auch vorbeugend angeordnet und trennt Wandbelag und Decke. Anschlussfugen an Sanitärobjekten, wie an Urinalen, WCs, Handwaschbecken oder Bidets sind lediglich geringen Bewegungen ausgesetzt. Hier reicht eine Dreiecksfuge in der Regel aus. Bei einem Anschluss an eine Wanne ist zu beachten, das der Dichtstoff nicht über seine zulässige Gesamtverformung hinaus belastet wird. Die Wanne muss befüllt werden, um die Qualität der Anschlussfuge zu überprüfen. Da Bade- und Duschwannen aus Acryl hohen Bewegungen (thermische Belastung) unterliegen, sind die Fugen zu hinterfüllen. Die Tiefe des Dichtstoffes muss bei gleicher Fugenbreite mindestens 8 mm betragen. Bei Stahlwannen reichen 6 mm. Zwischen Belägen oder Bekleidungen und angrenzenden Bauteilen wie Fenster, Türen oder Bodenabläufe kommen ebenfalls Anschlussfugen zum Einsatz.
Bewegungsfugen (Dehnfugen) dienen zur Aufnahme von Bewegungen z. B. aufgrund von Temperaturänderungen. So werden Spannungsrisse vermieden. Die Fugen werden beim Brückenbau, bei Bodenbelägen oder auch beim Verblendmauerwerk angeordnet.
In Räumen, die mit Fliesen bekleidet werden, ist es wichtig, erforderliche Bewegungsfugen rechtzeitig einzuplanen und fachgerecht auszuführen. Je nach der zu erwartenden Bewegung werden der Fugendichtstoff und die Fugenabdichtung eingesetzt. Die Abmessungen der Fugen ergeben sich aus der zu erwartenden mechanischen und thermischen Belastung der verwendeten Baustoffe. Dabei werden vom Planer Temperaturdifferenzen und/oder die Nutzung des Sanitärgegenstandes (z. B. Bade- und Duschwanne) als Grundlage zur Berechnung festgelegt. Die Gesamtverformung eines Fugendichtstoffes aus Stauchung und Dehnung in Bezug auf die Fugenbreite darf je nach Dichtstoffart maximal 20 - 25 % betragen.
Der Untergrund der Fugenflanken muss sauber, trocken und fettfrei sein. Außerdem darf nichts (z. B. eine Oberflächenbehandlung) das Haften und Aushärten des Fugendichtstoffes beeinträchtigen.
Wo es erforderlich ist, klebt man die Fugenränder ab. Durch Trennfolien oder Hinterfüllmaterial wird die Haftung des Fugendichtstoffes am Fugengrund verhindert (Dreiflächenhaftung). Es kann nötig sein, einen Primer an den Fugenflanken aufzubringen, ehe nach einer vorgeschriebenen Zeitspanne der Fugendichtstoff eingebracht wird. Der Primer wird z. B. zur Vorbehandlung auf saugende Untergründe aufgebracht.
Der Fugendichtstoff wird gleichmäßig und blasenfrei aufgebracht und ist durch Andrücken und Glätten an die Fugenflanken einzubauen. Es sollten möglichst wenig Glättemittel zum Einsatz kommen.
Wartungsfugen gibt es im Sanitärbereich. Sie sind mit Dichtstoffen (z. B. Silikon) gefüllt und werden durch chemische, biologische und mechanische Einflüsse belastet. Die Fugen müssen überprüft und evtl. erneuert werden.
Feldbegrenzungsfugen teilen den Belag oder die Bekleidung (aber auch Untergrund wie Estrich) in Felder mit begrenzten Flächen oder Abmessungen ein. Beispielsweise werden in der DIN 18560 "Estriche im Bauwesen" Feldgrößen bestimmt, die von der zu erwartenden Bewegung, dem Baustoff oder Temperaturdifferenzen abhängen. Feldbegrenzungsfugen werden vom tragenden Untergrund bis in den Belag (z. B.Fliesen) ausgebildet. Rissbildung wird durch diese Fugen vermieden.
Randfugen bilden den Übergang vom Bodenbelag zur Wand. Sie werden analog zu den Feldbegrenzungsfugen ausgebildet: bestimmte Fugenbreiten sind einzuhalten, geeignetes Hinterfüllmaterial ist zu verwenden, etc. Da in Randbereichen große Bewegungen auftreten, wird der Anschluss als Rechteckfuge ausgeführt.
Schattenfugen werden z. B. am Rand von abgehängten Holzdecken angeordnet. Sie trennen Bauteile mit unterschiedlicher Funktion und können auch eine gestalterische Funktion haben.
Scheinfugen bzw. Sollbruchstellen schwächen den Querschnitt beim Estrich oder auch bei Betonstraßen. Erhärtet das jeweilige Material, schwindet es und es kann ein kontrollierter Riss entstehen. Das Bauteil wird von der Fuge nicht vollständig durchtrennt. Sie werden vielmehr einige Tage nach dem Einbringen des Estrichs bzw. des Betons oberflächlich eingeschnitten oder es werden Einlagen während des Betonierens/Estricheinbaus eingebracht.
Setzfugen werden bei gestaffelten Gebäuden mit unterschiedlich hohen Belastungen, bei Anbauten zwischen Alt- und Neubauten und in Bergsenkungsgebieten angeordnet. Setzfugen reichen durch das gesamte Gebäude und durch die Fundamente.
Gleitfugen ermöglichen das Arbeiten zwischen zwei verschiedenen Bauteilen. Sie werden z. B. zwischen Flachdach und Mauerwerk angeordnet, damit ein Schieben der Decke möglich wird.
Arbeitsfugen entstehen, wenn z. B. beim Betonieren in mehreren Abschnitten vorgegangen wird. Sie sind also arbeitsablaufbedingt.
Bauwerksfugen treten auf, wenn verschiedene Bauwerksteile oder Gebäudeflügel am benachbarten Bauwerk errichtet werden.
Raumfugen trennen Betondecken im Straßenbau in ihrer ganzen Dicke. Sie verhindern Spannungsrisse, die beim Ausdehnen des Betons entstehen.
Pressfugen durchtrennen z. B. Betondecken im Straßenbau in ihrer ganzen Dicke ohne einen Fugenspalt auszubilden. Ein Ausdehnen der Platten wird so verhindert.
Mauerwerksfugen (Stoß- und Lagerfugen) befinden sich zwischen den Steinen und zwischen jeder Steinschicht.