Verschraubungen für Weichstahl-, Edelstahl-,
Kupfer-, Kunststoff- und Metallverbundrohr gibt es in verschiedenen Ausführungen.
Klemmverschraubung
Die Klemmverschraubung wurde als erste Rohrverschraubung in der Praxis verarbeitet und besteht in der Regel aus drei Bestandteilen:
Überwurfmutter
Körper
Dichtungs- bzw. Klemmring
Diese Art von Verbindung hat den Nachteil, dass sie nur minimalem Druck standhalten kann und dass eine Wiederverwendung aufgrund der Konstruktion des Dichtungsrings schwierig ist.
Bördelverschraubung
Die Bördelverschraubung war die nächste Variation von Rohrverschraubungsdesigns. Diese Verschraubung besteht in der Regel aus einer Überwurfmutter, einer Hülse und einem Körper mit einem kegelförmigen Ende.
Um das Rohr für die Montage vorzubereiten, sind in der Regel spezielle Bördelwerkzeuge erforderlich. Außerdem kann das Bördeln des Rohrs zu Belastungs-kerben am Ansatz der Bördelung führen oder Längsrisse an dünnen oder brüchigen Rohren verursachen. Diese Verschraubungen werden hauptsächlich in Kältemittelleitungen verwendet.
Schneidringverschraubungen
Die Schneidringverschraubungen werden für Präzisionsstahlrohre, Stahlrohrstutzen, Kupferrohre, Messingrohre, Messing-Lötstutzen, Aluminiumrohre und Edelstahlrohre mit den dazu passenden Verschraubungen eingesetzt. Aufgrund der Dichtungsart werden sie für auch für hohe Anlagendrücke (z. B. Hydraulikanlagen bis ca. 600 bar) verwendet.
Im Gegensatz zu den originalen Klemmverschraubungen können Schneidringverschraubungen bei Anwendungen mit höherem Druck eingesetzt werden. Diese Verschraubungen bestehen aus einer Überwurfmutter, einem Körper und einen Schneidring mit einer scharfen Kante, die in die Oberfläche des Rohres eingreift und dadurch einen festen Halt und Dichtheit erzeugen.
Schneidringverschraubungen können auch zwei Schneidringe haben. Diese erfüllen zwei Funktionen. Das Eingreifen in das Rohr und als Dichtungselement für den Körper. Bei Schneidringverschraubungen mit zwei Schneidringen wird der Griff vom hinteren Schneidring und die Dichtung vom vorderen Schneidring erzeugt. Die Einordnung, ob es sich bei dieser Verbindungart um eine lösbare oder unlösbare Verbindung hanelt, ist schwierig und hängt u. a. von Art der Verschraung und von der fachgerechten Verarbeitung ab.
Nach jedem Lösen des Rohranschlusses einer Schneidringverschraubung ist die Überwurfmutter wieder fest anzuziehen (gleicher Kraftaufwand) wie bei Fertig- bzw. Erstmontage, hierbei muss der Verschraubungsstutzen, wie bei der Erstmontage, mit einem Gabelschlüssel bzw. besser mit einem offenen Ringschlüssel gegengehalten werden.
Die Demontage und/oder das Nachziehen von dieser Verschraubungen und Verschraubungsteilen ist nur in vollständig drucklosem Zustand zulässig.
Klemmringverschraubungen
(Greif-Typ-Rohrverschraubung mit Scharniereffekt)
Mechanische Greif-Typ-Rohrverschraubungen haben in der Regel zwei Klemmringe. Durch Festziehen der Verschraubung wird der vordere Klemmring gespannt, wobei die Dichtung entsteht, indem die Oberflächen des Rohrs und des Verschraubungskörpers gegeneinander gepresst werden.
Mit einem radialen Scharnier- oder Halteeffekt des hinteren Klemmrings wird das Rohr in einem Bereich knapp außerhalb der Stelle, an der das Rohr von das Klemmringnase gehalten wird, umgriffen, wodurch eine bessere Vibrationsbeständigkeit entsteht.
Ein weiterer großer Vorteil dieses Designs im Vergleich zur Schneidringverschraubung ist, dass die De- und Wiedermontage der Rohrverschraubung nach der Montage einfacher und ohne Beschädigung der Verschraubungskomponenten oder des Rohrs ausgeführt werden kann.
Alle diese Verbindungsarten sollten grundsätzlich mit einem offenen Ringschlüssel und mit dem vom Hersteller vorgegebenen Drehmoment hergestellt werden, weil nur dann ein Verziehen der Überwurfmutter und des Verschraubungskörpers verhindert wird.
Für
spezielle Anwendungen gibt es auch
spezielle Werkzeuge (
Hydraulikschrauber). Wobei es sich bei diesen Anwendungen sicherlich nicht um einfache
Verschraubungen handelt.
Dieses
offene Maul-Einsteckwerkzeug oder Ringschlüssel wird eingesetzt, wenn das Eckmaß der
Schrauben ganz wenig Spielraum bietet. Bei der Druckbeaufschlagung fährt der Hydraulikkolben im Zylindergehäuse des TX-Schraubers aus und führt eine Schraubbewegung um die eigene Achse aus.
Da
lösbare Verbindungen (
Verschraubungen, Langewinde) durch Verwindungen und thermischen Beanspruchungen undicht werden können, dürfen sie
nicht verdeckt bzw. "
unter Putz" und nicht für die
Erdverlegung verwendet werden, ggf. sind
Revisionsöffnungen vorzusehen (nach
DIN 18380 [VOB Teil C] müssen alle unter Putz liegenden lösbaren Verbindungen
zugänglich bleiben - Neu - "
Lösbare Verbindungen, deren Dichtheit nicht dauerhaft sichergestellt ist, müssen zugänglich sein"). Sie müssen mit dem jeweilig notwendigen Werkzeug zugänglich sein. Ob eine Verbindung (z. B. Verschraubung,
Steckverbindung) als "
unlösbare"
Verbindung eingestuft ist, muss aus den jeweiligen
Herstellerangaben entnommen werden. Gegebenenfalls ist eine
Revisionsöffnung zu setzen, damit man mit dem
geeigneten Werkzeug (teilweise Spezialwerkzeuge) arbeiten kann.
Ein wenig Fermit auf die Gewindegänge der Überwurfmutter und auf den Konus führen dazu, dass man diese Verbindung auch Jahre später problemlos wieder lösen kann. Alte Verschraubungen lassen sich durch das Erwärmen mit Heißluft, oder besser mit einer Flamme, auch ohne Gewaltanwendung wieder lösen.
Temperguss-Fittings sind in den
DIN 2950, die
Stahlfittings in den
DIN 2606 bis 2619 und 2980 bis 2993 genormt. Abgedichtet werden sie durch Werg (
Hanf) und Mennige oder Mangankitt (Manganesit, Fermit u.a.) oder Gewindeband aus Kunststoff.
Flachdichtende Verschraubungen mit
Dichtung werden dort eingebaut, wo Bauteile in eine Rohrleitung passgenau eingebaut (dazwischen- gesetzt) werden, so z. B.
Pumpen oder die Bauteile zu schwer sind bzw. sich beide Seiten nicht bewegen lassen. Eigentlich sind es "
Ersatzflanschen" für kleinere
Nennweiten. Bauteile mit einseitigem Anschluss haben in der Regel konischdichtende
Verschraubungen, weil das Bauteil einseitig bewegt werden kann.
Die
Baulängen und
z-Masse der
Temperguss-Verschraubungen beziehen sich auf die fertig montierte Verschraubung mit einem Dichtring von 2 mm bzw. 3 mm Dicke. Die Wahl des geeigneten Dichtrings richtet sich nach den Betriebsanforderungen. Die flachdichtende Verschraubung kann radial demontiert und wieder montiert werden
Bei
kegelig (
metallisch [
konisch])
dichtenden Verschraubungen sind die Dichtflächen vor dem Zusammenbau zu reinigen und mit einem Schmierstoff (bei
Trinkwasser ausschließlich nach
DIN 30660 geprüft z.B.: Gewindedichtpaste [z. B. Fermit]) zu behandeln.
Bei einer
Wiederverwendung von kegelig dichtenden
Verschraubungen übernehmen die Hersteller
keine Gewähr für
Dichtheit .
Auch
Verschraubungen müssen, wie auch
Flanschverbindungen, grundsätzlich
spannungsfrei eingebaut werden.
Da
lösbare Verbindungen durch Verwindungen und thermischen Beanspruchungen undicht werden können, dürfen sie
nicht verdeckt bzw. "unter Putz" verlegt werden. Sie müssen mit dem jeweilig notwendigen Werkzeug
zugänglich sein.
Wenn der
Speicher oder
Wärmetauscher und die
Rohrleitungen aus
verschiedene Werkstoffen bestehen und sich berühren, kann es zu
Kontaktkorrosion kommen. Durch die Verwendung eines Isolierschraubteiles wird die
Kontaktkorrosion durch die isolierende Kunststoffschicht und die Anschlüsse aus zu Rohrleitung und Speicher passenden Werkstoffen verhindert. Außerdem wird z. B. der TW-Speicher vor
vagabundierenden Strömen geschützt und ein vorzeitigem Abbau der Opferanode wird verhindert. Das Isolierschraubteil trennt die Leitung elektrisch auf und verhindert auf diese Weise einen schädlichen Stromfluss.
Die
Isolierverschraubung besteht aus einem
Gehäuse und einer
Hülse. Die Hülse ist durch eine
isolierende Kunststoffschicht stabil und unlösbar mit dem Gehäuse verbunden und mit Ihrem Innengewinde an den Speicher oder
Wärmetauscher montiert. Die Rohrleitung wird dann mittels Einlegeteil und Überwurfmutter an das Aussengewinde des Isolierschraubteils geschraubt.
Die
Isolierverschraubung trennt
Kupferleitungen elektrisch auf. Sie unterbindet Ströme und daraus resultierende
Magnetfelder. Sie wird bei
Tankanschlüssen für Heizöl eingesetzt und trennt Spannungen bis 1500 Volt (VSM) respektive 3000 Volt (VDS).