Das
Kanalsystem (Kanäle, Formstücke und Ein- und Auslässe) muss genau berechnet werden, damit die
Luftverteilung problemlos stattfinden kann. Auch sollten sie so geplant werden, dass eine gute Einregulierung und Reinigung möglich ist.
Kanäle und die dazugehörigen
Formstücke werden aus den verschiedensten Materialien hergestellt. Die Auswahl richtet sich nach
- Wirtschaftlichkeit
- Beständigkeit gegen chemische Stoffe
- nach ihrer Lebensdauer.
Metall: schwarze, verzinktes, kunststoffbeschichtetes, legiertes
Stahlblech, Alu- und
Kupferblech
Kunststoff: PVC, PE, PP, GFK, PU
Andere Materialien: Asbestzementersatz-, Mineralfaser- und Kalziumsilikat-Platten
Am häufigsten wird
verzinktes Stahlblech verwendet. Die Kanäle und Formstücke werden nach den Planervorgaben in speziellen Fertigungsbetrieben angefertigt, da diese die entsprechenden Maschinen haben und dadurch die Kanäle und Formstücke preiswert herstellen können.
Kanalform: Kanäle gibt es in rechteckiger, runder und ovaler Form. Die Form ist abhängig vom Einsatzort und dem Verwendungszweck.
Normen und Richtlinien
Die
Luft- und Klimatechnik befindet sich bezüglich ihrer Normung und
Verordnungen in einer Umbruchphase.
DIN-Normen sind teilweise gestrichen und durch EN-Normen ersetzt. Obwohl grundsätzlich Vertragsfreiheit besteht, dürfen zurückgezogene
DIN-Normen nicht angewendet werden, weil sie nicht mehr dem
Stand der Technik bzw. die aRdT angehören.
In der
Übersicht geltende Normen und
Richtlinien, die im Zusammenhang mit
Luftleitungen beachtet werden müssen:
- DIN EN 1505 Luftleitungen und Formstücke aus Blech mit Rechteckquerschnitt Maße
- DIN EN 1507 Rechteckige Luftleitungen aus Blech-Festigkeit und Dichtheit
- DIN EN 12097 Anforderungsstufen an Luftleitungsreinheit
- DIN EN 12236 Aufhängungen und Auflager für Luftleitungen
- DIN EN 12599 Prüf- und Meßverfahren für die Übergabe von lufttechn. Anlagen
- DIN EN 13779 Lüftung von Nichtwohngebäuden
- DIN 18379 VOB Teil C - Vergabe- und Vertragsordnung
- DIN 18869 T4 Einrichtung zur Be- und Entlüftung gewerblicher Küchen
- DIN 24193 T1 Kanalbauteile f. lufttechn. Anlagen -Winkelflansche Reihe 1
- DIN 24193 T2 Kanalbauteile f. lufttechn. Anlagen -Winkelflansche Reihe 2
- DIN 1946 T4 Lüftungsanlagen in Krankenhäusern
- VDI 2052 Anforderungen an Luftleitungen für Großküchen
- VDI 2087 Luftleitsysteme - Bemessungsgrundlagen
- VDI 2089 Technische Gebäudeausrüstung von Schwimmbädern
- VDI 3803 Bauliche und techn. Anforderungen an zentrale RLT-Anlagen
- VDI 6022 Hygienische Anforderungen an Lüftungsanlagen
Je nach dem Einsatzzweck werden die
Luftleitungen aus verschiedenen metallischen Werkstoffen hergestellt. Die Kanale können in
gefalzter und
geschweißter Ausführung hergestellt werden.
Zusätzliche
Korrosionsschutzanforderungen unter Beachtung der einschlägigen
Korrosionsschutzrichtlinien je nach dem Einsatzzweck müssen beachtet werden. Die erforderlichen Schichtdicken sind abhängig vom Einsatzzweck und sind durch den Nutzer festzulegen.
Grundlage für die
Versteifungsanordnung an Kanalwandungen sind die Anforderung an die Bauteile nach
DIN EN 1507 hinsichtlich der Grenzwerte für die Festigkeit und Formstabilität.
Im allgemeinen werden folgende Versteifungsmaßnahmen ausgeführt:
- Kanal- und Formteilwandungen bis zur Blechdicke 1,25mm erhalten generell ein Trapezsickenprofil.
- Je nach Druckstufe und Bauteilabmessungen sind teilweise zusätzliche Seitenwandversteifungen erforderlich. Diese werden ausgeführt als
- innenliegende Rohrstützen
- innen- oder außenliegende Blechprofilschienen
- außenliegende Verrippungen (nur bei geschweißter
Ausführung im Bedarfsfall)
Je nach
hygienischer Anforderung sind Kanäle und Formteile beim Transport und der Lagerung auf der Baustelle vor Verschmutzung zu schützen bzw. vor der Montage zu reinigen. Nach der
DIN EN 12097 sind die Anforderungen an die Sauberkeit der Bauteile in drei Anforderungsstufen unterteilt.
Zur
Verringerung von
Wärmeverlusten, zur
Kondenswasserbildung bei
Taupunktunterschreitungen und zur Verringerung der
Schallabstrahlung müssen Luftkanäle und
Luftleitungen gedämmt werden. Normalerweise werden die Anlagenteile nach der kompletten Montage mit dem Dämmmaterial versehen. Sollte dies aus Platzgründen nicht möglich sein, so werden
vorgedämmte Bauteile eingesetzt.
Bei der
Dämmung von Luftkanälen und Luftlleitungen unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Anwendungsfällen:
1. Außen- und Fortluftkanal
Um
Kondensat auf der Außenseite der Rohrleitungen zu vermeiden, muss der Kanal mit dampfdiffusionsdichter
Dämmung ummantelt werden (z.B. Armaflex). Es kann auch diffusionsoffenes Material (z. B. Mineralfaser) mit einer reißfesten dampfdichten abgeklebten Ummantelung eingesetzt werden. Eine Dämmschichtdicke von ca. 15 mm kann hier ausreichend sein.
2. Zu- und Abluftleitung durch kalte Räume
Hier müssen die Kanäle vor
Wärmeverlusten geschützt und verhindert werden, dass auf der Innenseite der
Abluftleitung Kondensat entsteht. Eine Durchfeuchtung der
Dämmung ist nicht zu befürchten. Es können auch nicht diffusionsdichte Materialien verwendet werden. Die Dämmschichtdicke hängt von der Umgebungstemperatur ab. Wenn es sich um Aussentemperaturen (z. B. ungedämmter Dachboden) sollte eine
Dämmung von ca. 50 mm angebracht werden. In unbeheizten Räumen (z. b. unbeheizten Keller) kann die
Dämmung dünner ausgelegt werden.
3. Warme Luft in warmer Umgebung
Hier ist eine
Wärmedämmung nicht notwendig, aber ein
Schutz der Kanäle vor den chemischen Bestandteilen des Putzes an Wand- und Deckendurchführungen und eine
Schallentkopplung durch eine dünne reißfeste
Dämmung ist hier vorgeschrieben.
Durch die Arbeit des Europäische Komitee's für Normung (
CEN) werden viele
DIN-Normen durch
DIN EN-Normen im Lüftungsbereich abgelöst. Teilweise konkurrieren die noch bestehenden und die neuen Normen einander.
Für
spezielle Anwendungen (
Schwimmbadlüftung, Kanäle in kälteren Räumen bzw. mit kalter
Luft) können auch
ISO-Lüftungskanäle und Formstücke in rechteckigem Querschnitt aus
FCKW-freiem PUR-Hartschaum (20 mm) eingesetzt werden. Die Platten sind beidseitig mit geprägtem
Aluminium beschichtet,
dampfdiffusionsdicht und
wärmedämmend. Für die Kanalverbindungen werden patentierte Verbindungsprofile durch Einschieben einer H-förmigen Bajonettschiene verwendet. Sichtbare Ecköffnungen werden durch Kunststoffkappen abgedeckt.
Die
extraleichten PUR-STAR Luftkanäle sind nicht korrosiv, innen gut suber zuhalten und außen abwaschbar. Durch das geringe Gewicht lassen sich selbst lange und große Kanalflächen einfach und mit wenigen Aufhängungen montieren. Die Tragekonstruktionen werden so äußerst gering belastet.