Innenliegende Sanitärräume oder
Küchen können nur mittels einer
Schachtlüftung entlüftet werden, wenn keine RLT-Anlage vorhanden ist. Man unterscheidet zwischen
- Berliner Lüftung
-
Kölner Lüftung
-
Dortmunder Lüftung
Allgemeine Regeln - Abluft braucht Zuluft! Sorgen Sie für ausreichende Zuluft / Außenluft-Zufuhr.
- Zuluft möglichst von oben! Da Dünste angewärmt sind und daher thermisch bedingt immer nach oben steigen, sollte die Außenluft auch von oben eingeleitet werden.
- Der direkte Weg! Wählen Sie immer den kürzesten Luftweg. Lange Kanäle verringern die Abluftleistung.
- Richtiger Abluftquerschnitt! Vermeiden Sie Reduzierungen. Diese verringern die Luftmenge und erhöhen die Geräusche. Achten Sie besonders bei Flachkanälen auf den tatsächlichen Rundquerschnitt.
- Richtigen Kanalquerschnitt! Verwenden sie ausreichend große Kanäle, die im rechteckigen/ovalen Format in etwa das gleiche Fläche, wie der dazugehörige Rundanschluss haben.
- Sanfte Bögen! Vermeiden Sie viele Bögen! Zwei 45°-Bögen sind lufttechnisch günstiger als ein Bogen von 90°.
- Schallschutz! Denken Sie immer - insbesondere bei Geräten mit externen Ventilatoren - für noch bessere Geräuschisolation, verwenden Sie Schallschutz- Umlenkstücke, Schallschutzelemente, Schallschutzkanäle und Iso-Systeme.
- Raumabsaugung! Die Dunsthaube mit Raumabsaugung ist z.B. für Umluft- als auch Abluftbetrieb geeignet und benötigt keine weiteren Bauteile bzw. Abluftventilatoren.
- Filterwechsel! Wechseln Sie immer rechtzeitig Aktivkohle- und Fettfilter. Metall-Fettfilter regelmäßig auswaschen (alle 4 Wochen)!
- Ist eine Umluftlösung nicht vermeidbar, beachten Sie, dass die Luftgeschwindigkeit nicht zu hoch ist!
Abhängig von der Gebäudehöhe muss der Brandschutz von Schachtlüftungen der DIN EN 1366-1 | 2020-11 "Feuerwiderstandsprüfungen für Installationen" - Teil 1: "Lüftungsleitungen" und der DIN EN 1366-2 - 2015-09 "Feuerwiderstandsprüfungen für Installationen" - Teil 2: "Brandschutzklappen" entsprechen. Für innenliegende Räume gilt auch die DIN 18017-3 -2020-05 - "Lüftung von Bädern und Toilettenräumen ohne Außenfenster" - Teil 3: "Lüftung mit Ventilatoren".
Für den Schallschutz zwischen fremden Wohnungen ist die DIN 4109 zu beachten. Die Übertragung von Staub und Gerüchen in andere Wohnungen oder in andere Räume ist konstruktiv zu verhindern. Bei mehreren Lüftungsgeräten an einer Abluftleitung muss zu diesem Zweck eine dicht schließende Rückschlagklappe hinter jedem Anschluss an die gemeinsame Leitung vorgesehen werden.
In Gebieten, in denen Radon (radioaktives Edelgas) vorkommt, wird von dem Betreiben einer unterdruckerzeugenden Abluftanlage abgeraten. Radon, das aus dem Erdreich in die Häuser kommt und in der Raumluft mit über 100 Bq/m³ (Zerfall pro Sekunde in 1 m³) vorhanden ist, erhöht sich das Lungenkrebs- und Leukemierisiko signifikant.
Bei der Berliner Lüftung kommt die Außenluft über die Undichtigkeiten (Fenster- und Türfugen) der Außenhülle. Hier handelt sich um eine Lüftungsart, die heutzutage nicht mehr eingesetzt werden sollte. Besonders dann, wenn ein Fenstertausch oder ein Abdichten der Gebäudehülle stattgefunden hat. Bei dichten Fenstern müssen spezielle Außenluftöffnungen (spezielle Beschläge, Fensterfalzöffnungen oder Heizkörper mit Außenluftanschluß) eingebaut werden. Hierbei kann es aber zu Zugerscheinungen in den Wohnräumen und zu einem unkontrollerten Luftaustausch kommen.
Leider gibt es immer noch Hunderttausende dieser Lüftungsart, die dann noch 24 Stunden in Betrieb sind.
Die Alternativen sind eine Kontrollierte Wohnungslüftung und eine Dezentrale Wohnungslüftung.
Bei der
Dortmunder Lüftung wird jede Wohnung über einen seperaten Schacht, der von beiden Hausseiten in der Diele mündet, mit
Außenluft versorgt. Die
Luft wird durch die
Dielentemperatur vorgewärmt. So werden die Zugerscheinungen in den zubelüfteten Räumen gemindert.
Bei der
Kölner Lüftung wird die
Außenluft ähnlich der Dortmunder Lüftung angesaugt. Nur wird die
Luft direkt in die Räume geleitet. Dies kann aber wiederum zu Zugerscheinungen führen.