Um ein
behagliches Raumklima zu schaffen und zu erhalten, muss die
Raumtemperatur, die
Reinheit der Luft und eine
bestimmte relative Feuchte - also ein bestimmter Gehalt an
Wasserdampf in der
Luft - vorhanden sein. Eine
relative Feuchte zwischen etwa
35 und
65 % werden als behaglich empfunden. Zu
trockene Luft führt zu einer
Austrocknung der
Schleimhäute und zu
erhöhter elektrostatischer Aufladung von Teilchen in der
Luft. Zu hohe
Luftfeuchtigkeit gibt ein Gefühl von Schwüle.
Auch kann eine zu hohe Luftfeuchtigkeit dazu führen, dass sich an kälteren Flächen in der Wohnung - Fenstern, Außenwänden und an Wärmebrücken in Ecken sowie an Fugen - Tauwasser niederschlägt. Dort wird das, von der Raumluft dampfförmig getragene Wasser durch den Entzug der Kondensationswärme verflüssigt. Bildet sich Tauwasser während längerer Zeiträume, so kann es zu einer Durchfeuchtung der Gebäudehülle und damit zu Bauwerksschäden kommen. Daneben fördert eine relative Luftfeuchte von 65 bis 100 % im Grenzschichtbereich von Wänden die Bildung von Schimmelpilzen. Bauwerksschäden und die Bildung von Schimmelpilzen als Folge einer unzureichenden Feuchteabfuhr sind die häufigsten bautechnischen Probleme.
Wie kommt die Feuchte in die Raumluft?
Wasser wird in Form von Wasserdampf und zum Teil aber auch als flüssiges Wasser in die Raumluft eingebracht: Die Bewohner geben Wasser beim Ausatmen und über die Haut ab und Wäschewaschen, Kochen, Geschirrspülen, Putzen, Baden, Duschen reichern die Raumluft mit Feuchtigkeit an.
Auch große Blattpflanzen geben Wasser an die Raumluft ab. Nach neuen Untersuchungen ist die Feuchtigkeitsabgabe (Transpiration) aber nicht 7 bis 20 g/h sondern nur ca. 2 g/h. Deshalb haben Zimmerpflanzen keinen nennenswerten Anteil an der Befeuchtung der Raumluft.
Auch die Fähigkeit von Oberflächenmaterialien zur Feuchtespeicherung haben einen Einfluss auf die Feuchtebelastung der Raumluft. Bei Wohnungen mit einer durchschnittlichen haushaltsüblichen Nutzung wird von einer durchschnittlichen Feuchteproduktion von etwa 140 Gramm Wasser je Stunde und Person ausgegangen. Ein Vier-Personen-Haushalt kommt also auf eine Feuchteproduktion von ca.13,5 Kilogramm (Liter) Wasser je Tag.
Soll die Raumluftfeuchtigkeit in den Grenzen der Behaglichkeit gehalten werden, muss beachtet werden, dass der Feuchtegehalt der Außenluft sehr stark von der Temperatur und damit von der Tageszeit und der Jahreszeit abhängt.
Wenn z. B. die Raumluft bei 20 °C auf einem Niveau von 60 % relativer Luftfeuchte (entsprechend einem Feuchtegehalt von 10,4 g/m3) gehalten werden, so kann mit 1 m3 zugeführter Außenluft von angenommenen 60 % relativer Luftfeuchte bei einer Außentemperatur von 10 °C etwa 9,1 g, bei 0 °C noch etwa 7,5 g und bei 10 °C nur noch etwa 4,8 g Feuchtigkeit aufgenommen werden; bei Außenluft mit 20 °C Temperatur ist keine Feuchtigkeitsaufnahme mehr möglich.
Im allgemeinen reicht zum Entfeuchten einer beheizten Wohnung während der Heizperiode ein Außenluft-Volumenstrom von rund 30 m3/h je Person aus. Dieser Außenluft-Volumenstrom stimmt mit dem erforderlichen Volumenstrom überein, der wegen der Pettenkofergrenze für die CO2-Konzentration und weitere belastende Stoffe einzuhalten ist. Bei Außentemperaturen um und unter 0 °C genügt auch ein verminderter Außenluftvolumenstrom.
Höhere Luftfeuchten bei höheren Außenlufttemperaturen, wie sie außerhalb der Heizperiode auftreten, von den Bewohnern häufig als "normal" eingestuft. Auch ist dann das Problem der Taupunktunterschreitung und der dabei auftretenden Feuchteausscheidung durch Kondensation eher begrenzt . Hier ist nicht so sehr mit Bauwerksschäden (außer kalte Kellerräume) zu rechnen wie bei niedrigeren Außenlufttemperaturen in der Heizperiode, also vom Herbst bis ins Frühjahr.
"
Richtig Heizen" und "
Richtig Lüften"
kann für annehmbare Zustände führen.