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OldBo
03.08.2012
Der Schornsteinbrand ist fachlich ausgedrückt ein (ungewollter) Rußbrand. Hierbei wird der Schornsteinbrand durch Flocken- bzw. Staubruß, Glanz- oder Hartruß im Schornstein ausgelöst. Der Ruß entsteht durch Brennstoffe, die zur Teer- und Pechbildung neigen, so z. B. Holz, Torf, Rohbraunkohle. Es handelt sich dabei um Kohlenwasserstoffe, die nicht in den Feuerstätte verbrannt werden und sich im Rauchrohr und Schornstein ablagern.
Schornsteinbrand
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Quelle: alle Bilder - BSM Gerhard Oltersdorf
Durch falsches Heizen mit Holz, das meistens auf Unwissenheit und falschverstandenes Energiesparen beruht, aber auch durch falsches Brennmaterial, billige Öfen und falsche Verbrennungslufteinstellung, kann es zu Rußablagerungen im Rauchrohr und Schornstein kommen.

Der Schornsteinbrand ist fachlich ausgedrückt ein (ungewollter) Rußbrand. Hierbei wird der Schornsteinbrand durch Flocken- bzw. Staubruß, Hart- oder Glanzruß im Schornstein ausgelöst. Der Ruß entsteht durch Brennstoffe, die zur Teer- und Pechbildung neigen, so z. B. Holz, Torf, Rohbraunkohle. Es handelt sich dabei um Kohlenwasserstoffe, die nicht in den Feuerstätte verbrannt werden und sich im Rauchrohr und Schornstein ablagern. Bevor Hart- oder Glanzruß entsteht bildet sich Schmierruß.

Die festen Rußschichten aus unverbrannten Kohlenstoff-Teer- und Pechablagerungen im Schornstein und im Rauchrohr haben bessere Verbrennungungseigenschaften als der eingesetzte Brennstoff, weil sie keine Feuchtigkeit und sonstige nichtbrennbare Bestandteile enthalten, die sonst im Brennstoff gebunden sind.
Bei einem Rußbrand im Schornstein entzündet sich der an den Schornsteinwandungen haftende Ruß, der das Produkt einer unvollkommenen Verbrennung ist. Bei einer unvollkommene Verbrennung vor setzt sich der Kohlenstoff, bei einer Unterkühlung des Rauches, an den Schornsteinwandungen ab. Solange der Ruß eine trockene Substanz ist, haftet er locker an den Schornsteinwandungen und läßt sich einfach mit den Kehrgeräten des Schornsteinfegers entfernen. Deshalb kommt es bei Schornsteinen mit dieser Rußart (Flocken- und Staubruß) nur selten zu einem Rußbrand.

Die Gefahr eines Rußbrandes im Schornstein (Schornsteinbrand) steigt jedoch bei durchfeuchtetem Ruß, der aber im feuchten Zustand noch nicht brennt. Da Rauchgase nur eine begrenzte Menge an Wasser-, Teer- Pechdämpfen aufnehmen können, kommt es zur Kondensatbildung (Übergang vom gasförmigen in den flüssigen Aggregatzustand), wenn bei dem Erreichen des Sättigungspunktes weitere Feuchtigkeit zugeführt wird. Die überschüssigen Teer-, Pech- und Wasserdämpfe schlagen sich an Schornsteinwandungen nieder. Dort bildet sich dann ein Gemisch von Teer-, Pech- und Wasserdampfkondensat, welches den anhaftenden Ruß zu einer schmierigen bis flüssigen Masse (Schmierruß) macht, der mit den üblichen Kehrgeräten nicht immer zu entfernen ist. Solange Ruß noch in einem schmierig-flüssigen Zustand ist, kann eine Entzündung ausgeschlossen werden.

Bei steigender Rauchgastemperatur verdunsten die niedergeschlagenen Teer-, Pech- und Wasserdämpfe. Der entstehende Schmierruß trocknet aus und wird zu Hartruß bzw. Glanzruß. Erst jetzt entsteht eine Entzündungsgefahr. Aufgrund der verschiedenen Rußarten gibt es auch verschiedene Ruß- bzw. Schornsteinbrände, die grundsätzlich von einem Schornsteinfeger unter Beobachtung der Feuerwehr bekämpft werden soll.
  • Flocken- und Staubrußbrände
Flocken- und Staubrußbrände erkennt man an starkem Funkenflug. Die durch einen Rußbrand im Schornstein angestiegene Temperatur bewirkt eine Erhöhung des Auftriebes, der den locker an der Schornsteinwandung anhaftende Flocken- und Staubruß losgereißt und zum Schornstein hinaustransportiert. Hier sind nun die in Windrichtung liegenden Gebäude oder sonstigen brennbaren Gegenstände gefährdet. Um den Funkenflug zu unterbinden oder einzudämmen, kann ein Funkenfänger auf der Schornsteinmündung angebracht werden. Diese Art des Schornsteinbrandes ist noch relativ einfach beizukommen. Durch die lockere Struktur dieser Rußart ist es ohne weiteres möglich, dem Rußbrand die Nahrung zu nehmen, indem mit einem Stahlbesen der Ruß heruntergekehrt wird.
  • Hartrußbrände
Die Bekämpfung von Rußbränden in Schornsteinen mit Hartrußansatz ist schwieriger, weil der Ruß bei der Erwärmung zu einer zähen sirupartigen Masse wird. Diese kann so stark aufblähen, dass der lichte Querschnitt geschlossen wird, was durch herabfallende Rußstücke zusätzlich begünstigt werden kann. Um eine Querschnittsverengung zu verhindern, muß während der Dauer des Brandes eine Kugel in den Schornstein hinabgelassen werden. Die Bekämpfung eins Hartrußbrandes besteht in der Beseitigung des Rußbelages mit einem starken Stahldrahtbesen.
  • Glanzrußbrände
Der gefährlichste Rußbrand im Schornstein entsteht durch Glanzruß. Anders als Staub- bzw. Flockenruß und Hartruß kann der Glanzruß durch einen  Stahldrahtbesen nicht mehr entfernt werden. Dieser Brand kann in der Regel nur durch ein kontrollierten Ausbrennen beendet werden. Durch die starke Entgasung des Rußbelages entsteht oftmals meterhohe aus dem Schornstein schlagende Flamme. Dabei können Temperaturen bis zu 1.500 °C auftreten.

Ursachen für die Entstehung von Flocken- bzw. Staubruß,
Hart- oder Glanzruß:
  • falsche Bedienung
  • Unterschreitung des Taupunktes der Abgase
Da im Ruß keine Feuchtigkeit und sonstige nichtbrennbare Bestandteile mehr enthalten sind, brennen die festen Rußschichten und Teerbeläge im Schornstein noch besser als der eingesetzte Brennstoff.

Der Schornsteinbrand entsteht durch das Eintragen von Funken über die Züge der Feuerstätte in den Schornstein, die bei der Verbrennung von langflammiger Brennstoffe oder Nadelhölzern entstehen.

Da bei einem Schornsteinbrand Temperaturen von 1.000 bis 1.500 °C auftreten können.  Darf niemals Wasser, zum Löschen verwendet werden. So werden z. B. aus 10 Liter Löschwasser schlagartig 17.000 Liter Wasserdampf. Durch den dadurch entstehenden Druck kann der Schornstein auseinandergedrückt werden.

Brandphasen

1. Anfangsphase

  • Starke Rauchentwicklung
  • Noch feuchter Ruß
  • Temperatur von ca. 600 °C

2. Durchbrandphase

  • Der Rauch lässt nach, hört ganz auf
  • Die Flammen schlagen aus der Schornsteinmündung hinaus
  • Temperatur von ca. 1000 °C

3. Nachheizphase

  • Durchbrand bis zum Mauerwerk
  • Gefahr, dass sich der Ruß aufbläht (7 - 10fach)
  • Verengung des Querschnittes und Hitze kann nicht entweichen.
  • Das Gebäude kann verqualmen

Ausbrennarbeiten darf nur ein Schornsteinfegermeister (einige sagen auch Kaminkehrermeister) durchführen. Außerdem ist diese Tätigkeit der Feuerwehr bzw. der Polizei mitzuteilen.

Die Feuerwehr bzw. der anwesende Schornsteinfeger lassen den Schornstein kontrolliert ausbrennen. Da sich der Ruß aufbläht (7 bis 10fach) und sich dadurch der Schornsteinquerschnitt verringert bis zulaufen kann, kann es zu einer Schornsteinexplosion kommen. Man lässt eine Gütekette in den Schornstein mit dem man den Ruß abschlagen kann oder wirft Fallgewichte (Ausbrennkugeln) in den Schornstein. Deshalb sollte der Schornstein von oben ausgebrannt werden. Dabei werden sogenannte Brennelemente entzündet und mittels einer Gütekette immer tiefer gelassen.
Für diese Arbeit kann auch das Sternbrennverfahren mit Flüssiggas eingesetzt werden.  Dabei wird der Brenner kontrolliert von der Schornsteinmündung bis zur Sohle geführt.

Eine Alternative zum Ausbrennen ist das Ausschlagen. Hierzu wird eine motorgetriebene Kette von der Mündung aus eingeführt und reinigt den Kamin durch die kreisende (schlagende) Bewegung der Kette. Diese Methode sollte man anwenden, wenn das Brandrisiko (z. B. in Altbauten mit Holzbalkendecke) nicht abschätzbar ist oder wenn man nichts über den Zustand des z. B. einschaligen Schornsteins weiß.

Danach müssen der Schornstein, die Feuerstätte und die angrenzenden Räume auf ihre Feuersicherheit überprüft werden.

Warum ist ein Schornsteinbrand so gefährlich?

Durch den Funkenflug und der Wärmestrahlung besteht die Gefahr der Brandausbreitung. So können z.B. Funken durch Undichtigkeiten der Dachhaut den Dachstuhl in Brand setzen. Durch die Wärmeentwicklung kann der Schornstein einstürzen und das Rauchrohr durch eine Ausglühen zerstört werden. Auch kann die Wärmestrahlung Möbel in der Nähe des Schornsteines entzünden.
Eine weitere Gefahr liegt in der Quellfähigkeit Da Ruß sehr stark aufquellen kann, besteht die Gefahr, dass der Schornstein die heißen Gase und Dämpfe nicht mehr ungehindert abführen kann und dann evtl. durch Reinigungsklappen oder durch die Feuerstätte austreten.

Gefahren


Woran erkennt man einen Schornsteinbrand?

Welche Maßnahmen müssen getroffen werden?
• Feuerwehr Notruf 112 benachrichtigen
Schornsteinfeger informieren
• Keinesfalls mit Wasser löschen!
• Auf Feuerwehr und Schornsteinfeger warten
• Brennbare Gegenstände vom Schornstein abrücken
Ein brennender Schonstein darf nicht mit Wasser gelöscht werden! Da bei einem Schornsteinbrand Temperaturen bis 1500 °C auftreten können, würde das zugeführte Wasser sofort verdampfen. Dadurch entstehen großen Dampfmengen (1 Liter Wasser ergibt 1700 Liter Wasserdampf), die den Schornstein zerreißen können.

Ein Schornsteinbrand kann in den meisten Fällen nicht gelöscht werden.
  • Die Feuerwehr beobachtet gefährdete Stockwerke mit Kleinlöschgeräten.
  • Nahe am Schornstein stehende brennbare Möbel müssen in Sicherheit gebracht werden, Bilder und Dekorationen müssen abgehängt werden.
  • Brennbare Gebäudeteile (Holzbalken) müssen evtl. mit Wasser befeuchtet und beobachtet werden.
  • Bei sehr starkem Funkenflug sollten auch die Nachbarn aufgefordert werden ihre Dachluken zu schließen.
  • Damit der Schornstein durch den aufquellenden Ruß nicht verstopft, wird die Feuerwehr mit dem Bezirksschornsteinfeger den Schornstein kehren und den brennenden Ruß unten im Schornstein entfernen und ablöschen. Der Schornstein wird "ausgekehrt".
  • Wenn ein Auskehren nicht möglich ist, wird bei erhebliche Gefahren der Schornstein "durchgezogen" und kann evtl. durch einen Pulverlöscher gelöscht werden.
  • Wenn das Feuer erfolgreich bekämpft wurde, werden alle Stockwerke und Deckenführungen auf Dehnungsrisse überprüft.
  • Danach wird gezielt nach Glutnestern auf dem Dachboden gesucht.
  • Die Einsatzstelle wird dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger übergeben.
Rauchrohrbrand
Rauchrohr nach einem Brand
 Rauchrohr nach einem Brand
Glühfarben des Rauchrohres bei einem Rauchrohrbrand
 Glühfarben des Rauchrohres bei einem Rauchrohrbrand
Bevor es zu einem Schornsteinbrand kommt, wird es im Rauchrohr, besonders dann, wenn es sehr lang ist, zu brennen beginnen, weil hier das Rauchgas die höchste Temperatur hat.

In einem zu langen Rauchrohr zum Schornstein, das evtl. auch noch aus missverstandenen "Sparversuchen" zur vermehrten Wärmeabgabe "vergewaltigt" wurde, kann es aufgrund der Abkühlung an der Raumluft zu einer Glanzrußbildung (Hartruß) in diesem Rohr kommen und unter ungünstigen Umständen kann es zu einem Rauchrohrbrand führen. Wenn das Rohr erst einmal hellrot glüht, wird es kritisch. Hier sind die vorgeschrieben Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen dann auch nicht mehr ausreichend. Deswegen sollten solche Anlagen, besonders mit Billig-Kaminofen, nie ohne Beaufsichtigung betrieben werden. Das oftmals falsch gelagertes Holz (feuchtes Holz) verwendet wird, erhöht diese Gefahr zusätzlich.

Wenn es im Rauchrohr zu brennen beginnt und ein Schornsteinbrand mit Sicherheit folgen wird, sollte sofort die Feuerwehr angerufen werden, da ein Schornstein- und Rauchrohrbrand von einem Laien nicht zu löschen ist. Die Höhe der Verbrennungstemperatur erkennt man an den Glühfarben des Stahls und ein zu stark erhitztes Rauchrohr an der verzunderten Oberfläche.
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