Ein Ausbauhaus (Mitbauhaus oder Ausbauselbstbauhaus) ist eine Form des Hausbaus, bei der der Bauherr die Möglichkeit hat, viel Eigenleistung in den Bau seines Traumhauses einzubringen. Der Begriff "Ausbauhaus" ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt und die genaue Definition kann je nach Anbieter variieren. Im Grundsatz handelt es sich jedoch um ein Haus, bei dem der Rohbau fertiggestellt und das Dach gedeckt ist, während der Innenausbau vom Bauherrn selbst oder von ihm beauftragten Handwerkern durchgeführt wird. Die Gefahr der Schwarzarbeit ist immer wieder ein Thema.
Das Ausbauhaus wird im Gegensatz zum Selbstbauhaus durch Fachleute zuerst so weit fertig gestellt, wie es vertraglich vereinbart ist. Die Außenhülle inklusive Dach und Dachentwässerung ist bei dieser Vertragskonstruktion regelmäßig Sache des Fachmanns. Erst beim Innenausbau kann dann der Bauherr sein handwerkliches Geschick unter Beweis stellen (beim Innenputz, bei der Fußbodenverlegung, beim Fliesen oder auch bei den Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen, die aber zum Teil fachbetriebspflichtig sind).
Der Vorteil des Ausbauhauses ist eine weit höhere Sicherheit, dass die grundlegenden Arbeiten sauber und bauordnungsgerecht ausgeführt wurden.
Ausbaustufen beinhaltet in der Regel die folgenden Bauleistungen:
• Errichtung aller Außen- und Innenwände
• Eindeckung des Daches und Montage der Dachunterschicht
• Wärmedämmung
• Verkleidung oder Verputzung der Fassade
• Einbau der Fenster inkl. Rollläden oder Schlagläden
• Montierung der Haustür mit Schließanlage und der Terrassentür(en)
• Anlegung von Leerrohren für elektrische Leitungen
• Montierung der Rohre für Wasser-, Abwasser- und Gasanschlüsse
• Keller und Bodenplatte werden auf Wunsch ebenfalls vom Hersteller errichtet
Arbeiten, die man je nach handwerklichem Geschick selbst ausführen kann:
• Einbau von Trennwänden aus Gipskarton
• Verlegung von Estrich und Bodenbelägen sowie Fliesen
• Innenputzarbeiten und Lackierarbeiten
• Maler- und Tapezierarbeiten
• Einbau von Innentüren
• Aufbau der Sanitärobjekte
• Anschluss von Wasser und Abwasser
• Installation von Gas- und Stromleitungen (nach Vorgaben der Fachbetriebe)
• Einbau der Heizungsanlage und Lüftungsanlage
Diese Liste zeigt einen groben Ablauf des Innenausbaus. Sind noch keine Fenster oder Außentüren am Haus eingesetzt, muss dieser Schritt als erstes durchgeführt werden, damit das Haus nicht nur gegen Feuchte und Witterung geschützt ist, sondern auch keine Diebe ins Haus gelangen. Das Haus verfügt bereits über ein gedecktes Dach und ist nun wärmegedämmt, von außen verputzt und die gewünschte Fassade ist angebracht.
Erst jetzt beginnt der eigentliche Innenausbau:
- Heizung, Strom und Haustechnik (Wasser, Abwasser, Lüftung) grob installieren - Kabel und Leitungen verlegen
- Innenwände verputzen - erst dann ggf. weitere Wände in Trockenbauweise einziehen
- Dach ausbauen
- Estrich in den Innenräumen getrennt verlegen - ggf. Fußbodenheizung mit Heizestrich verlegen
- Wände tapezieren und streichen - vor dem Bodenverlegen, damit der Boden nicht verdreckt oder zerkratzt wird
- Bodenbeläge verlegen (Fliesen, Laminat, Teppich, Parkett, usw.)
- Heizung und Elektrik vollständig installieren - Steckdosen, Schalter, Lampen und ggf. Kamin einbauen und anschließen
- Bad und Küche ausbauen
- Innentüren einsetzen - erst jetzt, da Arbeiter sich ohne Türen leichter im Haus bewegen können
- Treppe einbauen - Rohbautreppe austauschen oder ausbauen