Um
Verkehrsflächen (Gehwege, Zufahrten von Gebäuden und Hofflächen, Parkplätze, Auf- und Abfahrrampen) und
Sicherheitsbereiche (Feuerwehr- und Krankenhauszufahrten, Hubschrauberlandeplätze, Verkehrsbauten) in den Wintermonaten
Eis- und
Schneefrei zuhalten, ohne Einsatz von Maschinen, Personal und schädlicher Chemikalien dauerhaft
begeh- und
befahrbar zu halten und um der
Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, werden
Flächenheizungen eingesetzt. Diese werden durch
Rohrleitungen, wie sie bei
Fußbodenheizungen eingesetzt werden, die mit einem
Wasser-Glykol-Gemisch gefüllt sind, betrieben.
Elektroheizmatten sollten, wenn überhaupt,
nur für
kleine Flächen angewendet werden.
Es werden immer wieder Systeme mit
elektrischer Energie zur
direkten Beheizung von Verkehrswegen eingesetzt, weil sie im Vergleich zur Beheizung mit einem
Wasser-Glykol-Gemisch betriebenen Anlagen
niedrigere Investitionskosten haben. Hier werden aber die zu erwartenden Betriebskosten und die Haltbarkeit der Elektroheizleiter unter Einfluss größerer
Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit nicht beachtet. Außerdem sollte Strom aus
Umweltschutzgründen zur direkten Beheizung nicht eingesetzt werden
Die
Systeme zur
Eis- und
Schneefreihaltung sollten eine
Energieversorgung aus
Fernwärme oder
alternative Energie (z. B. Erdwärme,
Geothermie,
Abwärme von
Biogasanlagen,
BHKW und Produktionsanlagen,
Fortluftwärmepumpen) haben. Außerdem ist eine fachgerechte Planung und Auslegung notwendig. Dabei müssen folgende
Randbedingungen abgeklärt werden.
-Zuerst muss festgelegt werden, ob eine Frostfreihaltung und/oder Schneeabtauung vorgenommen werden soll.
- Die zu erwartenden Klima-, Witterungs- und Wetterbedingungen sind von geografische Lage (Windeinfluss und die Niederschlagswerte) der Anlage abhängig.
- Um den
Wärmeverlustes an den Untergrund zu berechnen, müssen der Untergrund und der
Grundwassereinfluss über ein Bodengutachten bekannt sein bzw. untersucht werden.
- Damit die
Temperaturverteilung in der Fläche festgelegt werden kann, muss die passende baukonstruktive Gestaltung gewählt werden.
- Weil der
Energieträger einen großen Einfluss auf die
Systemtemperaturen und die Betriebsführung hat, muss dieser bestimmt werden.
- Am Ende wird ein geeignetes System gewählt und es werden Anschlussleitungen, Sperrzeiten und die Aufheizzeiten festgelegt.
Das
Heizsystem, das eingesetzt werden soll, ist abhängig davon, ob ob nur eine
Oberfläche oder eine
Fläche (z. B. Parkplatz) bzw. ein
Bauteil
(z. B. Verladerampe) mit einem größeren Volumen erwärmt werden soll. Es
ist also festzulegen, ob es sich um eine
Oberflächenheizung oder
Speicherheizung handeln soll.
Bei einer
Oberflächenheizungen werden
Strahlungsheizungssysteme oberhalb der Fläche oder
oberflächennahe Systeme
in der zu beheizenden Fläche voraus. Bei dieser Bauweise verringert
sich die bei Speicherheizungen zu berücksichtigende und zu
Speicherverlusten führende Trägheit. Bei den
Speichersystemen, die tiefer unter der Oberfläche angeordnet sind, erwärmt sich eine relativ
große Speichermasse.
Die
Funktion der Eis- und Schneefreihaltung ist von der einwandfreien
Abführung des
Schmelzwassers abhängig. Damit das
Wasser zügig abgeführt werden kann, müssen ausreichende
Wasserabläufe eingeplant werden. Diese müssen so angelegt werden, dass das
Wasser nicht zu den
kalten Rändern der Fläche abläuft, damit es dort nicht zur
Eisbildung kommen kann.
Unterhalb der eis- und schneefrei zu haltenende Fläche werden
Rohrleitungen aus
PE-Xa (17 x 2 mm oder 25 x 2,3 mm) mit einem
Wasser-Glykol-Gemisch verlegt. Normalerweise beträgt der Glykolanteil ca. 30 % und ist dadurch bis zu
Außentemperaturen von
-20 °C abgesichert. Das
Frostschutzmittel sollte
lebensmittelecht (z. B. Antifrogen L) sein, damit bei einer möglichen Leckage das
Grundwasser nicht verunreinigt wird.
Das Heizregister sollte
Rohrabstände von
15 bis
max. 30 cm
haben. Dabei gilt auch hier die Regel, wie bei den üblichen
Flächenheizungen, je geringer der Rohrabstand ist, desto gleichmäßiger
ist die
Temperatur an der Oberfläche. Bei zusätzlichen Oberbelägen (z.
B. Asphalt oder Kies), verringert sich die
Wärmeabgabe bzw. muss die
Systemtemperatur erhöht werden. Um
Wärmeverlusten nach untern ins Erdreich zu mindern, sollte unter den Rohrleitungen eine
feuchtigkeitsbeständige Wärmedämmung eingebracht werden.
Der
Tragbeton, in dem die Heizregister verlegt werden,
muss den statischen und konstruktiven Anforderungen sowie mindestens der
Festigkeitsklasse B 25 nach
DIN 1045 entsprechen. Die PE-Xa
Rohre
können keine statische Funktion übernehmen.
Die
Deckschicht (
Verschleißschicht)
besteht in der Regel aus zementgebundene Hartstoffestriche mit den
jeweiligen Schichtdicken nach den Beanspruchungsgruppen (
DIN 18560 Blatt
5).
Die
Deckschicht, z. B. einer
Fahrbahn oder
Rampe,
ist entsprechend den zu erwartenden Belastungen zu berechnen. Die
Trägermatte kann in die Berechnung mit einbezogen werden. Bei
Asphaltdecken ist sicher zustellen, dass kein heißer Asphalt an die
Rohrleitungen gelangt (z. B. durch Anordnung eines Schutzestrichs).
Durch die
Verwendung von
chemischen Zusätzen im
Rohrregister werden die Heizkreise durch einen
Wärmetauscher (
Systemtrennung)
vom Wärmeerzeuger bzw. von dem restlichen Heizsystem getrennt. Das
Rohrnetz und die Umwälzpumpe im Sekundärkreis müssen auf das verwendete
Wasser-Glykol-Gemisch ausgelegt werden, da sich die Flüssigkeit aufgrund
der
Viskosität (Zähigkeit), temperaturabhängige Dichte und die
spezifische
Wärmekapazität gegenüber
Wassersystemen erheblich anders
verhalten. Die Systeme für
Wasser-Glykol-Gemische werden gegenüber
wasserführenden Systemen mit größeren Dimensionen und kürzeren
Heizkreisen ausgelegt.
Eine
Regelgruppe für eine
Freiflächenheizung sollte
Temperatur- und
Feuchtefühler enthalten, damit über ein angesteuertes Durchgangsventil der
primärseitigen Durchfluss in Abhängigkeit der erforderlichen
Heizwärmestromdichte beeinflusst werden kann.
Der
Einschaltzeitpunkt der Anlage wird über das Erreichen einer am
Regler einzustellenden
Außentemperatur definiert (
erster Temperaturschwellenwert), bei deren Unterschreitung eine
Frostgefahr wahrscheinlich ist. In der Regel können bei
Schneefall eine Außentemperatur von weniger als –5 °C angenommen werden. Über einen Bodenfühler wird die
oberflächennahe Temperatur der Freifläche kontrolliert. Hierzu ist ein
zweiter Temperaturschwellenwert
zur
Regelung der Anlage festzulegen. Der Bodenfühler sollte leicht
ausgetauschbar und an einer für die eis- und schneefrei zu haltende
Freifläche relevanten Stelle angeordnet sein.
Glatteis bildet sich normalerweise im
Außentemperaturbereich zwischen 0 °C und -6 °C. Aber wenn eine Fläche
noch unter 0 °C liegt, so kann auch bei höheren Außentemperaturen bei
Regen eine Eisbildung stattfinden. Deswegen sollte zur
Temperaturmessung
immer eine
Feuchtemessung durchgeführt werden.
Besonders bei
Speichersystemen sollte eine
Mindestheizzeit eingestellt werden, damit nach dem Abtauen eine schnelle
Wiedervereisung vermieden wird. Problematisch kann die
Trägheit
des Systems sein, weil sich abzeichnender Gefahr von Frostbildung oder
Schneefall die Anlage zunächst ausgeschaltet bleibt und bei tatsächlich
aufkommenden Schneefällen oder
Blitzeis die Anlage dann in sehr kurzen
Zeiten ausreichend hohe Oberflächentemperaturen erzeugt, um drohende
Eis- und Schneeglätte zu vermeiden.
Rasenheizungen werden hauptsächlich in
Sportstadien eingebaut, um die
Rasenflächen eis- und schneefrei zu halten. Schon in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden in den ersten Stadien
Rasenheizungen eingebaut. Inzwischen müssen die
Fußballstadien der 1. und 2. Liga mit einer
Rasenheizung ausgestattet werden.
Bei der
Nachrüstung einer
Rasenheizung werden die
Rohre mit
speziellen Geräten, wie sie bei dem Einziehen der Dränrohre in Ackerland in Nassgebieten benutzt werden, in die Rasendecke
eingezogen. Dies ist jadoch nur möglich, wenn das später
abtauende Wasser von der Spielfläche
abgeführt werden kann. Wenn die Rasenfläche keine Dränage bzw. ausreichendes Gefälle (zwischen 0,5 % und 1 %) hat, muss vorher eine Sanierung des Platzes stattfinden. Außerdem müssen die
Rohre ausreichend tief eingebettet werden, damit sie bei der Rasenpflege (Bodenlockerung) und Spielfeldmarkierung nicht beschädigt werden. Damit die Gefahr eines „Verbrennens” der Rasenwurzel vermieden wird, dürfen die Rohrleitungen nicht zu dicht an der Oberfläche verlegt sein, da die Anlagen mit
Temperaturen bis zu 40 °C gefahren werden.
Die Probleme, die bei einer Nachrüstung einer
Rasenheizung bestehen, sollten bei einem
Neubau ausgeschlossen werden. Hier sollten die
Landschaftsarchitekten und
Heizungs-Fachplaner schon bei der Planung
zusammenarbeiten. Gefordert wird eine
strapazierfähige und
pflegeleichte Rasendecke und ein
energiesparender Betrieb der Anlage.
Bei der
Anordnung der
Rohrleitungen wird zwischen
zwei Varianten unterschieden. Bei der
thermisch günstigen Variante werden die
Rohrleitungen (Heizregister) im
Mutterboden verlegt, da dieser eine
gute Wärmeleitfähigkeit hat.
Ungünstiger ist das Verlegen der
Rohrleitungen in der
Dränageschicht.
Der Aufbau einer
Rasenheizung sollte so geplant werden, dass eine
gute Wärmeleitung von dem
Heizregister bis zur
Oberfläche vorhanden ist, denn nur dadurch können niedrige
Systemtemperaturen und ein schnelles Aufheizen gewährleistet werden. Außerdem sollte die Rohrüberdeckung so gering wie möglich sein. Unter dem Heizregister sollten möglichst
wärmedämmende Schichten angeordnet werden, damit der
Wärmetransport in
grundwasserdurchsetzte Erdreich vermindert wird.
Bei der
Planung einer
Rasenheizung ist besonders auf die
regionalen Gegebenheiten vor Ort geachtet werden. So hat z. B. das
Wetter, die
Verschattung und
Windanfälligkeit des Rasens einen großen Einfluss auf die Auslegung der Heizkreise.
Eine
Rasenheizung sollte
nicht für
extrem niedrige Außentemperaturen ausgelegt werden, da starke Schneefälle selten bei tiefen
Temperaturen (erheblich unter 0 °C) auftreten.
In jedem Fall sollte eine
gute Wärmeleitung von der Ebene der Rohrregister bis zur Oberfläche vorhanden sein. Dann gelten folgende
wärmetechnische Parameter der Schnee- und Eisfreihaltung von Rasenflächen:
Stationäre Aufheizleistung
etwa 150 W/m2
Dynamische Aufheizleistung
bis etwa 250 W/m2
Vor- und Rücklauftemperatur
etwa 40 °C / 30 °C
Damit an der
Oberfläche keine zu große
Temperaturwelligkeit auftritt, sollten die Rohrleitungen mit einem
Verlegeabstand < 30 cm und eine
Tiefe zwischen
25 bis 30 cm verlegt werden. Bei größerenen Abständen besteht die Gefahr der Teilvereisung an der Oberfläche zwischen den
Rohren.
Die
Regelung der
Eis- und Schneefreihaltung für
Rasenflächen muss besonders sorgfältig ausgewählt werden. Das
Ein- und
Ausschalten und die richtige Wahl der
Systemtemperaturen der Anlage muss genau eingehalten werden.
Die
Systemtemperaturen sind das kleinere Problem, weil sie in
Abhängigkeit zur
Außentemperatur werden. geregelt, Dabei ist nur die maximale
Temperatur an der
Grasnarbe zu begrenzen, damit es nicht zur
Überhitzung der
Rasenwurzel kommt. Hierzu werden ein Fühler ca. 3 bis 5 cm unter der Grasnarbe und ein weiterer Fühler ca. 25 cm tief im Erdreich als
Wurzelfühler vorgesehen. Natürlich sind bei großen Flächen (z. B. Fußballstadien) mehrere Fühlerpaare vorzusehen. Durch diese Anordnung kann die
Einwirkung des Emitters (Teil eines Transistor) auf die
Oberfläche bzw.
Reaktionszeiten festgestellt werden, was für ein
rechtzeitiges Einschalten vor einer anstehenden Nutzung der Rasenfläche von Bedeutung ist. Die gemessenen Parameter können dann adaptiv auf das Regelsystem einwirken.
Ein besonderes
Problem der
Regelung ist das Anzeigen bzw. die Meldung des Auftretens von
Eis- oder
Schneeregen. Hier hat sich das System "
Eis- und Schneemelder" der Firma Tekmar bewährt. Dieses System gibt es in
analoger und
digitaler Ausführung.