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Schallschutz im Wohnungsbau - Hochbau

Autoren
OldBo
18.01.2018
Die Mindestanforderungen an den Schallschutz im Hochbau sind in der DIN 4109 festgelegt und behandelt den Schallschutz zwischen fremden Wohnungen. Durch die bauaufsichtliche Einführung hat sie öffentlich-rechtliche Bedeutung erlangt.

Die Mindestanforderungen an den Schallschutz im Hochbau sind in der DIN 4109 festgelegt und behandelt den Schallschutz zwischen fremden Wohnungen. Durch die bauaufsichtliche Einführung hat sie öffentlich-rechtliche Bedeutung erlangt. Das Normblatt enthält den Hinweis:

"Aufgrund der festgelegten Anforderungen kann nicht erwartet werden, dass Geräusche von außen oder aus benachbarten Räumen nicht mehr wahrgenommen werden. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit gegenseitiger Rücksichtname durch Vermeidung unnötigen Lärms."

In DIN 4109/A1:2001-01 werden die Werte für die zulässigen Schalldruckpegel in schutzbedürftigen Räumen von Geräuschen aus haustechnischen Anlagen beschrieben. Diese Werte gelten als anerkannte Regeln der Technik (aRdT) und kommen immer dann zum Tragen, wenn keine weitergehenden Vereinbarungen für den erhöhten Schallschutz getroffen wurden. Neben der nationalen DIN 4109 sind zukünftig die Regelungen und Anforderungen der europäischen Normenreihe DIN EN 12354 - Bauakustik - Berechnung der akustischen Eigenschaften von Gebäuden aus den Bauteileigenschaften - zu beachten. Der BGH hat in einem Revisionsverfahren (BGH-Urteils vom 14. Juni 2007, AZ VI ZR 45/06) festgestellt, dass der Mindestschallschutz bauwerkvertragsrechtlich weitgehend bedeutungslos ist. Der erhöhte Schallschutz, wie es im Beiblatt 2 der DIN 4109 geschrieben steht, bedarf keiner “ausdrücklichen“ Vereinbarung. Anhaltspunkte hierfür können die Schallschutzstufen II oder III der VDI 4100 sein.

Mit der Harmonisierung technischer Regelwerke in Europa werden die Normen des baulichen Schallschutzes an die europäischen Vorgaben angepasst. Hier soll zukünftig die Berechnung der Schalldämmung auf Basis der DIN EN 12354 durchgeführt werden. Dabei wird die Schallübertragung über flankierende Bauteile detaillierter in die Berechnung einbezogen. Eine Bilanzierung der einzelnen Schallwege wird dadurch möglich. Diese Nachweisführung wird auch in eine neue DIN 4109 eingebracht, wobei die Anforderungen von R'w (Gesamt-Schalldämm-Maß) auf DnT,w (Standard-Schallpegeldifferenz) umgestellt werden.

Schallschutzklassen im Wohnungsbau

Die Klassifizierung von Wohneinheiten mittels Schallschutzklassen ermöglicht die transparente Beurteilung der geplanten und ausgeführten baulichen Qualität hinsichtlich ihrer schalltechnischen Eigenschaften.

Für die Klassierung werden die Kriterien folgender Geräuscharten in den jeweils betrachteten Wohneinheiten berücksichtigt:

  • Luft- und Trittschall aus fremden Wohneinheiten oder Treppenhäusern
  • Außengeräusche
  • Geräusche von Wasserinstallationen aus fremden Wohneinheiten
  • Geräusche von haustechnischen Anlagen (hierzu zählen auch Heizungs- und Lüftungsanlagen im eigenen Wohnbereich)
  • Nutzergeräusche durch Körperschallübertragung aus fremden Wohneinheiten
  • Luft- und Trittschall im eigenen Wohnbereich
  • Geräusche von Wasserinstallationen im eigenen Wohnbereich

Die Kriterien für die verschiedenen Geräuscharten sind so ausgelegt, dass sie innerhalb einer Klasse hinsichtlich der Wahrnehmbarkeit aufeinander abgestimmt sind. Die Schallschutzklassen können bei einer üblichen Wohnungsnutzung wie folgt kurz charakterisiert werden: 

Klasse A*: Wohneinheit mit sehr gutem Schallschutz, die ein ungestörtes Wohnen nahezu ohne Rücksichtnahme gegenüber den Nachbarn ermöglicht.

Klasse A: Wohneinheit mit sehr gutem Schallschutz, die ein ungestörtes Wohnen ohne große Rücksichtnahme gegenüber den Nachbarn ermöglicht.

Klasse B: Wohneinheit mit gutem Schallschutz, die bei gegenseitiger Rücksichtnahme zwischen den Nachbarn ein ruhiges Wohnen bei weitgehendem Schutz der Privatsphäre ermöglicht.

Klasse C: Wohneinheit mit gegenüber der Klasse D wahrnehmbar besserem Schallschutz, in der die
Bewohner bei üblichem rücksichtsvollen Wohnverhalten im allgemeinen Ruhe finden und die
Vertraulichkeit gewahrt bleibt.

Klasse D: Wohneinheit mit einem Schallschutz, der die Anforderungen der DIN 4109:1989-11 für Geschosshäuser mit Wohnungen und Arbeitsräumen im Wesentlichen erfüllt (Ausnahmen: siehe II.3) und damit die Bewohner in Aufenthaltsräumen im Sinne des Gesundheitsschutzes vor unzumutbaren Belästigungen durch Schallübertragung aus fremden Wohneinheiten und von außen schützt. Es kann nicht erwartet werden, dass Geräusche aus fremden Wohneinheiten oder von außen nicht mehr wahrgenommen werden. Dies erfordert gegenseitige Rücksichtnahme durch Vermeidung unnötigen Lärms. Die Anforderungen setzen voraus, dass in benachbarten Räumen keine ungewöhnlich starken Geräusche verursacht werden.

Klasse E: Wohneinheit mit einem Schallschutz, der die Anforderungen der DIN 4109:1989-11 nicht erfüllt. Belästigungen durch Schallübertragung aus fremden Wohneinheiten und von außen sind möglich; besondere Rücksichtnahme ist unbedingt erforderlich. Die Vertraulichkeit ist nicht mehr gegeben.

Klasse F: Wohneinheit mit einem schlechten Schallschutz, der deutlich unter den Anforderungen der DIN 4109:1989-11 liegt. Mit Belästigungen durch Schallübertragung aus fremden Wohneinheiten und von außen muss auch bei bewusster Rücksichtnahme gerechnet werden; Vertraulichkeit kann nicht erwartet werden.

Klasse EW1: Schallschutz im eigenen Wohnbereich, bei welchem Vertraulichkeit nicht erwartet werden kann.

Klasse EW2: Schallschutz im eigenen Wohnbereich, bei welchem ein Mindestmaß an Vertraulichkeit gewährleistet werden kann und erhebliche Störungen vermieden werden.

Erläuterungen der verschiedenen Geräuscharten (Auswahl)

Luftschallübertragung aus fremden Wohneinheiten (Luftschalldämmung):
R'w: bewertetes Bau-Schalldämm-Maß von Bauteil-Kombinationen mit Schallübertragungen durch das trennende und entlang der flankierenden Bauteile, z.B. Trennwand, linke und rechte Seitenwand, Decke, Fußboden.

Luftschallübertragung von Außengeräuschen (Luftschalldämmung):
R'w,res: bewertetes resultierendes Bau-Schalldämm-Maß von zusammengesetzten Bauteilen, z.B. Wand mit Tür oder Fenster. Es wird aus den einzelnen Schalldämm-Maßen der Teilflächen berechnet.

Trittschallübertragung aus fremden Wohneinheiten (Trittschalldämmung):
L'n,w: bewerteter Norm-Trittschallpegel von gebrauchsfertigen Bauteilen, z.B. Decken, Treppen.

Geräusche von Wasserinstallationen:
Der in DIN 4109 und DIN 52 219 verwendete Begriff des Installations-Schallpegels (LIn) ist messtechnisch gleichzusetzen mit dem LAF,max,n. LAF,max,n: mit der Frequenzbewertung "A" und der Zeitbewertung "Fast" gemessener maximaler Schalldruckpegel, bezogen auf die Bezugsabsorptionsfläche A0 = 10 m², der das Fließgeräusch der Armatur, das Einlaufgeräusch in den Sanitärgegenstand und das Ablaufgeräusch sowie ggf. das Eigengeräusch der Wasserversorgungsanlage gemeinsam erfasst.

Geräusche von haustechnischen Anlagen und Betrieben:
LAF,max,n: mit der Frequenzbewertung „A“ und der Zeitbewertung „Fast“ gemessener maximaler Schalldruckpegel, bezogen auf die Bezugsabsorptionsfläche A0 = 10 m². Lr: Beurteilungspegel nach TA Lärm.

Nutzergeräusche:
An Nutzergeräusche werden derzeit in DIN 4109:1989 -11 keine Anforderungen gestellt. Unter Nutzergeräuschen werden Geräusche verstanden, die z.B. durch das Aufstellen eines Zahnputzbechers auf eine Abstellplatte, heftiges Schließen des WC-Deckels oder Türen von Wandschränken, Rutschen in der Badewanne, Urinieren (Spureinlauf) u.a. entstehen und die hauptsächlich als Körperschall übertragen werden. Nutzergeräusche können mit dem in Anhang V.2 beschriebenen Verfahren simuliert und gemessen werden. Zur Beurteilung dient auch hier der LAF,max,n.

Betätigungsspitzen bei Geräuschen aus Wasserinstallationen:
An Geräuschspitzen, die beim Betätigen von Sanitärarmaturen entstehen können und hauptsächlich als Körperschall vom Rohrleitungssystem und Baukörper übertragen werden, wurden bisher in DIN 4109:1989 -11 keine Anforderungen gestellt.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V.

Weitere, den Schallschutz betreffende Begriffe sind in den Normen der Reihe DIN 4109:1989-11 mit Beiblättern, in DIN 52 219 sowie in den Reihen DIN EN ISO 140, DIN EN ISO 717, DIN EN 12354 und in DIN EN ISO 10052, DIN EN ISO16032 aufgeführt und erläutert.

Die DIN 4109-1:2016-07 wurde zurückgezogen und durch die DIN 4109-1:2018-01 ersetzt.

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