Minihäuser (Modulhaus, Würfelhaus, Mikrohaus, Containerhaus, Mobilheim, Gartenhaus, Tinyhaus, Singlehaus) sind Gebäude zwischen 15 bis 50 m2. Für ein "Kleines Gebäude" (weniger als 50 m2 Nutzfläche [EnEV 2014 im § 2]) ist auch die EnEV zu beachten. Nach der EnEV 2014 § 8 (Anforderungen an kleine Gebäude und Gebäude aus Raumzellen) gelten nur die Vorgaben, dass für die Außenbauteile nur die Anforderungen der U-Werte und die Anlage 3 (Anforderungen ... bei Errichtung kleiner Gebäude) erfüllt werden müssen. Die entsprechenden U-Werte sind in der EnEV 2014, Anlage 3, Tabelle 1 (Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten bei erstmaligem Einbau ... von Bauteilen) gelistet. Außerdem benötigen diese Gebäude nach der EnEV § 16 Abs. 5 keinen Energieausweis. Für die Anlagentechnik der kleinen Gebäude gelten die Anforderungen der EnEV 2014, Abschnitt 4 (Anlagen der Heizungstechnik, Kühltechnik und Raumlufttechnik sowie der Warmwasserversorgung). Diese Vorgaben gelten auch ab 2016 unverändert. Bei kleineren Häusern über 50 m2 ist die EnEV voll einzuhalten.
* Die Nutzfläche ist der Anteil der Grundfläche, der entsprechend der Zweckbestimmung genutzt werden kann. Dagegen bezieht sich die Wohnfläche auf die Gesamtheit der anrechenbaren Raumgrundflächen, die zu einer Wohnung oder einem Haus zählen. Der Unterschied besteht somit darin, ob die betreffenden Flächen genutzt oder bewohnt werden können.
Minihäuser können trotz ihrer relativ geringen Größe den gleichen Komfort wie eine herkömmliche Wohnung oder ein Eigenheim bieten. Die Bedeutung von frischer Luft im Wohnraum ist dabei jedoch nicht zu unterschätzen, denn durch das geringe Raum- und damit Luftvolumen wird es in kleinen Räumen eher stickig als in großen. Daher muss der Wohnraum in modernen Mini- und Tinyhäusern (bei denen es keine natürliche Lüftung durch Fugen und Ritzen gibt) angemessen belüftet werden.
Dies ist den meisten Bauherren nicht klar. Viel schlimmer ist es aber, dass Bauträger, Planer und auch viele Gebäudetechniker die Notwendigkeit dafür nicht verstanden haben und nach wie vor Raumklima mit Raumluftqualität verwechseln. Ein Einbau einer Lüftung im Neubau ist wesentlich einfacher und kostengünstiger integrierbar gegenüber einer Nachrüstung. Für die Lüftung von Wohnungen bietet sich die dezentrale Lüftungstechnologie an.
Die Neubauten werden in der Regel viel zu groß geplant und gebaut, damit man sich alle Wohnwünsche erfüllen kann. Später wird man merken, dass die Häuser nicht nur beheizt, evtl. gekühlt, gereinigt, unterhalten und bezahlt werden müssen.
Minihäuser liegen bei Singles und kinderlosen Paaren voll im Trend. Die Bauarten der Häuser sind sehr umfangreich und erfüllen alle Wohnwünsche. Das Angebot geht über Häuser auf Rädern (Tiny-Haus) zu Gartenwohnhäusern bis hin zu super gestylten Häusern. Sie werden aber auch gerne als Wochenendhaus, Ferien- und Familiengästewohnung gebaut.
Viele Hausbesitzer wohnen nach dem Auszug der Kinder in ihrem nun viel zu großem Haus. Hier bietet sich also besonders ein Minihaus an. Dieses kann evtl. sogar auf dem gleichen Grundstück erstellt werden, wenn es ausreichend groß ist. Außerdem hilft diese Bauweise kostengünstig der Wohnraumnot entgegenzuwirken.
Aber auch bei einem Minihaus sind, unabhängig von der EnEV, baurechtliche Dinge zu beachten. In Deutschland gilt das Baurecht. Grundsätzlich sind alle Häuser genehmigungspflichtig, wenn sie als Aufenthalts- bzw. Wohnraum dienen. Da von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedliche Regelungen gelten können, muss man vor der Planung Informationen einholen. Vor dem Baubeginn ist bei der Gemeinde ein Bauantrag einzureichen. Hierfür werden Bauantragsformulare verwendet, denen eine Baubeschreibung, der Lageplan und die Bauzeichnung beigefügt werden müssen. Ob die bestehenden Bauvorschriften noch zeitgemäß sind, sollte einmal diskutiert werden.
Ein Minihaus wird in der Regel in
Fertigbauweise erstellt, da diese Bauweise besonders
effizient geplant werden kann und sehr
kostengünstig ist. Die Häuser um die
50 m2 werden für ein bis zwei Personen dauerhaft wohnlich eingerichtet. In dieser kompakten Größe gibt es bereits schlüsselfertige
Wohnmodule, die sich auch als Anbau an ein bestehendes Haus sowie als eigenständige Wohneinheit im weitläufigen Garten eignen. Auch kleine
Restgrundstücke (z. B. Lückenbebauung) können mit Minihäusern perfekt genutzt werden.
Im Mittelpunkt der meisten individuellen Minihäuser steht der
Wohn- und
Essbereich mit
offener Küche. Durch
große Fensterflächen wirken das Innere des Minihauses mit der
Terrasse und dem Garten als eine Einheit und die Räume wirken noch größer.
Wer im fortgeschrittenen Alter baut oder schon für später vorsorgen möchte, plant das Haus barrierefrei und schlüsselfertig. Ausreichend breite Durchgänge (z. B. Türen [mind. 90 cm - Wohnungstür und mind. 80 cm - Zimmertüren], rund um eine Kücheninsel), Badezimmertüren, die nach außen aufschlagen, eine bodengleiche Dusche, Lichtschalter und Steckdosen in einer Höhe, die auch im Sitzen erreichbar sind [85 cm Höhe], rutschfeste und ebene, ohne Stolperkante verlegte Bodenbeläge und leicht erreichbare und bedienbare Griffe an Fenstern und Bad- und Balkontüren werden in einem barrierefreien Minihaus umgesetzt. Natürlich handelt es sich dann um ebenerdige Bungalows.
In der Regel wird ein Minihaus dauerhaft bewohnt, also muss das Grundstück erschlossen (Wasser, Abwasser, Strom, Telefon) werden. Auf jeden Fall ein sollte ein Minihaus mit einer kontrollierten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (KWL) ausgestattet sein. Eine besondere Herausforderung ist die Beheizung der Minihäuser, da die erforderliche Heizlast sehr gering sein wird. Oft werden die kleinen Häuser mit einem Ofen, Kaminofen (die aber immer viel zu viel Leistung haben und in der Zukunft auch nicht mehr zugelassen werden.) oder einer Wohnwagenheizung ausgestattet. Der Trend geht in Richtung von Wärmepumpenheizung oder einer elektrischen Beheizung. Einfacher ist es, wenn das Haus als Anbauhaus oder Wohnmodul eingesetzt wird und an das vorhandene Haus angeschlossen werden kann.
Natürlich kann ein Minihaus auch autark (Photovoltaik-Anlage, Solarthermie mit Speicher, Wassertank und Humustoilette) gestaltet werden. Diese Entscheidung sollte vor Baubeginn fallen. Wenn die rechtlichen Aspekte und die Art des Hauses geklärt sind, kann man überlegen, ob man das Haus mit einem spezialisierten Anbieter errichtet oder ob man seine eigene Vorstellungen mit Hilfe einer Bauanleitung (Baukastensystem) selber erstellt.
Zeit, Freiheit, Verantwortung – die neue Definition von Lebensqualität
Weniger Fläche bringt also letztendlich vor allem weniger Verpflichtung, geringeren Ressourcenverbrauch und einen bewussteren Umgang mit Besitz mit sich. Auf diese Weise unterstützt eine bewusste Verkleinerung (Downsizing) einen verantwortungsvolleren Konsum und trägt zu nachhaltiger Ressourcenschonung bei – ein Aspekt, der für viele Menschen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig entstehen finanzielle Entlastung und zeitliche Freiräume, die anderweitig genutzt werden können. Wohnraum wird damit endlich wieder als unterstützender Rahmen erlebt. Fest steht dabei, Lebensqualität entsteht durch Passgenauigkeit, nicht durch Quadratmeter.
11 Gründe, warum wir kleine Häuser bauen
• Kleine Grundstücke: Gerade in Ballungsräumen, in großen Städten, aber auch immer mehr in ländlichen Regionen sind Bauflächen rar. Da ist es von Vorteil, wenn nur ein kleines Grundstück benötigt wird.
• Geringere Baukosten:: Dank geringerer Grundfläche kosten kleine Häuser deutlich weniger in der Anschaffung.
• Alternative zur Eigentumswohnung: Von den Kosten her kann ein kleines Haus eine sinnvolle Alternative zu einer Eigentumswohnung sein.
• Platzsparende Bauweise: Kleine Häuser eignen sich perfekt für überschaubare Grundstücke und schmale Baulücken.
• Hohe Energieeffizienz: Kleinere Häuser verbrauchen deutlich weniger Energie als größere Häuser.
• Optimale Planung von Grundstück und Haus: Je kleiner ein Grundstück und das darauf stehende Haus sind, desto wichtiger wird die Planung. So wird der verfügbare Wohnraum am Ende optimal genutzt.
• Komfort & Gemütlichkeit: Trotz der geringeren Grundfläche bieten durchdacht geplante, kleine Häuser ein hohes Maß an Komfort und Gemütlichkeit.
• Kurze Wege: Ein barrierearmes, eingeschossiges Haus ist perfekt fürs Alter, denn es sorgt für kurze Wege. Gerade für Senioren und alle, die fürs Alter vorplanen, ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
• Zeitersparnis: Bei einem kleineren Haus auf einem kleineren Grundstück fällt auch weniger Zeit für Putzen, Instandhaltung, Rasenmähen etc. an. So bleibt unterm Strich mehr Zeit für Sie selbst.
• Weniger ist mehr: Minimalismus liegt im Trend. Viele Menschen entscheiden sich ganz bewusst für ein Haus mit geringerer Wohnfläche – und trennen sich in diesem Zuge von überflüssigem Ballast.
• Erweiterung der Wohnfläche: Stelen Sie später fest, die Wohnfläche reicht doch nicht aus – kein Problem. Ein kleines Haus kann jederzeit nachträglich erweitert werden. Quelle: WeberHaus GmbH & Co. KG