Ein Minihaus, Mikrohaus, Modulhaus und Tinyhaus können trotz ihrer relativ geringen Größe den gleichen Komfort wie eine herkömmliche Wohnung oder ein Eigenheim bieten. Die Bedeutung von frischer Luft im Wohnraum ist dabei jedoch nicht zu unterschätzen, denn durch das geringe Raum- und damit Luftvolumen wird es in kleinen Räumen eher stickig als in großen Räumen. Feuchtigkeit, CO2 und Schadstoffe sammeln sich schnell an. Daher muss der Wohnraum in modernen Mini- und Tinyhäusern (bei denen es keine natürliche Lüftung durch Fugen und Ritzen gibt) angemessen belüftet werden. Ohne ein durchdachtes Lüftungskonzept kann dies zu Schimmelbildung und gesundheitlichen Risiken führen.
Dies ist den meisten Bauherren nicht klar. Viel schlimmer ist es aber, dass Bauträger, Planer und auch viele Gebäudetechniker die Notwendigkeit dafür nicht verstanden haben und nach wie vor Raumklima mit Raumluftqualität verwechseln. Ein Einbau einer Lüftung im Neubau ist wesentlich einfacher und kostengünstiger integrierbar gegenüber einer Nachrüstung. Hier bietet sich die dezentrale Lüftungstechnologie an.
Dezentrale Anlagen können nicht nur für einen Raum, sondern auch für eine Wohneinheit und Minihäuser eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich dadurch, dass bei diesen Anlagen kein Zentralgerät und keine Lüftungskanäle benötigt werden.
Für
Mini- und Tinyhäuser gelten dieselben Anforderungen an den
Mindestluftwechsel wie bei klassischen Wohnhäusern. Maßgeblich ist hier die
DIN 1946-6, die für Neubauten eine nutzerunabhängige
Grundlüftung vorschreibt. Nach dem
Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020) muss die Lüftung im
Energienachweis berücksichtigt werden. Ein
Feuchteschutznachweis (Berechnung des
Luftwechsels zur Vermeidung von Schimmel) ist bei einer dichter
Gebäudehülle Pflicht.
Die einfachste Möglichkeit sind Fensterfalzlüfter (ohne KWL). Diese können als unkontrollierte Lüftung bezeichnet werden, weil hier der Windanfall und die Temperaturdifferenz eine ausschlaggebende Rolle spielt. Mit Fensterfalzlüfter alleine ohne unterstützende Lüftung (Fensterlüftung oder mechanische Systeme) kann der hygienische Minestluftwechsel nicht sichergestellt werden. Hier stellt sich auch die Frage, warum auf der einen Seite die Fenster superdicht ausgeführt werden und auf der anderen Seite die Fenster wieder "undicht" gemacht werden.
Bei dem Fenster mit integriertem Lüftungssystem und Wärmerückgewinnung (WRG) wird die Wärme der Abluft bzw. Fortluft genutzt, um die Temperatur der gefilterten Außenluft bzw. Zuluft zu erhöhen. Bei dem Aufbau des Lüftungsfensters wird zwischen einer 2-Strang Version (Lüftung über beide vertikale Blendrahmen) und 1-Strang Version (Lüftung nur über einen vertikalen Blendrahmen) unterschieden. Die Bedienung der verbrauchsarmen und leise laufenden Ventilatoren mit DC-Technologie erfolgt an der Bedieneinheit des Lüftungsfensters.
Ein derartiges System (Dezentrale Wohnungslüftung) bietet sich besonders dann an, wenn bei einer Sanierung auch die Fenster ausgetauscht werden sollen.
Besonders bei der Renovierung von Altbauten bieten sich Wandeinbaugeräte an. Hier kann z. B. EcoVent eine energiesparende Lüftung mit Wärmerückgewinnung und EC-Technik für Einzelräume, eingesetzt werden, um die bestehende Gebäudesubstanzen im Zuge einer Renovierung auf den gesetzlich geforderten EnEV-Standard zu bringen.
Ein großflächig dimensionierter Aluminium-Plattenwärmetauscher mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von über 70 % hilft außerdem Energie einzusparen. Die Verbindung zur Außenluft erfolgt durch eine Kernbohrung in der Außenwand, in die die Wandhülse eingeschoben wird.
Die Leistungsregelung wird über ein Bedienelement vorgenommen. Dabei ist ein 4-stufiger Betrieb sowie 100 % Zuluft- oder 100 % Abluftbetrieb und Ein/Aus einstellbar. Eine Filterverschmutzungsanzeige mit Resetknopf. Störmeldung bei Motorausfall sowie ein Steckanschluss für die Ansteuerung durch Hygrostat oder Zeitschaltuhr sind weitere Servicemöglichkeiten.
Zwei effiziente Luftfilter aus elektrostatisch mikroreplizierendem Material der Klasse G4 im Zu- und Außenluftstrom garantieren beste Luftreinheit. Optional ist ein Pollenfilter (F7) einsetzbar.
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Ein Thermo-Lüfter kann ca. 25 - 30 m2 Wohnfläche belüften. Die Lüfter sollten nur in Wohnräumen (Wohn-, Schlaf und Kinderzimmer) eingesetzt werden. Dafür spricht der geringe Geräuschpegel (in Stufe 1 kleiner als 21 dB(A) und der geringe Stromverbrauch. Bei einem Dauerbetrieb (8760 Stunden pro Jahr) in der Grundlüftung bei Stufe 1 betragen die Kosten nur ca. 6 €/a. Die Leistungsaufnahme in Stufe 1 beträgt nur 5 Watt.
Durch die permanent wechselnde Laufrichtung wird der Taupunkt bei typischen Wohnraumtemperaturen und Wohnraumfeuchten dauerhaft nicht unterschritten, dass ein Kondensatablauf nicht notwendig ist. Unter bestimmten Umständen wird die Außenluft bzw. Zuluft befeuchtet.
Der Eigengeräuschpegel von kleiner als 21 dB(A) in der Grundlüftungsstufe ist mehr als halb so leise wie dieser Grenzwert nach DIN 4109 (in der Nachts bei 25 dB(A)) es zulässt.
Damit keine Außengeräusche übertragen bzw. diexse gemindert werden, wird eine Schalldämmung in das Gerät eingebracht und eine Außenhaube mit zusätzlicher integrierter Schalldämmung verbessert den Schalldurchgang um mehr als die Hälfte.
Zur effektiven Betriebsweise arbeiten die LTM Thermo-Lüfter paarweise im Gegentakt.
Für Küchen und Nassräume wird eine Abluft-Lüftung durch Dunstabzughauben und Fortluftventilatoren empfohlen.
Das dezentrale FreeAir-System (gesteuerte Kaskadenlüftung) kombiniert die Vorteile einer dezentralen und zentralen Lüftung. Es besteht aus einem Außenwand-Lüftungsgerät freeAir 100, Abluftleitungen und aktiven Überströmer freeAir plus. Das System ist für den Neubau und einer Nachrüstung bzw. Sanierung für Ein- oder Zweizimmerwohnungen eine sog. Bedarfslüftung mit einer Wärmerückgewinnung (Gegenstromwärmetauscher [Wärmebereitstellungsgrad 87 % nach EN13141-8]). Über das Lüftungsgerät können auch größere Wohnungen mit bis zu vier weitere Räume mit Außenluft versorgt werden. Ablufträume (z. B. das Bad) können über Luftleitungen an das Außenwandgerät angeschlossen werden.
Mit diesem System muss nicht in jedem Raum eines Hauses oder einer Wohnung ein eigenes Wandgerät eingesetzt werden.