Kontrollierte Wohnungslüftungen können in
zentraler oder
dezentraler Bauart ausgeführt werden. Welche Bauart in dem jeweiligen Gebäude eingesetzt wird, müssen der
Planer und der
Bauherr nach Abwägung der örtlichen Gegebenheiten und dem
Vergleich der
beiden Systeme entscheiden.
Dichte Gebäude sind eine
Voraussetzung für eine
kontrollierte Wohnungslüftung (KWL).
Da die
Räume eines Gebäudes ein Bestandteil (
Kanal zwische Zu- und Abluftdurchlass) einer funktionierenden raumlufttechnischen Anlage sind, ist es auch bei der
Gebäudehülle genauso wichtig wie bei den Lüftungskanälen bzw.
Luftleitungen, die
Dichtheit zu prüfen. Viele, auch Fachleute, können sich nur schwer vorstellen, welche großen Luftmengen bei geringen Druckunterschieden durch schmale Spalte oder Fugen strömen können. So können bei einem
Druckunterschied von
50 Pascal (Winddruck bei Windstärke 4 bis 5 Bft) durch die Fugen einer
Dampfbremsfolie im Dachbereich, deren Stöße nur überlappt und nicht verklebt sind, runde 80 m³ je m² Dachfläche und Stunde durchkommen. Aber auch Tür- und
Fensterfugen führen zu
unkontrollierten Luftströmungen, die dann Probleme bereiten, so z. B. Schimmel, Bauschäden, bei starkem Wind unbehagliche
Zugerscheinungen und "
Kaltluftseen“, die das Gefühl von Fußkälte verursachen.
Die
Dichtheit eines
Gebäudes mit dem
Blower-Door-Messverfahren nach der
DIN 13829 - 2001-02 (Verfahren A - Gebäude im Nutzungszustand oder Verfahren B - Prüfung der
Gebäudehülle) festgestellt.
Das
Herzstück einer
kontrollierten Wohnungslüftung ist das
Lüftungsgerät (Zentralgerät). Diese besteht aus
Ventilatoren für
Fort- und
Außenluft und
Wärmerückgewinnung (Kreuz-Gegenstrom- oder
Rotationswärmetauscher),
Filtereinheiten, einem
Steuergerät (
Regelung) und den
Anschlussstutzen für Außen-, Fort-, Zu- und Abluft.
Bei den meisten kontrollierten Wohnungslüftungen wird eine
Wärmerückgewinnung eingesetzt, mit dem die
Zu- und
Abluft im Lüftungsgerät,
getrennt von hauchdünnen Blechen oder Kunststofffolien, im
Wärmetauscher aneinander vorbei strömen. Bei etwa quadratischen
Plattenwärmetauscher (Kreuzstrom-Wärmetauscher) lassen sich dabei etwa 60 % und bei langgezogen (
Kreuzgegenstrom-Wärmetauscher) über 80 % der in der
Abluft enthaltenen Wärme auf die
Zuluft übertragen. Wichtig ist, dass die kalten Teile des Kanalsystems zwischen dem Lüftungsgerät und der Außenwand möglichst kurz und gut gedämmt sind. Sonst entstehen Schwitzwasser und unnötige
Wärmeverluste.
Diese Anlagen sind die einfachste Art einer zentralen raumlufttechnischen Anlage.
Noch einen Schritt weiter geht das so genannte "Kompaktaggregat", das für die Wärmeversorgung von Passivhäusern eingesetzt werden kann. Die Abluft, die den Wärmetauscher verlässt, wird durch eine Kleinstwärmepumpe noch weiter heruntergekühlt. Die dabei gewonnene Wärme wird zur Beheizung des Gebäudes und zur Erwärmung des Trinkwassers eingesetzt.
Der Einsatz dieser Technik zur Raumheizung ergibt jedoch nur Sinn, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
• Der Wärmebedarf des Gebäudes muss durch optimale Dämmung, Einsatz von Dreischeibenglas und die Ausnutzung solarer Gewinne minimiert sein (Passivhaus bzw. KfW-40-Haus).
• Die Temperatur der von der Anlage angesaugten Luft sollte durch einen Erdwärmetauscher oder Luftbrunnen angehoben werden. Anderfalls könnte die Wärmepumpe bei Frost vereisen.
• Um die von der Wärmepumpe aufzubringenden Energiemenge möglichst klein zu halten, sollte zumindest für die Warmwasserbereitung eine thermische Solaranlage installiert sein. Besser ist eine Solaranlage mit größerer Kollektorfläche, die auch die Heizung mit unterstützt.
Neben dem Zentralgerät mit Ventilatoren für Fort- und Außenluft und Wärmerückgewinnung (Gegenstrom- oder Rotationswärmetauscher besteht eine zentrale Anlage außerdem aus