Der Wärmetransport zwischen der Wärmequelle und dem (gekühlten) Bauteil erfolgt auf zwei Wegen, durch Strahlung und durch Konvektion. Naturgemäß ist die Übertragung durch Strahlung wesentlich effizienter als durch Konvektion, bei der die Luft als „Zwischenmedium“ dient. Zudem liegen auf dem Weg der Energie, beispielsweise zwischen Wärmequelle und Decke, zwei konvektive Wärmeübergänge. Die Strahlung zwischen Oberflächen, also zwischen Wärmequelle und konditioniertem Bauteil, ist abhängig von:
• den Oberflächentemperaturen
• den Strahlungseigenschaften der Oberflächen (Emissionsgrad und Reflexionsgrad)
• der gegenseitigen Lage der Flächen (Formfaktor und Oberflächenfaktor)
Der Wärmeübergang durch Konvektion wird von folgenden Faktoren bestimmt:
• Temperaturdifferenz zwischen Bauteiloberfläche und Raumluft
• Anströmgeschwindigkeit der Luft
• Art der Strömung (laminar, turbulent)
• Wärmestromrichtung (horizontal, vertikal nach oben, vertikal nach unten etc.)
• Oberflächenbeschaffenheit (Rauigkeit)
• Geometrie und Abmessungen des Bauteils
Für den Wärmeaustausch zwischen Wärmequelle und umschließenden Bauteilen kann mit einem kombinierten Wärmeübergangskoeffizienten a für Strahlung und Konvektion gerechnet werden. Bei horizontalen oder vertikal nach oben gerichteten Wärmeströmen beträgt dieser kombinierte Koeffizient 7 bis 8 W/(m2K); in runden Zahlen beträgt der Wärmeübergang zwischen Raumluft und Bauteil durch Konvektion 1,0 bis 3 W/(m2K), jener durch Strahlung zwischen Wärmequelle und Bauteil 5,5 W/(m2K). Das ergibt bei einem typischen Temperaturunterschied zwischen Bauteiloberfläche und Raumluft von 6 K einen (kombinierten) Wärmeübergang von rund 50 W/m2. Diese Verhältnisse sind bei einer Bauteiloberflächentemperatur von 19 °C und einer Raumlufttemperatur von 25 °C gegeben.
Wirkt eine Wärmeleistung von 50 W/m2 während 24 Vollbetriebsstunden der Bauteilkonditionierung, so ergibt sich eine Wärmemenge von 1,2 kWh/m2, die pro Tag abgeführt werden kann. Viele Planer verwenden einen kombinierten Wärmeübergangskoeffizienten von 11 W/m2 K, wobei sie je 5,5 W/(m2 .K) der Strahlung und der Konvektion zuordnen. Dieser Wert ist auch in den Protokollen einer Gruppe von Experten der Bauteilkonditionierung enthalten.
Die Rohrregister weisen eine Fläche von 12 - 15 m2 auf. Die Rohrabstände betragen 15 - 20 cm, die Durchmesser 20x2 mm. Der Massenstrom liegt bei 10 - 12 kg/(m2 h). Eine darüber hinausgehende Erhöhung ist nicht wirtschaftlich. Es ist ferner zu berücksichtigen, dass eine Verdoppelung des Massenstromes eine Vervierfachung der Pumpenenergie bewirkt und zusätzliche Kosten für ein größer dimensioniertes Rohrnetz anfallen.
Folgende Betriebszustände können auftreten:
Massenstrom zu gering
Folge: Die Wassertemperatur bleibt ab einer bestimmten Rohrlänge konstant und ein Teil der Aktivierung bleibt ungenutzt.
Massenstrom optimal
Folge: Die zur Verfügung stehende Fläche wird optimal für den Wärmetausch genutzt und die Wassertemperatur liegt beim Rücklauf im Bereich der Umgebungstemperatur.
Massenstrom zu hoch
Folge: Die Wassertemperatur liegt beim Rücklauf über (Bodenplatte) bzw. unter (Decke) der Umgebungstemperatur. Diese vereinfachte Betrachtung kann aber so nicht für das erstellte Modell übernommen werden. Da die Massenströme im System unter Umständen nicht gleich sind, kann nur für einzelne Bauteile eine Beurteilung getroffen werden.
Die Wärme-/Kühlleistung des Systems oder Teile davon hängt neben der Bauart und der Ausbildung der Rohrregister im Besonderen von den zugelassenen bzw. zulässigen Temperaturen ab. Für die Behaglichkeit sind dies die zu erwartenden Oberflächentemperaturen der Bauteile. Bei der Kühlung unter Umständen die zulässigen Kühlwassertemperaturen, bei denen in Verbindung mit der relativen Feuchte und der Temperatur der Luft sowohl am Bauteil, als auch am Rohrregister und dessen Zuleitungen keine Kondensatbildung auftreten darf.
Während zur Sommerzeit nur gekühlt wird, kann zu allen anderen Jahreszeiten sowohl ein Mischbetrieb oder im Winter ein reiner Heizbetrieb erforderlich sein.